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Verwirrspiel in der Siedlungsallee

Verwirrspiel in der Siedlungsallee

Anwohner der Siedlungsallee im Stadtteil Alaunwerk sind derzeit alles andere als erfreut über das, was da aus dem Rathaus kommt: Im Oktober sind sie von Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) in einem Brief ermutigt worden, ihre Autos vor ihren Grundstücken auf der frisch sanierten Straße abzustellen.

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Blick in die Siedlugsallee. Dort gilt ein eingeschränktes Halteverbot. Doch wo sollen die Eigenheimbesitzer und deren Gäste ihre Autos abstellen?

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Einen Monat später dann die Kehrtwende: Plötzlich galt eingeschränktes Halteverbot und die ersten Knöllchen wurden verteilt. Betroffene wehren sich jetzt.

Eigentlich wohnt es sich ganz gut in der Siedlungsallee. Hübsche Eigenheime, gepflegte Vorgärten und seit vorigem Jahr auch eine befestigte Straße. Doch das alles hat mittlerweile einen faden Beigeschmack bekommen. Denn die Anwohner werden seit November abkassiert, wenn sie ihre Autos auf dem Seitenstreifen vor ihren Grundstücken abstellen.

Jürgen Kretschmer, dessen Frau bereits zweimal ein Knöllchen in Höhe von jeweils 15 Euro bekommen hat, obwohl ihr Ford zum Teil in der Grundstückseinfahrt stand, spricht von einem Schildbürgerstreich. Denn erst ist den Anwohnern das Parken nahegelegt worden, damit der Durchgangsverkehr gar nicht erst in die Versuchung kommt, durch die Allee zu rasen, in der 30 km/h gilt. Doch wenige Wochen später wurde die Straße mit einem eingeschränkten Halteverbot belegt. Autos dürfen also nur noch maximal drei Minuten abgestellt werden, zum Beispiel zum Be- und Entladen.

Die Stadt war zunächst jedenfalls der Annahme, dass die parkenden Autos einen Beitrag leisten, den Verkehr quasi auf ganz natürliche Weise zu beruhigen. Denn andere Geschwindigkeitsbegrenzungen, zum Beispiel "Berliner Kissen" wie in der Langen Straße in der Hammermühle, haben sich als keine optimale Variante erwiesen, weil sie von Autos umfahren werden; die Bankette sind dort mittlerweile erheblich beschädigt. Insofern hat die Stadt auf die Kissen im Zuge des Straßenausbaus in der Siedlungsallee verzichtet. Dass nunmehr ein eingeschränktes Halteverbot gilt, kann Kretschmer mit Blick auf die angedachte Verkehrsberuhigung nicht verstehen: "Die freie Straße ist doch jetzt schneller zu befahren oder nicht? Die Jagd auf Kinder, ältere Fußgänger und Haustiere ist eröffnet." Andererseits würde er gern wissen, wie viele Fahrzeuge denn tatsächlich durch die Siedlungsallee am Tag rollen? Schließlich handelt es sich um eine reine Wohngegend. Hinzu kommt das Parkproblem, wenn die Anwohner Gäste haben. Wohin dann mit den Autos? Nicht jeder hat schließlich auf dem eigenen Grundstück unbegrenzt viel Fläche. Statt "peinlich genau" auf die Einhaltung des Haltverbots zu achten, so Kretschmer weiter, sollte die Stadtverwaltung lieber Obacht geben, ob die 30 km/h eingehalten werden beziehungsweise verkehrsberuhigte Pflanzkästen einsetzen, schlägt er vor.

Dabei ist Jürgen Kretschmer nicht der einzige, der sich mittlerweile über die Vorgehensweise beschwert. Doch für das eingeschränkte Halteverbot hat die Verwaltung einen wichtigen Grund, wie Heike Dietzsch, Leiterin des Bau- und Bürgeramtes, auf Anfrage mitteilte. "Die Straße ist sehr eng und die Autos parkten zum Teil auf dem Seitenstreifen. Dadurch ist der neu gestaltete Bereich wieder beschädigt worden." Zudem habe es Beschwerden gegeben, weil die parkenden Pkw für Pflegedienste und andere ein Hindernis waren. Diese Aussagen decken sich wiederum mit dem Inhalt des zweiten Schreibens, das die Stadt an die Anwohner verschickte: "Gewährleistung der Verkehrssicherheit für den fließenden Verkehr".

Für Jürgen Kretschmer ist das trotzdem nur schwer nachvollziehbar. Offenbar sei der Verwaltung "ein fließender Verkehr wichtiger als die Sicherheit der Anwohner, Besucher und Bürger", mutmaßt er. Gegen die Verwarngelder hat er Widerspruch eingelegt.

Die Stadt will jetzt die Problematik noch einmal genauer beleuchten. Wie Heike Dietzsch sagte, werde es Mitte März einen Vor-Ort-Termin mit den Anwohnern geben. Dann soll gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden, mit der alle leben können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.02.2014
Von Nico Fliegner

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