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Tiefpunkt beim HKV in Bad Düben: Weniger als 400 Gäste besuchten den Fasching

Karneval in der Krise Tiefpunkt beim HKV in Bad Düben: Weniger als 400 Gäste besuchten den Fasching

Der Fasching in den ländlichen Regionen steckt in einer Krise. Zumindest wenn man sich die Zahlen der Vereine rings um Bad Düben anschaut. „Fasching ist nicht mehr so beliebt wie früher“, sagt Peter Oms, Präsident des Hammermühler Karneval Vereins (HKV) in Bad Düben. Aufgeben wollen die Naren aber nicht.

Vollen Bühneneinsatz beweisen die Mitglieder des Hammermühler Karneval Vereins.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Der Aschermittwoch ist vorbei, die Rathausschlüssel hängen bis auf den in Delitzsch wieder im Schlüsselkasten der Stadtoberhäupter. Doch es ist kein Geheimnis: Der Fasching in den ländlichen Regionen steckt in einer Krise. Zumindest wenn man sich die Zahlen der Vereine rings um Bad Düben anschaut. Ausgenommen vielleicht Eilenburg. Hier kamen allein zum Kinderfasching 750 Gäste.

In der Kurstadt träumt man von solchen Zahlen. In diesem Jahr waren 116 Kinder bei der Narrenschau im Heide Spa an Bord. Zwar ein paar mehr als noch im Vorjahr, aber der Trend geht nach unten. Das weiß auch der Präsident des Hammermühler Karneval Vereins (HKV) Peter Oms. „Die Gästezahlen sind rückläufig. Da muss man kein großer Rechner sein, um das herauszubekommen. Das ist aber woanders auch so. Fasching ist nicht mehr so beliebt wie früher“, sagt er.

Am Programm scheint das nicht zu liegen. Jedes Jahr packen die Hammermühler Karnevalisten ein buntes Feuerwerk an Tänzen, Sketchen und Büttenreden aus, begeistern die Gäste damit. Und die versprechen auch wieder zu kommen. „Ich denke eher, dass die aktuelle Generation Schwierigkeiten mit Feierlichkeiten hat. Die Älteren kommen noch, aber die nächste Generation scheint eher ein Faschingsmuffel zu sein“, so Oms.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre hat der HKV-Präsident auf einem weißen Blatt Papier aufgeschrieben. Im Jahr 2011 kamen noch insgesamt 611 zahlende Gäste in die Galaveranstaltung, Weiberfasching und Kinderkarneval. Ein Jahr später waren es genau 100 weniger. 2014 dann einer kleiner Lichtpunkt: 605 Eintrittskarten wurden verkauft. Ein Jahr später kamen dann wieder nur 512. Der Tiefpunkt scheint in diesem Jahr erreicht zu sein. Keine 400 Eintrittskarten wurden unter die Leute gebracht. Und dabei haben die Narren schon an den Örtlichkeiten gekürzt. Nach jahrelangen Auftritten im Schützenhaus suchte man sich vor über zehn Jahren das Heide Spa als neue Narrhalla aus. Doch schnell stellten die Narren fest, dass das Objekt viel zu groß ist. „Der Saal war manchmal nur halb voll. Einige Veranstaltungen mussten wir kurzfristig absagen. Dann gingen wir auch auf Tournee nach Glaucha und Löbnitz. Letztere ist mittlerweile auch nicht mehr auf dem Veranstaltungsplan. Nur in Glaucha funktioniert der Karneval immer noch und zeigt Stabilität. In diesem Jahr hatten wir insgesamt 137 feiernde Gäste in der grünen Muldenaue dabei“, erzählt der Präsident.

Das Konzept haben die Hammermühler bereits auf die Bedürfnisse ihrer Gäste ausgerichtet. Lag der Schwerpunkt früher bei den Büttenreden, stehen heute Sketche und Tänze auf der Beliebtheitsskala weit oben. In Bad Düben will man in Zukunft auch weiter in der Mehrzweckhalle am Kirchplatz feiern. Auch der Kinderfasching und der Weiberabend sollen Tradition bleiben. Und auch Glaucha bleibt im HKV-Kalender. „Wir machen auf jeden Fall weiter und werden überlegen, wie wir in Zukunft wieder mehr in unsere Veranstaltungen locken können. Andere haben auch diese Probleme und versuchen sie zu lösen. Wir geben nicht auf“, zeigt sich Oms kämpferisch.

Von Steffen Brost

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