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Touristen sollen die Dübener Heide besser erreichen

Bad Düben Touristen sollen die Dübener Heide besser erreichen

Wer mit dem Bus oder der Bahn den länderübergreifenden Naturpark Dübener Heide an den Wochenenden erleben will, hat schlechte Karten – er kommt meistens nicht weit. Eine neue Initiative sucht jetzt nach Lösungen.

Die Heide-Bahn war voriges Jahr von April bis Oktober von Eilenburg bis Lutherstadt Wittenberg unterwegs. Sie stellt saisonal das derzeit einzige Angebote dar, Gäste vom sächsischen Teil der Dübener Heide nach Sachsen-Anhalt zu befördern – und umgekehrt.

Quelle: Steffen Brost

Nordsachsen. Der Naturpark Dübener Heide wird gern als klassische Ausflugsregion beworben. Die Leipziger und Hallenser sollen unter dem Slogan „Wochenende ist Heidezeit“ zum Wandern, Radfahren, auf Exkursionen oder einfach nur zum Naturgenießen in die Region kommen. Doch gerade das ist problematisch: Denn wer als Großstädter nicht über ein Auto verfügt, hat schlechte Karten. Eine Bahnverbindung gibt es nicht – mit Ausnahme der Heide-Bahn, die 2017 aber nur saisonal zwischen Eilenburg und Wittenberg pendelte. Und selbst die Busverbindungen sind nicht länderübergreifend, obwohl die Dübener Heide zu Teilen in Sachsen und Sachsen-Anhalt liegt.

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Diverse Arbeitsgruppen auf behördlicher Ebene und Interessenvertretungen wie der Städtebund Dübener Heide haben sich schon damit beschäftigt, ohne aber eine funktionierende Lösung zu finden. Jetzt soll unter Federführung des Naturparkträgervereins Dübener Heide und des Landkreises Wittenberg eine neue bundesländerübergreifende Initiative starten, die jüngst auf der Tagung der Lokalen Aktionsgruppen der Dübener Heide (LAG) in Pressel vorgestellt wurde.

Unzufriedenheit mit ÖPNV

Der Doberschützer Bürgermeister Roland Märtz (CDU), zugleich LAG-Vorsitzender im sächsischen Teil der Heide, und Regionalmanager Josef Bühler, der die EU-Förderphase Leader koordiniert, zeigten sich froh, dass die Vertreter aus Nordsachsen, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg dem Vorhaben grünes Licht gaben. „Wir haben eine Mobilitätslücke in ausreichendem Maße, vor allem am Wochenende“, betonte Bühler vor dem Gremium und berief sich auf eine nicht näher erläuterte Umfrage unter touristischen Leistungsanbietern in der Region, wonach zwei Drittel der Befragten geäußert hätten, dass sie mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unzufrieden sind und diesen als „nicht ausreichend“ bewerteten.

Aber nicht nur die fehlenden Angebote an Wochenenden sind ein Problem, sondern auch fehlende Berufsverkehre unter der Woche, vor allem für Azubis. Wer beispielsweise als junger Mensch ohne Führerschein in Bad Düben wohnt und in Wittenberg seine Lehrstelle hat, kommt nicht ohne weiteres dorthin. Er muss sehen, dass er irgendwie zunächst nach Gräfenhainichen gelangt und von dort aus per Bahn weiter in die Lutherstadt.

Studie soll Lösungen bringen

Das Mobilitätsprojekt, das der Verein Dübener Heide und der Landkreis Wittenberg jetzt gemeinsam an den Start bringen, will an diesen zwei Punkten ansetzen: Lösungen für Freizeitverkehre und für Berufsverkehre finden. Dazu soll zunächst eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden, die tragfähige Lösungen präsentiert und dabei auch E-Bike-Angebote näher beleuchtet. Stehen dann konkrete Maßnahmen fest, sollen die in die Praxis umgesetzt und beworben werden.

Bühler und Märtz ist dabei wichtig, dass es dabei nicht um eine Neuausrichtung des gesamten ÖPNV in den Regionen geht, sondern um neue Angebote, die mit dem ÖPNV vernetzt werden. Kooperationspartner sind der Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Tourismusverbände, das Eisenmoorbad in Bad Schmiedeberg und das Heide Spa Hotel & Resort in Bad Düben, der ADFC, S-Bahn-Betreiber sowie Kommunen und Betriebe, die ausbilden. Bis März 2019 soll die Studie, die über das EU-Programm Leader zu 90 Prozent gefördert wird, vorliegen.

Von Nico Fliegner

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