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Bad Düben Tiglitzer Forst - "Wir haben hier keine Panzer"
Region Bad Düben Tiglitzer Forst - "Wir haben hier keine Panzer"
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00:01 21.04.2010
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Kreisgebiet

Aber auch, um sich zu Veröffentlichungen der Bürgerinitiative (BI) Tiglitzer Forst zu äußern. Denn die hatte eine „Beobachtung“ des Militärgeländes angekündigt.

Seibold wiederholt, dass dort nichts geschehe, was nicht schon seit 2005 bekannt ist. Wenn die BI äußere (Kreiszeitung 9. April): „Zuletzt verlauteten von der Bundeswehr neue Töne zum Tiglitzer Forst …“, werde der Eindruck erweckt, es würde über den lange bekannten Rahmen hinaus etwas stattfinden, was die Bevölkerung beunruhigen müsste. Dies sei irreführend und falsch.

Seit 2005 berichtet auch diese Zeitung darüber, dass mit der Stationierung der neuen Lehrgruppe ein Teil der Ausbildung verlagert werden muss, weil der Übungsplatz in Delitzsch nur Raum für eine Lehrgruppe bietet. Der Standortälteste Oberst Gerhard Seibold stellte dazu mehrfach dar, dass es sich um „Sicherungs- und Patrouillenausbildung handelt“, Tätigkeiten, die die Soldaten zu Fuß durchführen. Seibold verstehe nun nicht, warum die BI „wahrheitswidrig behauptet, im Forst würde auch mit sogenannter schwerer Technik“ geübt werden. Gemeint seien damit Kettenfahrzeuge. Dazu der Oberst: „Am Standort Delitzsch, auch dies habe ich etliche Male klar aufgezeigt, gibt es keine schwere Technik. Wir haben hier keine Panzer. Die Darstellung ist unsachlich. Hier werden falsche Tatsachen vorgetäuscht.

Seit 2005/06 ist klar, dass die Unteroffiziersschule des Heeres in Benndorf größer wird. Bis zum Ausbildungsbeginn am 1. Juli werden knapp 1300 Soldaten am Standort sein. Bisher waren es 600 und das Stammpersonal. Grundsätzlich, und das habe die USH auch in der Vergangenheit so gehalten, komme sie allen soweit entgegen, wie es möglich sei. Anträge, zum Beispiel des Vereins Naturpark Dübener Heide, Wanderungen an bestimmten Sonntagen auf festgelegten Wegen zu gestatten, wurden und werden im Einzelfall entschieden.

„Die Ausbildung hat oberste Priorität. Wir haben die Pflicht und Schuldigkeit, den Soldatinnen und Soldaten alles mitzugeben, was sie für ihren Einsatz brauchen“, unterstreicht Seibold gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Geschehen in Afghanistan mit mehreren gefallenen und zum Teil schwerstverwundeten Soldaten mache auf dramatische Weise deutlich, welchen Stellenwert gute Ausrüstung und gute Ausbildung haben. Seibold: „Es sollte jedem in diesem Lande daran gelegen sein, dass wir unsere jungen Feldwebel optimal vorbereiten, sie also so gut wie möglich ausbilden, damit sie die Aufträge, die ihnen das Parlament erteilt hat, erfüllen können und damit sie eine gute Chance haben, die Einsätze mit ihren unterstellten Soldaten heil und unversehrt durchzustehen."

Gefahrenstufe Alpha sei übrigens die niedrigste, die es gebe. Das ist nicht überall so, wo Soldaten dienen. Hintergrund: Im Jahr 2004 wurde vom Bundesministerium der Verteidigung entschieden, Delitzsch als Bundeswehrstandort für die Unteroffizierschule des Heeres zu erhalten und ab dem Jahr 2009 mit der Stationierung einer zweiten Lehrgruppe – der Lehrgruppe C aus Weiden – zu erweitern. Zur Aufnahme dieser neuen Lehrgruppe mit rund 450 Soldaten werden derzeit am Standort Delitzsch Baumaßnahmen in erheblichem Umfang, zum Großteil von regionalen Unternehmen, ausgeführt. Ohne ausreichende Ausbildungsinfrastruktur, und hierzu zählt ganz maßgeblich der Tiglitzer Forst, hätte die Entscheidung zur Aufstellung der Unteroffizierschule des Heeres mit zwei Lehrgruppen in Delitzsch nicht getroffen werden können. An der USH erhalten ab Juli etwa zwei Drittel aller Feldwebelanwärter des deutschen Heeres und der Streitkräftebasis ihre Laufbahnausbildung in Form des Feldwebellehrgangs, allgemeinmilitärischer Teil. Dabei steht im Vordergrund, die angehenden Feldwebel zum Führen einer Gruppe in unterschiedlichen Lagen zu befähigen. Diese Ausbildung ist Teil dessen, was die Männer und Frauen benötigen, um später in den Auslandseinsätzen bestehen zu können.

Der Standortübungsplatz im Tiglitzer Forst ist Eigentum der Bundeswehr. Er ist als „Militärischer Sicherheitsbereich“ gekennzeichnet und daher für Zivilpersonen gesperrt.

Frank Pfütze

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