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Treibgut verfängt sich an Brücke, Druckleitung an der Burg platzt

Treibgut verfängt sich an Brücke, Druckleitung an der Burg platzt

Die Altstadt ist im Zuge der Hochwasserlage weitgehend mit einem blauen Auge davon gekommen - lediglich Am Lauch, und hier besonders in der Stadtmühle und Arztpraxis, war der Muldepegel 20 Zentimeter höher als beim Hochwasser 2002. 1,40 Meter stand es gestern in den Häusern.

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Unterhalb der Burg platzt ein Abwasserdruckleitung. Erst mittels schwerer Technik und 100 Tonnen Sand kann das Wasser gestoppt werden.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. 16 Anwohner sind evakuiert worden. Die Verstärkung von Deichen und Spundwänden beim Maschinenbauer Profiroll Technologies hat indes funktioniert. Das Wasser war auch nicht über die Muldebrücke geschwappt, wie am Montag noch befürchtet wurde. Zwischen 10 und 50 Zentimeter waren Luft. Der Krisenstab um Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) war dennoch besorgt. Denn Treibgut drohte zu einer ernsten Gefahr zu werden - die Bundespolizei kam mit Spezialtechnik zum Einsatz. Mit einem Bagger sollten am Montagabend angeschwemmte Baumstämme, die sich angestaut hatten, beseitigt werden. Doch der Kran bekam die Stämme nicht zu fassen. Glücklicher Umstand: Die Bäume gerieten während der Aktion von allein in Bewegung und schwammen unter der Brücke durch.

Am späten Montagnachmittag war dann eine Abwasserdruckleitung im Burggarten geplatzt. Eine vier Meter hohe Fontäne schoss plötzlich empor. Innerhalb kürzester Zeit war der Burggarten geflutet. Das Wasser lief in die Neuhofstraße, Lutherstraße und Kirchstraße und setzte kleine Teile der Stadt vorübergehend unter Wasser. Anrainer befürchteten, dass es sich um das Hochwasser handelte. Die Polizei sperrte die betroffenen Bereiche ab, Pumpen kamen zum Einsatz.

Einsatz auch für die Bau- und Haustechnik Bad Düben am Montag gegen 20 Uhr: Nach Anforderung der Polizei und Straßenmeisterei stellte das Unternehmen zwei 40-Tonnen-Laster auf die Muldebrücke. Grund: In der Nacht zu gestern sollte der Hochwasser-Scheitel Bad Düben passieren. Das Gewicht der Laster sollte die Brücke in ihrer Verankerung halten, wie Stadtrat Uwe Kulawinski, der den Krisenstab gestern verstärkte, erklärte.

Noch am selben Abend befüllten rund 150 Freiwillige, darunter auch zahlreiche Bundespolizisten, weitere Sandsäcke. Diese sollten bei Gefahr in der Friedensstraße gestapelt werden.

Alarm dann gegen 2.30 Uhr: Weil der Muldepegel binnen 30 Minuten um zehn Zentimeter angestiegen war, errichteten Einsatzkräfte der Feuerwehr in der Neuhofstraße und an der Burg vorsorglich einen Sandsackwall.

+++ Hochwasser-Telegramm +++

Spendenkonto für Gruna: Angesichts der dramatischen Lage ist für das Dorf Gruna gestern ein Spendenkonto über die Gemeinde eingerichtet worden. Der Verein Zukunftswerkstatt Dübener Heide hat dies zusammen mit Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) entschieden. Die Daten: Volksbank Delitzsch, Konto-Nummer: 13009104, BLZ: 86095554. Das Geld ist zunächst für die Versorgung der Grunaer im Notquartier im Ländlichen Bürgerzentrum in Laußig gedacht. "Wir sind auch für geeignete Sachspenden und Lebensmittel dankbar", teilte Michael Seidel, der Vereinsvorsitzende, mit. Bitte vorab im Büro melden. Telefon: 034243/342763. Weitere Infos finden Sie auch auf der Homepage des Vereins unter www.zw-dh.de.

Praxis verlegt: Weil die Arztpraxis von Monika Ruf-Lehmann vom Hochwasser betroffen ist, gibt es ein Ausweichquartier für Patienten. "Dankenswerterweise hat mir der Kollege Wolfhard Fischer seine alten Praxisräume in der Bitterfelder Straße zur Verfügung gestellt. Wir richten uns dort jetzt ein. Ab Montag können meine Patienten dann in die Bitterfelder Straße kommen", so die Ärztin gegenüber der LVZ. Die Öffnungszeiten sind die selben wie am Lauch. Auch die Telefonnummer. Ruf-Lehmann ist unter 034243/71447 zu erreichen.

Sandsäcke für Dommitzsch: Weil für die Stadt Bad Düben offenbar keine Gefahr mehr droht, sollen jetzt die Sandsäcke für drohende Hochwassergebiete an der Elbe, unter anderem für Dommitzsch, bereitgestellt werden. Das sagte gestern Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Ihr Wunsch an die Dübener: Sie sollen heute mit anpacken und die Säcke auf den Paradeplatz bringen, wo sie abtransportiert werden. Die Aktion hat bereits gestern begonnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.06.2013

Nico Fliegner / Steffen Brost

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