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Bad Düben Verein fordert Schutz des Bibers an der Köhlerei Eisenhammer
Region Bad Düben Verein fordert Schutz des Bibers an der Köhlerei Eisenhammer
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10:24 28.02.2018
Blick auf die Köhlerei Eisenhammer. Quelle: Kathrin Kabelitz
Tornau

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle/Saale (AHA) hat den Schutz und Erhalt der Biberbestände in der Dübener Heide sowie eine schnellstmögliche Versachlichung der Diskussion zu den Ereignissen an der Köhlerei Eisenhammer gefordert. „Es ist durchaus verständlich, dass die Inhaber große Sorgen zu Bestand und Entwicklung ihres Betriebes haben. Dies darf keinesfalls unbeachtet und unberücksichtigt bleiben“, so AHA-Vorsitzender Andreas Liste. Jedoch gelte es nicht nur festzuhalten, dass der Biber eine sehr streng geschützte Art sei, sondern dass das Gesamtgebiet sowohl Bestandteil des Schutzgebietes nach der europäischen Natura-2000-Richtlinie Buchenwaldgebiet und Hammerbachtal und Landschaftsschutzgebiet Dübener Heide sei. Mit der Beseitigung von drei Nahrungsdämmen und der Schlitzung eines Wohndammes seien nach AHA-Auffassungen „erstmal mehr als genügend starke Eingriffe in das FFH- und Bibereinzugsgebiet erfolgt. Andere sind nicht akzeptabel, da sie auf Bestandszerstörung beim Biber hinauslaufen“.

Natur in Gefahr

Stattdessen, so Andreas Liste, gelte es nunmehr die hydrologischen Verhältnisse zu untersuchen, welche womöglich nicht nur auf einer „spezifischen geologischen Situation in der Stauchungszone der Endmoräne“ beruht, sondern gegebenenfalls auch mit generellen hydrologischen Veränderungen in Folge des Bergbaus und seiner Einstellung zu tun haben könnten. Eine Ausbaggerung oder gar Begradigung des Hammerbaches würde zur Zerstörung der vielfältigen Gewässerstruktur durch Verschwinden der Gewässerdynamik und Eintiefung führen, was eine Austrocknung der Natur und Landschaft sowie damit verbundener Verarmung an Fauna, Flora und Struktur zur Folge habe.

Ferner sieht der AHA die Notwendigkeit, den vielfältigen Raum der Dübener Heide sowie übergreifend die Auen von Elbe und Mulde mit seiner Arten- und Strukturvielfalt als Lebens- und Rückzugsraum von Mensch, Tier und Pflanze, als Biotop- und Grünverbundraum sowie im Interesse eines angepassten Tourismus im Zuge der Erholung und Bildung, zu schützen, zu erhalten und sich naturnah weiterentwickeln zu lassen.

Zweifel an Alleinschuld des Bibers

Wie berichtet, macht das Köhler-Ehepaar Norma und Jörn Austinat für die Vernässung des Köhlereigeländes und Folgeschäden an den Öfen den Biber verantwortlich und hat einen Eilantrag gestellt, alle Biberbauten zurückzubauen, Gräben zu beräumen und einen Wasserablauf zu gewährleisten. Passiert dies nicht, stehe die Köhlerei vor dem Aus. Experten des Landratsamtes Wittenberg und des Umweltamtes bezweifeln die Alleinschuld des Bibers und setzen auf den Einzelobjektschutz mittels Drainagen rund um das Betriebsgelände.

Von Kathrin Kabelitz

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