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Tschechien profitiert von Nordsachsens Biber-Experten

Wissen, was der Nager tut Tschechien profitiert von Nordsachsens Biber-Experten

Manchmal bietet der Blick von außen die Chance auf den besonderen Blickwinkel samt Anerkennung für das Geleistete. Jitka Uhliková, die jetzt das Bibermanagement in Sachsen anhand der Modellregion Naturpark Dübener Heide kennenlernte, verbarg ihre Hochachtung jedenfalls nicht.

Tilo Bischoff (rechts) führt die Gäste in der Nähe des Zscheppliner Schlossparkes zu einem Weizenfeld, das die Biber innerhalb von zwei Wochen vernässt haben.

Quelle: Ilka Fischer

Bad Düben/Zschepplin. "Hier wurde schon ein gutes Stück weit gelernt, miteinander umzugehen", sagt Jitka Uhliková. Besonders beeindruckte die Zoologin, die für Tschechien einen Bibermanagementplan ausarbeiten soll, "was freiwillige Helfer bewirken und wie sie mit Leuten, die hauptamtlich Biberinteressen vertreten, zusammenarbeiten". Auch, dass sich Interessenvertreter der Biber, Landwirte und Politiker an einen Tisch setzen, das "ist so bisher in Tschechien nicht vorstellbar".

Dass es in Sachsen, wo der Biber gegenüber dem rund 200 Jahre biberfreien Tschechien einige Jahre Vorsprung hat, dennoch nicht ohne Konflikte abgeht, wurde bei dem mehrtägigen Arbeitsbesuch aber nicht verheimlicht. So konnte die Biberrunde bei ihrem Besuch der Agrargenossenschaft Hohenprießnitz nur in Gummistiefeln über ein frisch sprießendes Weizenfeld in der Nähe des Schlossparks Zschepplin laufen. Tilo Bischoff, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft erklärte: "Die frische Weizensaat ist vernässt. Das war das Werk von nur 14 Tagen." Er sprach kritisch an, dass die über Jahre von der Kommune vernachlässigten Gräben den Bibern die Arbeit zusätzlich erleichtern und dass die Ausgleichszahlung von 5000 Euro im Jahr die Ausfälle nicht kompensiere. Dennoch müsse man auch in seiner Genossenschaft, die 2000 Hektar mit Weizen, Raps, Gerste, Roggen und Mais bestellt und bei der die Biber bis zu acht Felder unter Wasser setzen, mit dem Nagetier leben.

Wie das am besten gelingt, das war auch das Thema einer abschließenden Gesprächsrunde. Janine Meißner, die im Naturpark Dübener Heide seit 2102 für das Bibermanagement verantwortlich zeichnet, zog dazu folgendes Resümee: "Ein Austausch in solch einer Intensität war für mich Premiere. Es ist nie verkehrt, zu wissen, dass sich anderswo jemand mit ähnlichen Sachen beschäftigt." Ziel sei es, das Zusammenleben mit den Bibern möglichst konfliktarm zu gestalten. Vorgestellte Lösungen wie Elektrozäune um einzelne Bäume oder auch Drainagerohre, mit denen die Stauhöhe der Dämme begrenzt werden können, seien nur zwei Möglichkeiten. Als perfektes Schlusswort empfand sie eine Äußerung von Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos). Dieser hatte hervorgehoben, "dass wir einfach lernen müssen, uns mit dem Biber die begrenzte Ressource Land zu teilen."

Von Ilka Fischer

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