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Bad Düben Turmuhr auf dem Görschlitzer Gotteshaus tickt nicht mehr richtig
Region Bad Düben Turmuhr auf dem Görschlitzer Gotteshaus tickt nicht mehr richtig
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10:31 17.02.2016
Die Uhr im Kirchturm Görschlitz fällt immer wieder aus. Doch das Geld für ein neues Uhrwerk kann sich die Gemeinde zur Zeit nicht leisten. Quelle: Steffen Brost
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Authausen/Görschlitz

Das Geld für dringend notwendige Kirchensanierungen im Kirchspiel Authausen ist knapp. Eigentlich ist die Kasse sogar fast komplett leer. In den vergangenen Jahren konnte zudem fast aus dem Vollen geschöpft werden. Dank großzügiger Förderungen konnten 2014 in Görschlitz Kirchturm und Dach für 140 000 Euro saniert werden, in Authausen wurde im vergangenen Jahr der Kirchturm für 40 000 Euro auf Vordermann gebracht, in Kossa begann die Sanierung der Friedhofsmauer und in Pressel soll bald elektronisch geläutet werden.

Doch die Aufgabenliste an den zum Teil maroden Gotteshäusern ist eigentlich viel länger. In Authausen reichte das Geld nur für den Turm. Das löchrige Dach vom Kirchenschiff wird wohl löchrig bleiben und noch eine Weile auf eine Komplettsanierung warten müssen. „Wir müssten neu eindecken. Es gibt einige Lecks im Dach. Das Geld reicht aber immer wieder nur für kleinere Reparaturen. Auch das Eingangsportal benötigt eine Erneuerung. Experten haben da schon Risse festgestellt. Allerdings können wir derzeit keine Anträge auf Fördergelder stellen. In der aktuellen Leader-Förderperiode haben wir keine Chance. Jetzt müssen wir wohl erstmal zwei bis drei Jahre warten, ehe vielleicht neues Geld kommt“, sagt Pfarrer Andreas Ohle.

Etwas anders ist die Situation im benachbarten Kossa. Die Kirche erstrahlt in alter Schönheit. Jetzt wird noch die Friedhofsmauer in Teilbereichen erneuert. Die war einsturzgefährdet und musste abgerissen werden. „Ich warte auf eine Entscheidung vom Ortschaftsrat. Dann kann im Frühjahr die Mauer neu hochgezogen werden“, so Ohle.

In Pressel laufen derzeit die vorbereitenden Arbeiten für den Einbau einer elektronisch gesteuerten Glockenanlage. Bisher wurde im Heidedorf immer noch per Hand geläutet. Das wird sich bald ändern. Rund 12 000 Euro gibt die Kirchgemeinde für die Modernisierung aus. Ebenso für den zweiten Bauabschnitt der Friedhofsmauer. In diesem Jahr soll für rund 10 000 Euro ein weiteres Teilstück der Mauer erneuert werden.

Was die Uhr geschlagen hat, wissen die Görschlitzer derzeit nicht immer. Denn die Turmuhr versagt regelmäßig ihren Dienst. „Ein Uhrmacher hat sich das Dilemma angeschaut und festgestellt, das eine Reparatur nicht mehr viel Sinn macht. Ein neues Uhrwerk muss her. Das kostet aber 2500 Euro. Geld, das derzeit nicht vorhanden ist. Wir können bloß auf einen Spender hoffen. Denn im vergangenen Jahr ist das ganze Geld für die Turm- und Schiffsanierung draufgegangen“, erzählt Pfarrer Ohle.

Ein generelles Problem im Kirchspiel Authausen sind die teilweise maroden Kirchenorgeln. Bis auf Pressel sind alle in einem ziemlich desolaten Zustand. Eine Besichtigung sowie ein Kostenvoranschlag eines Orgelbauers brachte traurige Klarheit. Allein in Görschlitz müssten rund 46 000 Euro in eine notwendige Instandsetzung des Kircheninstrumentes gesteckt werden. „Hier ist vieles defekt. Angefangen vom Blasebalg, den Orgelpfeifen und der Orgelwinderzeuger. Auch die Orgeln in Authausen und Kossa müssten mal überholt werden. Alles in allem eine hohe fünfstellige Summe. Geld ist dafür derzeit auch nicht da. Denn wir müssten diese Arbeiten alleine über die Gemeindebeiträge, Spenden und die Kollekte finanzieren. Und das ist davon nicht machbar“, weiß Ohle, dessen Zukunft als Pfarrer in Authausen ungewiss ist. Ob und wie lange er noch in der Gemeinde tätig ist, steht in den Sternen. 2017 endet die sogenannte Endsendungszeit. Danach kann sich Andreas Ohle auf neue Stellen bewerben oder auch versetzt werden. „Die Situation in der Kirche ist noch unklar. Viele Stellen werden gestrichen und zusammengelegt. Siehe Bad Düben und Eilenburg. Künftig müssen sich beide Städte einen Pfarrer teilen. Das wird auf dem Land nicht anders sein. Viele Pfarrstellen werden zusammengelegt. Wie das bei mir weitergeht, ist nicht klar. Allerdings würde ich schon ganz gerne hier bleiben“, so Ohle.

Von Steffen Brost

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