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Tierhaltungsverbot für Straathof: Kommt jetzt das Aus für Wellaunes Sauenzucht?

Tierhaltungsverbot für Straathof: Kommt jetzt das Aus für Wellaunes Sauenzucht?

Europas größter Schweinzüchter Adrian Straathof, zu dessen Konzern die Sauenaufzuchtanlage in Wellaune gehört, darf keine Tiere mehr halten. Wie gestern berichtet, haben die Behörden in Sachsen-Anhalt gegen ihn ein bundesweites Tierhaltungsverbot verhängt, begründen dies mit Verstößen gegen Haltungsbedingungen.

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Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben/Wellaune. In der Stadt Bad Düben, wo Bürgern und Umweltinitiativen der Schweinebaron seit Langem ein Dorn im Auge ist, wird das Verbot begrüßt. Stadtverwaltung und Stadtrat kämpfen dort seit Jahren gegen Straathofs Erweiterungspläne in Wellaune, allen voran die Grünen, der Bund für Umwelt und Naturschutz und eine Bürgerinitiative, um die es zuletzt ruhig geworden ist. Straathof will in dem Stadtteil zusätzliche Ställe bauen, um den Tierbestand von derzeit 6000 auf 37 000 Schweine zu erhöhen. Das könnte jetzt hinfällig werden, denn die Stadt hält die Überplanung des Gebietes, auf dem die Anlage steht, aufrecht, was wiederum eine Erweiterung in Zukunft unmöglich macht. Andererseits könnte das Tierhaltungsverbot ohnehin das Aus für den Betrieb bedeuten, was wiederum Petra Würdig von den Grünen in Bad Düben hofft. Das Verbot sei "ein Schritt in die richtige Richtung", sagte die 58-Jährige. Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit hätten sich ausgezahlt. "Das haben wir natürlich auch den Tierrechtsorganisationen zu verdanken, die die Missstände in den Straathof-Ställen aufgedeckt haben", so Würdig weiter. Unter anderem auch in Wellaune, wie Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion in Sachsen, mitteilte. Recherchen der Tierschutzorganisation Animal Rights Watch hätten "massive Verstöße" in dem Betrieb aufgedeckt. Die Tierschützer fanden in Wellaune "erschreckende Zustände" vor. Gesunde Ferkel seien totgeschlagen und Sauen in viel zu engen Metallkäfigen fixiert worden. Es habe zudem kein sauberes Wasser gegeben und schwache beziehungsweise bereits tote Ferkel hätten teils tagelang im Stall herumgelegen, berichtete Günther und fordert "endlich auch in Sachsen die Voraussetzungen zu schaffen, um industrielle Tierhaltungsanlagen effizient kontrollieren zu können".

Petra Würdig und ihre Mitstreiter sehen sich jedenfalls in ihrem Handeln bestärkt. "Wir werden weiter dran bleiben." Für Wellaune wünscht sie sich, dass kein neuer Betreiber die Anlage übernimmt. "Das wäre für Bad Düben als Kurstadt das allerbeste." Roland Einsiedel von der Sächsischen Interessengemeinschaft Ökologischer Landbau in Kossa mutmaßt: "Wellaune wird sich erledigt haben." Bedenken hat er dennoch: "Straathof könnte die Betriebe auf eine andere Person übertragen."

Die Rechtslage sieht momentan so aus: Das Verbot betrifft Straathof persönlich, nicht dagegen seine als juristische Personen eigenständigen Firmen. Der Unternehmer hat sich inzwischen gegen das Tierhaltungsverbot zur Wehr gesetzt und vorläufigen Rechtsschutz vor dem Verwaltungsgericht erhalten. Direkte Folgen hat das Verbot damit zunächst nicht. Die Gerichte müssen jetzt entscheiden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2014
Von Nico Fliegner

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