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Bad Düben Tiefensee bittet immer sonntags um 11 Uhr zum Tisch
Region Bad Düben Tiefensee bittet immer sonntags um 11 Uhr zum Tisch
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08:00 02.08.2017
Treffen sich immer Sonntag am 11-Uhr-Tisch zur Förderung der Kommunikation in der Nachbarschaft in Tiefensee: Helmut Köppe, Andreas Scheeren, Rainer Lausch, Siegfried Gräfe und Ingo Läbe (von links). Quelle: Steffen Brost
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Tiefensee

Jeden Sonntag, kurz vor elf Uhr mittags, gleicht sich das Bild in der Löbnitzer Straße in Tiefensee. Zu Fuß oder per Fahrrad streben Männer in Richtung Ortsausgang Bad Düben. Kurz vor dem Dorfende wartet bereits Rainer Lausch an einem kleinen Garagenkomplex, nur unweit des Reitstalles. Vor den drei Garagentoren steht ein abgesägter Holzstamm mit einer dicken Baumscheibe drauf. Daneben zwei Bänke, ein Sonnenschirm, an der Wand eine Uhr und eine kleine Tafel mit der Aufschrift: „11 Uhr-Tisch zur Förderung der Kommunikation in der Nachbarschaft“.

Tisch gibt es seit 2010

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Treff an der Garage hatten Rainer Lausch und Reinhard Krappitz. „Hier stand jahrzehntelang eine Pappel vor den Garagen. Die wurde 2009 gefällt. Aber es blieb ein etwa 1,50 Meter hoher Baumstamm stehen, der nach der Fällaktion aus der Erde ragte. Warum man ihn stehen ließ, weiß niemand. Wir haben kurzerhand eine dicke Holzscheibe von einer Pappel organisiert und darauf befestigt. Am 28.März 2010 haben wir den 11-Uhr-Tisch offiziell eingeweiht“, sagt Rainer Lausch.

Ohnehin trafen sich mehr oder weniger Tiefenseer zufällig jeden Sonntag an diesen Garagen zum Plausch. Am Anfang saß man noch auf der Erde und trank auch mal ein Bier dazu. „Nach dem Tisch aus dem Baumstamm kam irgendwann eine Bank dazu und das Schild an der Wand. Hier wird über alles geredet, was im Dorf passiert. Oft ist die Feuerwehr ein Thema, weil viele der Männer dort Mitglied sind. Natürlich wird auch untereinander geholfen. Wenn der eine was hat, was der andere braucht, wird ausgetauscht“, erzählt Lausch weiter.

Treff für Junge und Alte

Meist sind es fünf bis sechs Männer, manchmal aber auch bis zu 20. Die Jüngsten um die 30, die ältesten 78 Jahre. Zu letzteren zählt Helmut Köppe. Er ist fast jeden Sonntag dabei. „Da kommt man auch mal unter Leute und kann etwas ansprechen, wenn man zum Beispiel mal Hilfe im Garten braucht. Hier findet sich immer eine helfende Hand“, so der Rentner. Doch pünktlich um 12.30 Uhr wird der 11-Uhr-Tisch wieder geschlossen. Eine Uhr zeigt immer die aktuelle Zeit an. Danach geht jeder wieder seiner Wege. Meist zum Mittagessen nach Hause.

Von Steffen Brost

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