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Vogelwohnungen für Pferdehof

Vogelwohnungen für Pferdehof

Die Hortkinder der Grundschule Authausen besuchten dieser Tage den Pferdehof Händler. Sie wollten gemeinsam mit Vertretern der Regionalgruppe Partheland des Naturschutzbundes (Nabu) Nistkästen für Turmfalken am Pferdestall anbringen.

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Gemeinsam mit den Hortkindern aus der Authausener Grundschule baut Frank Heine (links) von der Regionalgruppe Partheland des Naturschutzbundes mehrere Nistkästen für Turmfalken, Dohlen und Schleiereulen.

Quelle: Steffen Brost

Authausen. "Getreu unserem Motto 'Schule im Grünen' haben wir seit dem Herbst an diesem Projekt gearbeitet. Gemeinsam mit unserem Hausmeister Thomas Hermsdorf bauten unsere Kinder einen Nistkasten für Turmfalken aus Holz. Als Vorlage bekamen wir vom Naturschutzbund Unterlagen", erzählt Betreuerin Gerda Kunze.

Seit Jahren beobachten die Authausener verstärkt, dass sich Turmfalken, Dohlen und Schleiereulen im Dorf niederlassen. "Die sitzen dann immer bei uns auf dem Pferdehof", weiß auch Katharina Händler. Mit einem Bollerwagen brachten die Grundschüler den Nistkasten in die Durchwehnaer Straße. Dort wurden sie schon von Frank Heine vom Nabu erwartet. Der Rentner kümmert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um das Wohl der gefiederten Freunde. Im Gepäck hatten die Tauchaer gleich noch einen Nistkasten für die Authausener Kirche. "Ich freue mich, dass sich die Kinder aus dieser Schule mit unserem Anliegen beschäftigen und einen Kasten für Turmfalken gebaut haben. Parallel zu der Turmfalkenwohnung hängen wir auch noch einen Meisen- und einen Gartenrotschwanzkasten im Pferdehof auf", erzählt Heine, der 2009 den Mühlenpreis für sein ehrenamtliches Engagement erhielt.

Durch seine jahrelange ehrenamtliche Arbeit ist die Region mittlerweile durchgängig mit Nistkästen bestückt. Schätzungsweise 150 Stück haben Heine und sein Team in der Vergangenheit hauptsächlich in Kirchtürmen aufgehängt. Allein in der Eilenburger Nikolaikirche sind es über 40. Und auch in der Region um Bad Düben können Dohlen und Turmfalken in umgebauten Trafohäuschen sowie in Kirchen und Gebäuden in Tiefensee, Görschlitz, Pressel und Roitzschjora jetzt ihren Nachwuchs auf die Welt bringen.

Die Behausungen sind meist von unterschiedlicher Größe. Während Falken und Dohlen sich mit wenig Platz zufrieden geben, sind die Unterkünfte für die Schleiereulen schon etwas luxuriöser. "Die Eulen benötigen zwei Räume. Einen verdunkelten Brutraum und einen weiteren, in dem sich aufhalten. Nicht immer sind die Kästen gleich besetzt. Manchmal dauert es eine ganz Weile, bis die Tiere die Brutstätte annehmen", erklärt der Vogelfreund.

Die Nistkästen sind Eigenbau á la Heine. Auch die neuen Behausungen für die Kirche zimmerte der Rentner in seiner heimischen Werkstatt zurecht. "Vorrangig sollen hier Turmfalken brüten. Aber auch Dohlen und Schleiereulen nutzen diese Gelegenheiten und ziehen ein", so der Nabu-Experte.

Weil vermehrt Dohlen auf den Geschmack der idealen Nistkästen gekommen sind, wurde es in der Vergangenheit oft eng für die Falken. Denn die Dohlen verteidigen ihre Nistkisten sehr stark und vertreiben die fremden Eindringlinge. Deswegen mussten Heine und seine Mannschaft immer wieder neue Kisten anbringen, damit auch der Turmfalke brüten kann. Der Aufwand summiert sich im Laufe der Zeit. "Unsere Naturschutzgruppe ist ehrenamtlich tätig und bringt diese Brutstätten in ihrer Freizeit an. Deswegen suchen wir immer nach Sponsoren", hofft Heine auf neue Geldgeber.

In diesem Jahr wird sich die Brutzeit durch den langen Winter verzögern. Normalerweise schlüpfen die ersten Dohlen im Mai, die jungen Turmfalken im Juni. Jetzt hoffen die Tauchaer, dass der Frühling kommt. Dann wartet die nächste Arbeit. "Sobald die Jungtiere auf die Welt gekommen sind, besuchen wir alle Nistkästen und beringen die Tiere", so Heine weiter. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der ehemalige Raumausstatter mit sogenannten Gebäudebrütern. "Die Bereitstellung von Nisthilfen für den Turmfalken ist natürlich nur ein geringer Beitrag, um die Bestände der Falken zu sichern."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.04.2013

Steffen Brost

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