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Trauer in der Dübener Heide: Maler Wolfgang Köppe ist tot

Nachruf Trauer in der Dübener Heide: Maler Wolfgang Köppe ist tot

Der in Tornau bei Bad Düben lebende Künstler Wolfgang Köppe ist tot. Er verstarb am Donnerstag im Alter von 91 Jahren in seinem Haus, wie der Verein Dübener Heide und die Gemeinde Tornau am Freitag mitteilten.

Heidemaler Wolfgang Köppe, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2005, ist am Donnerstag im Alter von 91 Jahren verstorben.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. „Ohne Bäume wär’ die Welt öd und leer.“ Ein Satz, den Wolfgang Köppe anlässlich des Holzskulpturenfestes im Jahr 2011 den Pressevertretern energisch in den Notizblock diktierte. Jedes Jahr lobte er im Vorfeld des Kunst-Wettbewerbs ein neues Motto aus. Das letzte, so viel ist nunmehr gewiss, im vorigen Sommer. Wolfgang Köppe hat diese Welt verlassen. Der Künstler ist am Donnerstag im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Tornau friedlich eingeschlafen.

Weggefährten und Freunde wie Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide, würdigen sein Lebenswerk: „Mit Wolfgang verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit in unserer Heide. Er hat sich immer für die Belange seiner, unserer Heimat stark gemacht und junge, künstlerisch begabte Menschen aus ganz Europa gefördert. Unsere Gedanken sind jetzt bei seiner Frau Monika und der Familie.“

Bekannt durch „Bitterfelder Fraktale“

Wolfgang Köppe engagierte sich seit den 1990er-Jahren im Verein Dübener Heide und hatte die Idee für den Internationalen Holzskulpturenwettbewerb, der jedes Jahr in der Dübener Heide stattfindet. Holzkünstler aus verschiedenen Teilen Europas reisen Sommer für Sommer in die Region und zeigen ihr Können. Ohne Köppe gäbe es dieses Fest nicht. „Für mich war Wolfgang Köppe jemand, der es als höchstes Gut betrachtete, dass sich die Jugend frei in Europa bewegen konnte und es liebte, wenn sich die Jugend Europas auf seiner Wiese traf“, sagt Naturparkleiter Thomas Klepel.

Wolfgang Köppe war 1926 in Bad Schmiedeberg geboren und seit seiner Jugend künstlerisch tätig. Nach 1945 entstanden in englischer Kriegsgefangenschaft seine ersten Werke, die auch in England ausgestellt wurden. Dort war er in den Jahren 1946 bis 1949 Schüler bei G. Gascoin, später in Deutschland bei den Künstlern Werner Tübke und Gerhard Lichtenfeld.

Erfinder des Holzskulpturenfestes

Künstlerische Anerkennung erlangte Köppe, der in der ehemaligen DDR im Chemiekombinat Bitterfeld in der Kulturabteilung beschäftigt war, als Erfinder der „Bitterfelder Fraktale“ – eine völlig neue Kunstrichtung. Der beim Malen eingesetzte Pinsel entfiel durch den Einsatz von Cekarol-Farben, die die Bildfläche mittels eines eigens von Köppe entwickelten Verfahrens beschichteten. Mit dieser Technik machte er sich im In- und Ausland einen Namen. Über 100 Werke dieser Art entstanden. Nach der politischen Wende führte der Künstler mehrere internationale Seminare zu diesem Thema durch und gab heutigen regionalen Künstlern wie Rita Weber aus Bad Düben Unterricht und eine Plattform. Außerdem gestaltete er zahlreiche Ausstellungen; derzeit ist eine Auswahl seiner Bilder in der Galerie am Ratswall in Bitterfeld-Wolfen zu sehen.

Weit über 3000 Aquarelle hat Wolfgang Köppe geschaffen, hinzu kommen 1500 Öl-Bilder, Fraktale und Skizzenbücher. Heimatforscher Hans Funk sagte einmal über Köppe, dass man ihn nicht auf den Begriff „Heidemaler“ reduzieren könne. Sein gesamtkünstlerisches Werk sei zwar von der Liebe zur Heimat geprägt, aber seine Ideen speisten sich aus vielen Quellen.

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Heidemaler Wolfgang Köppe lebte für die Kunst und das Miteinander der Menschen. Wir haben im Archiv gesucht und Bilder mit Wolfgang Köppe aus den vergangenen Jahrzehnten gefunden.

Zur Bildergalerie

Wolfgang Köppe war aber nicht nur als Maler bekannt. Er stellte auch Skulpturen aus Holz her und fertigte Baumstudien an. Er war immer davon überzeugt, dass Bäume eine Seele haben und Bäume auch Brücken zwischen Menschen bauen können. Der Beweis für letzteres war sein Holzskulpturenwettbewerb. Auch als es ihm gesundheitlich nicht mehr so gut ging und die Kräfte von Jahr zu Jahr nachließen, brachte er sich für das Fest ein. „Wolfgang Köppe hat mit dieser Idee etwas Bleibendes geschaffen. Heute ist es das größte und schönste Sommerfest der Dübener Heide. Als Heidemaler war er ein Original. Mit Wolfgang Köppe verlieren wir einen Menschen, der in und für unsere Heimat lebte“, sagt Gräfenhainichens Bürgermeister Enrico Schilling (CDU). Einheimische Skulpturenkünstler wie Raik Zenger aus Bad Düben hat Köppe gefördert. „Durch Wolfgang habe ich erst zur Holzkunst gefunden. Er hatte immer Ideen und gab Hilfestellungen. Wenn ich seine Hilfe brauchte, war er da. Für das Frühjahr hatten wir schon neue Pläne“, so Zenger. Tornaus Ortsbürgermeister Udo Reiss (parteilos) sagte, man werde „sein Andenken stets in Ehren halten“.

Hohe Auszeichnungen

Wolfgang Köppe erhielt 2003 den Heidepreis und wurde Ehrenmitglied im Verein Dübener Heide. 2005 wurde ihm die Verdienstmedaille des Bundesverdienstkreuzes für sein künstlerisches Lebenswerk verliehen. Seit 2006 ist er Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde. „Der Heideverein hat Wolfgang viel zu verdanken. Wir werden ihn, seine guten Ratschläge und sein Wissen sehr vermissen“, so Mitzka.

„Ohne Bäume wär’ die Welt öd und leer“, sagte Wolfgang Köppe einmal. Ohne ihn ist sie es gewissermaßen auch.

Von Nico Fliegner

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