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Bad Düben Unkraut zupfen für den Jugendklub
Region Bad Düben Unkraut zupfen für den Jugendklub
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15:40 18.10.2011
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. Nicht ohne Grund, denn sie wollen, dass ihr Jugendklub wieder Strom bekommt.

Punkt 8 Uhr mussten sie auf der Matte stehen. Und Punkt 8 Uhr standen sie auch da. Ihre Mission: Unkraut zupfen, harken, fegen und alles in Ordnung bringen, was noch nicht in Ordnung ist. Gesagt, getan. Denn die Mission hat einen für die Dorfjugend in Tiefensee ernsten Hintergrund: Ihr Jugendklub wurde im Februar kurz und klein geschlagen. Vermutlich legten Auswärtige Hand an. Dabei wurde auch die Elektrik zerstört mit der Folge, dass die Stadt den Strom abklemmen musste. Gefahr in Verzug bestand, es war keine Sicherheit mehr gegeben. „Das führte natürlich zur Resignation in den Reihen unserer jungen Leute", sagte Ortsvorsteher Klaus Pätz. Die Frage kam auf: Wie weiter mit dem Klub?

Im Frühjahr und Sommer hatte sich nicht viel getan. Im September jedoch kam ein Treffen zwischen den Jugendlichen und dem Ortschaftsrat zustande, um eine Lösung zu finden. „Wir im Ortschaftsrat sind der Meinung, dass unsere Jugend im Dorf das A und O ist. Für die müssen wir was tun", so Pätz. Schließlich gab es ein Gespräch mit Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Und die machte klar, dass die Stadt nur gewillt sei, den Strom bereitzustellen, wenn die Jugendlichen selber aktiv werden. Schließlich ist die Stadtkasse klamm, ein Jugendklub mit seinen Kosten eine freiwillige, zusätzliche Aufgabe. Münsters Vorschlag: Jeder Klub-Nutzer soll fünf Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

„Wir wollen, dass die Stadt uns unterstützt. Deshalb machen wir das", sagte Tobias Jesko. Und Nicole Rudolph ergänzte: „Das macht sogar Spaß. Wir haben ein Ziel vor Augen, da macht man das gern. Wir brauchen einen Platz im Dorf, der nur für uns da ist." Erik Hellwig sprach von einem „Rückzugsort, wo man sich treffen und quatschen" könne.

Die acht jungen Leute im Alter von 12 bis 15 Jahren haben Verantwortung übernommen, ihr Domizil bereits auf Vordermann gebracht. „Darauf sind wir als Ortschaftsrat stolz", sagte Pätz. Marcel Petrzak, der eine Holz- und Bautenschutzfirma im Dorf betreibt, will den Jugendlichen noch ein Schloss sponsern. Und Ortsvorsteher Pätz würde sich wünschen, wenn die Klub-Nutzer demnächst zum Tag der offenen Tür einladen und allen zeigen, was sie aus ihrem Kleinod, dann hoffentlich wieder mit Strom, gemacht haben.

Nico Fliegner

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