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Bad Düben Tiefensees Feuerwehr-Kameraden möbeln alte Handdruckspritze wieder auf
Region Bad Düben Tiefensees Feuerwehr-Kameraden möbeln alte Handdruckspritze wieder auf
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20:00 21.09.2017
Marius Lenzen, Michael Wolter, Kevin Sonnenberg und Ronny Küster (von links) helfen bei der Restaurierung und Pflege der historischen Omnibusspritze.
Tiefensee

Regelmäßig werkeln die Tiefenseer Feuerwehrkameraden in einer kleinen Garage im Bad Dübener Ortsteil an einem besonderen Schmuckstück. Seit vielen Jahren sind sie im Besitz einer historischen vierrädrigen Handdruckspritze vom Typ Omnibusspritze aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. „An der Spritze selbst steht die Jahreszahl 1926. Ob es auch das Baujahr ist, wissen wir nicht genau. Aber so um die Zeit muss es sein“, vermutet der stellvertretende Wehrleiter Ronny Küster.

1000 Reichsmark waren zu zahlen

1000 Reichsmark musste das Dorf damals für das Löschgerät hinblättern. Das war für damalige Verhältnisse viel Geld. Gebaut hat das historische Löschgefährt die Firma Bräunert, Specialfahrzeuge für Feuerlöschgeräte Bitterfeld. Bis heute ist es nahezu original erhalten. Nur die vier Wagenräder mussten jetzt erneuert werden. „Die alten Räder waren nicht mehr verkehrssicher. Die drohten einfach zu zerbrechen, weil das Holz über die Jahre morsch geworden ist. Außerdem weisen einige Holzspeichern Einschüsse von den Amerikanern nach, die kurz vorm Ende des zweiten Weltkrieges in Tiefensee einmarschierten und Warnschüsse vorm Dorf abgeben. Die Kugeln krachten damals durch das Holztor in das Löschgerät“, erzählte Michael Wolter.

Bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg im Einsatz

Bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg war die Handdruckspritze im Einsatz. Danach stand sie lange Zeit in diversen Unterstellmöglichkeiten und wurde nur zu größeren Ereignissen wie zu Umzügen herausgeholt. „Man brauchte immer zwei Pferde oder ein paar starke Männer, die die Handdruckspritze fortbewegen. Mittlerweile kümmern sich unsere Alterskameraden sowie die Jugendfeuerwehr um die Pflege unseres Oldtimers. Bis heute ist er einsetzbar und funktioniert tadellos“, so Küster. Wenn die Kameraden mit ihrer Handdruckspritze löschen wollen, braucht es vier starke Leute, die die beiden Holzstangen auf beiden Seiten des Löschgerätes auf und ab bewegen und somit über eine Doppelhubkolbenpumpe Druck erzeugen, dass das Wasser bis zu zehn Meter weit spritzen lässt.

Doch Pflege und Wartung verschlingen viel Geld. Bis heute haben die Kameraden eine vierstellige Summe in die Restauration und Erneuerung der vier Wagenräder investiert. „Das ging nur dank einiger Sponsoren“, sagte Küster.

Von Steffen Brost

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