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Bad Düben Unerwarteter Geldsegen: Dübenes Theater-Macher sind baff
Region Bad Düben Unerwarteter Geldsegen: Dübenes Theater-Macher sind baff
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00:21 07.07.2015
In Szene zwei flippt Oma Liesbeth, gespielt von Angelika Lippold (zweite von links), aus. Nur mit großer Mühe kann sie von den anderen gestoppt werden. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Sage und schreibe 10 370 Euro kamen dabei zusammen. Genug, um die Signale für das Bad Dübener Open-Air-Theater endgültig auf grün zu stellen. "Ich bin überrascht. Ich war bei dieser Idee von Henriette Lippold eigentlich skeptisch. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass so etwas funktioniert. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass so viel Geld zusammengekommen ist", sagt Kaminsky.

77 Unterstützer und Geldgeber aus ganz Deutschland, von der einfachen Privatperson bis hin zum Firmenchef, beteiligten sich an der Aktion, zahlten Beträge zwischen 5 und 1000 Euro auf das Konto ein, darunter von vielen Einheimischen. 8952 Euro waren das eigentliche Ziel. Und das wurde mit 116 Prozent sogar übertroffen. Wäre die Summe nicht zusammengekommen, hätten die potenziellen Geldgeber ihr Geld zurückbekommen. Viele spendeten anonym, andere mit Namen und Hausnummer. Alle Geldgeber dürfen sich jetzt auf kleine Gegenwerte freuen, denn das Theater-Team hat für jede Spende kleine Gegenleistungen ausgelobt. Die reichen von einer Postkarte aus Casern-City, über ein Westernkochbuch, Spiele, das Regiebuch, eine Honigpeelingmassage bis hin zur eigenen Werbung während der Theatertage auf dem Spielgelände.

Während seit dem 1. Juli bereits im Internet die Tickets erworben werden können, gibt es sie seit gestern auch direkt bei "Der gute Blumengeist", im Naturparkhaus, Heide Spa und auf der Burg in Bad Düben. Die Ticketpreise liegen zwischen 10 Euro (ermäßigt), 15 Euro (Vollzahler) und 30 Euro für eine Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder bis 16 Jahre). Das Theater-Team weist darauf hin, dass bei jedem Wetter gespielt wird.

Mittlerweile laufen die Proben auf Hochtouren. Aktuell wird an der zweiten Szene geübt. "Das ist eine Menge Arbeit. Ich habe sie anfangs etwas unterschätzt. Doch jetzt klappt alles wie am Schnürchen. Wir werden pünktlich fertig", sagt Kaminsky. Für die beiden 16-jährigen Aicha Bracht und Jonas Runk wird das Stück eine Premiere. Denn beide spielen ein Liebespaar. Jonas kam durch seinen Patenonkel Norbert Britze zu den Theatermachern. Aicha ist schon ein kleiner Profi. Seit Jahren spielt die Zehntklässlerin beim Eilenburger Laientheater. "Das macht total viel Spaß, mit den Profis zu arbeiten. Das Stück hat etwas von Romeo und Julia. Und die Kuss-Szenen müssen wir auch noch mal irgendwann üben", lächelt der Teenager. Angelika Lippold aus Bad Düben machte bereits 2012 mit und wird im Stück Oma Liesbeth spielen. "Der Text wird immer und immer wieder durchgelesen, bis er sitzt. Ist wie Gedicht auswendig lernen."

Über 70 Hobbyschauspieler, Statisten, Zaungäste und Profis spielen im Stück mit. Die Geschichte führt in eine fiktive Zeit an einen fiktiven Ort. Endzeitstimmung und Wassernotstand haben die Bevölkerung von Casern-City eng zusammengeschweißt. Als dann plötzlich Fremde auftauchen, steht das kleine Städtchen Kopf. Der Western in der ehemaligen NVA-Kaserne in Bad Düben hat am 29. August Premiere. Weitere Spieltermine sind der 30. August sowie der 5., 6., 11. und 12. September.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2015
Von Steffen Brost

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