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Tourismus in Bad Düben: Ölmühle soll Top-Ziel werden

Neuausrichtung Tourismus in Bad Düben: Ölmühle soll Top-Ziel werden

Der überraschende Tod von Katharina Scharr im Frühjahr hat die Bad Dübener Museumsdörfler tief getroffen. Die langjährige Vorsitzende prägte mit ihrer persönlichen, herzlichen und menschlichen Art das Gesicht des Vereins, der unter neuer Führung vor einer großen Aufgabe steht.

Jens-Martin Walther ist der neue Vorsitzende des Museumsdorf-Vereins.

Quelle: Hans-Joachim Stelter

Bad Düben. Den Verein in seinem Bestehen zu stärken und weiterzuentwickeln, die Mühle als Museum weiterzuführen, Veranstaltungen anzubieten, die regelmäßige Öffnung der Objekte an Wochenenden und Feiertagen zu stemmen und mit der jetzt anstehenden Sanierung der Ölmühle auch eine Neuausrichtung anzugehen: "Das ist gewaltig", sagt Jens-Martin Walther. Der 51-Jährige ist der neue Mann an der Spitze und hat mit Klaus Morgenstern als Vize, Andrea Schmidt als Schatzmeisterin, Manfred Lüderitz, Werner Wartenburger, Eckehard Liebmann, Ingo Prophet und Lutz Mehrer engagierte Mitstreiter direkt um sich. "Wir haben aber auch schon angefangen, die Aufgaben im rund 80 Mitglieder fassenden Verein auf breitere Schultern zu verteilen. Das funktioniert wunderbar", ist der Vorsitzende zufrieden.

Dass sich der Bad Dübener dieser Aufgabe stellt, kommt nicht von ungefähr. Jens-Martin Walther lebt seit 21 Jahren in Bad Düben. Der Mühlhausener studierte Ende der 1980er-Jahre in Leipzig und Halle, landete mit der Familie auf die Frage "Stadt oder Häuschen?" in der Region. "Bad Düben hat Potenzial", befand er und sieht das heute noch so. Es sei ihm nicht leicht gefallen, in der fremden Umgebung anzukommen. "Das ist aber gelungen", sagt der Vater eines 28-jährigen Sohnes. Beruflich berät er im Auftrag der Ceyoniq Technology GmbH mit einer Niederlassung in Leipzig Firmen und Behörden in IT- und Organisationsfragen.

Für die Entwicklung seines Ortes bringt er sich ein, Schwerpunkte wie Verkehrsanbindung, weiterführende Schule, Kur, Naherholung und Tourismus als übergreifender Wirtschaftsfaktor für die Stadt - das sind seine Themen. Zuletzt trat er für die CDU zur Kommunalwahl an, ist berufenener Bürger im Verkehrs- und Umwelt-Ausschuss des Kreistages und schloss sich vor drei Jahren dem Museumsdorf-Verein an. Die Affinität zum Kochen verhalf Walther zu einem neuen Hobby: Brot backen im mühleneigenen Ofen. Die Entscheidung, schließlich gar den Verein zu führen, sei nicht von heute auf morgen gefallen. Schließlich gehe mit dem Ehrenamt auch eine große Verantwortung einher. Mit der anstehenden Sanierung der Ölmühle, den Schauwerkstätten, die alte Handwerke wie die des Schuh-, Korb- oder Schindelmachers erlebbar machen sollen, neuen Ausstellungs- und Vortragsräumen sowie einer Bibliothek soll die Ölmühle auf dem Gelände der Obermühle auf drei Etagen zu einem der wichtigsten touristischen Ziele in der Kurstadt werden. Die bauliche Seite – unter dem Blickwinkel, dass der Fördermittel-Bescheid mittlerweile vorliegt – ist Sache der Stadt. "Hier sind wir eng mit der Stadtverwaltung und der Bürgermeisterin im Kontakt."

Die nächste Aufgabe ist Sache des Vereins – das Ganze mit einem tragfähigen Betriebskonzept zu untermauern. Alle drei Wochen trifft sich der Vorstand. Wichtige Fragen des künftigen Betriebes sind zu klären und Aspekte zu berücksichtigen, wie das Neue in das durch die Vereinsmitglieder in den letzten Jahren schon Geschaffene eingebunden werden kann. Ein weiteres Anliegen, so Walther, sei es, die Obermühle mit der Bockwindmühle und der zu sanierenden Ölmühle als wichtigen Standort für Bad Düben zu pflegen, weiterzuentwickeln und zu zeigen, "dass dies ein Platz ist, wo sich alle gern begegnen und der offen ist für die Dübener und ihre Gäste".

Katharina Scharr war es, die einst eine Handvoll Mitstreiter um sich versammelte und sagte: Wir gründen einen Verein. "Wer heute das Museumsdorf sieht und was draus geworden ist, das ist einmalig. Alles, was sie tat, war von ihrem Denken, von ihrer Weitsicht geprägt", sagt Jens-Martin Walther und formuliert auch deshalb als klares Bekenntnis: "Das muss so fortgeführt werden."

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