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Bad Düben Tiefensee - Schon viel erreicht, aber noch immer etliche Wünsche offen
Region Bad Düben Tiefensee - Schon viel erreicht, aber noch immer etliche Wünsche offen
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10:33 09.03.2017
Hans-Jürgen Küster, Steffi Läbe und Fred Sommerfeld (von links) vor dem Feuerwehrgerätehaus Tiefensee, dem größten Projekt in dem Bad Dübener Ortsteil.   Quelle: Ilka Fischer
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Tiefensee

 Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in … zeigt es.

In Tiefensee, dem rund 300 Einwohner zählenden Bad Dübener Ortsteil, mangelt es derzeit nicht an Gesprächsstoff. Auch für den Außenstehenden sichtbar, wächst derzeit vor allem das Feuerwehrgerätehaus in der Straße Am Bruch in die Höhe. Doch nicht nur an dem rund eine halbe Millionen Euro teuren Projekt tut sich was. „Gleich daneben stehen drei neue kleine Häuser. Dahinter kommt nun noch ein Doppelhaus“, erzählt Hans-Jürgen Küster, der den erkrankten Klaus Pätz als Ortsvorsteher vertritt, weiter. Seine Mitstreiterin im Ortschaftsrat, Steffi Läbe, verweist auf den neu gestalteten Sportplatz, der gleich hinter dem Feuerwehrgerätehaus in Richtung Park entstand. Jugend, Feuerwehr und Volleyballer haben bei dem Beachvolleyballplatz mit angefasst, der am Sonnabend dann auch mit einem kleinen Turnier unter Beteiligung der Löbnitzer Volleyballer offiziell eröffnet wird.

LVZ-Serie "Unterwegs in..."

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Auf der Wunschliste steht ein schnellerer Hochwasserschutz

Dennoch sind auch in Tiefensee Wünsche offen. An erster Stelle steht da der Hochwasserschutz. Der Flügeldeich soll schließlich erst 2019 kommen. „Das sind immerhin noch drei Jahre und da bestehen schon große Sorgen, ob das bis dahin gut geht“, berichtet Steffi Läbe. Fred Sommerfeld, von dessen Mühle in Richtung Flugplatz Roitzschjora der Lutherweg führt, hofft zudem, dass dieser bis zum großen Reformationsjubiläum etwas hergerichtet wird. Er selbst kann derzeit noch nicht einschätzen, ob er die 2015 vom Sturm weggefegten Ruten seiner Mühle 2017 ersetzen kann. „Da heißt es noch abwarten“, so der freundliche Mühlenbesitzer, der die Mühle ungeachtet dessen dennoch von April bis Oktober jeweils am ersten Sonntag öffnet. „Fest steht, dass ich für die Ruten auf jeden Fall eine Förderung brauche.“ Und selbst mit dieser werde es noch sehr schwer.

Sitzfläche am Springbrunnen soll zugänglicher werden

Am Anblick von vier intakten Ruten im Wind würden sich sicher auch die immer mehr werdenden Radfahrer freuen, die wie die tägliche Alte-Herren-Runde, zudem gern die Sitzecke am Springbrunnen nutzen. „Die dortige Sitzfläche zu pflastern und sie damit auch geeigneter für Rollatoren zu machen und vielleicht auch noch einen Tisch aufzustellen, das wollen wir 2017 packen“, so Hans-Jürgen Küster. Während dieses Vorhaben durchaus machbar scheint, steht der Radweg nur auf einem reinen Wünsch-Dir-was-Zettel. Dennoch bleibt ein direkter und sicherer Radweg über Schnaditz nach Bad Düben insbesondere für die derzeit immerhin 30 schulpflichtigen Tiefenseer Kinder von größtem Interesse. Vielleicht ließe sich ja da was im Zuge des Ringdeiches Schnaditz machen, wollen die Tiefenseer die Hoffnung nicht aufgeben.

Kleines Dorf mit viel Infrastruktur

Sie halten zusammen in dem Dorf, in dem es nicht nur die Fischgaststätte und einen Bäcker samt Miniladen gibt, sondern in dem es neben der sehr aktiven Feuerwehr, einen Reitverein, aber auch das Freizeitreiten der Familie Pätz, zwei kleine Baugeschäfte und eine Bürotechnikfirma gibt. Stolz sind sie auch auf das rund 50 Personen fassende Bürgerhaus, obwohl sie beispielsweise für das Nachbarbier trotzdem auf gutes Wetter hoffen müssen. Denn dann wird für die weit über 100 Tiefenseer, die jeweils mit von der Partie sind, auch der Vorplatz gebraucht. Und wenn es mal keine Neuen zu begrüßen gibt? „Dann feiern wir trotzdem“, so Steffi Läbe. Schließlich können sich an diesem Tag alle Tiefenseer von ihren Schandtaten mit einer Bürgerhaus-Runde befreien. Dass man auf dem Trockenen sitzt, muss keiner befürchten, irgendwas passiert immer. Heimlich heiraten wird nämlich dabei ebenso „bestraft“ wie das versehentliche Einparken beim Nachbarn nach einer Party. Und außerdem gibt es ja auch noch Gold- und Silberpaare oder frisch gebackene Großeltern, die sich ebenfalls nur schwerlich vor einer Spendierrunde drücken können.

Bereits erschienen:

Wölkaus Nachrichten-Zentrale, 7. Juli

Kanalbau in Hohenprießnitz, 16. Juli

Lemsel sucht Anschluss, 18. Juli

Politiker am Open-Air-Stammtisch in Gotha, 24. Juli

Brodauer beseitigen Dreckecken im Dorf, 26. Juli

Künstler schwört auf sein Heimatdorf Wöllnau, 18. August

An diesem Wochenende wollen die Kletzener groß feiern, 19. August

Von Ilka Fischer

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