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Bad Düben Unkraut statt Radieschen: Was wird aus Laußigs Tafelgärten?
Region Bad Düben Unkraut statt Radieschen: Was wird aus Laußigs Tafelgärten?
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14:17 19.05.2015
Blick auf die Tafelgärten: Auf dieser Fläche sollte längst Gemüse angebaut sein, doch der Gemeinde fehlte die Bewilligung des Jobcenters für Arbeitskräfte. Quelle: Nico Fliegner

Eine Leserin machte jetzt die Kreiszeitung darauf aufmerksam und fragte: Warum tut sich nichts mehr in den Tafelgärten der Gemeinde Laußig?

Ambitionierte Kleingärtner sind mittlerweile allerorts im Glück: Dank des optimalen Wetters wächst und gedeiht es im heimischen Kleinod. Einige ernten sogar schon freudig die ersten Radieschen. Von einem solchen Glück würden auch gern Hartz-IV-Empfänger in der Gemeinde Laußig sprechen, doch es blieb ihnen bislang verwehrt. Denn sie konnten die Tafelgärten in Pristäblich nicht bestellen.

Dabei hatte die Gemeindeverwaltung bereits im vorigen Jahr gehofft, eine neue Garten-Runde im März eröffnen zu können. Und die günstige Witterung hätte dem Vorhaben in die Hände gespielt. Doch der Kommune lag bis gestern noch keine Bewilligung seitens des zuständigen Jobcenters vor, wie Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) auf Nachfrage mitteilte. Weshalb nicht? Das kann sich Schneider auch nicht erklären, der Antrag sei Anfang Februar gestellt worden. So wandte er sich gestern nochmals an das Jobcenter und erhielt promt die Nachricht, dass 15 Ein-Euro-Jobber ab 5. Mai tätig werden können. "Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass wir zeitiger loslegen können", so das Gemeindeoberhaupt, sprach von "mindestens vier Wochen eher". Jetzt sei die Saison zu kurz, "wir kommen in Verzug".

Dabei war das Projekt im vorigen Jahr erfolgreich verlaufen. Tomaten, Gurken, verschiedene Blattsalate, Mangold, Spinat und Zwiebeln und vor allem jede Menge Bohnen waren geerntet worden. Das Gemüse wurde jeden Montag in der Ausgabestelle der Tafel in Laußig Bedürftigen angeboten. "Gerade in diesem Jahr und bei diesem guten Wetter hätte sich ein früher Start gelohnt", schilderte eine Empfängerin von Hartz IV, die anonym bleiben möchte, gegenüber der Kreiszeitung. Bereits im vorigen Jahr sei erst verspätet mit der Maßnahme begonnen worden. "Die Vorbereitungsarbeiten im Herbst, die von den Ein-Euro-Jobbern geleistet wurden, um im Frühjahr wieder zeitig Gemüse für bedürftige Bürger anzubauen, wird überhaupt nicht anerkannt. Bei zeitigerem Beginn könnte viel mehr Ertrag für Bedürftige erbracht werden. Außerdem warten einige Bürger darauf, für ihr Hartz-IV-Geld eine vernünftige Arbeit zu verrichten, um das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden."

Etwa 20 Ein-Euro-Jobber waren 2013 speziell für die Gärten in Pristäblich im Einsatz. Sie erhielten zu ihrem Hartz-IV-Geld 1,25 Euro pro Stunde und arbeiteten 20 Stunden pro Woche. "Ein sinnvolles Projekt", wie Bürgermeister Schneider betonte, bei dem für ihn vor allem der soziale Aspekt im Vordergrund steht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.04.2014
Von Nico Fliegner

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