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Von Eilenburg bis Wittenberg: Ab April rollt die Heide-Bahn jedes Wochenende

Zugverkehr Von Eilenburg bis Wittenberg: Ab April rollt die Heide-Bahn jedes Wochenende

Ab dem 14. April ist sie jeden Samstag und Sonntag in der Dübener Heide zu sehen – die Heide-Bahn. Sie pendelt dann mehrmals am Tag zwischen Eilenburg über Bad Düben und Bad Schmiedeberg bis nach Wittenberg. Dass es überhaupt dazu kam, hat viele Faktoren. Einer ist Bad Dübens Wunsch nach einem dauerhaften Bahn-Anschluss.

Die Heidebahn, unterwegs zwischen Lutherstadt Wittenberg und Bad Düben. Ab 14. April ist der Zug jedes Wochenende unterwegs.

Quelle: Eisenbahnverein Wittenberg/Michael Jungfer

Eilenburg/Bad Düben. Der Eisenbahnverein Wittenberg und die Deutsche Bahn stecken mitten in der heißen Vorbereitungsphase für die Wiederinbetriebnahme der Zuglinie zwischen Lutherstadt Wittenberg und Eilenburg. Der Fahrplan steht inzwischen, die Strecke durch die Dübener Heide wird Anfang März begutachtet, auf Vordermann gebracht und einer Probefahrt unterzogen. Derzeit werden die Ticket-Preise erstellt.

Bad Düben und Laußig sind Haltepunkte

Vom 14. April bis 31. Oktober werden dann immer samstags und sonntags die roten Dieseltriebwagen in beide Fahrtrichtungen und mit maximal 60 km/h durch die Region rollen. Den Zugverkehr am Wochenende erbringt DB Regio in Zusammenarbeit mit dem Eisenbahnverein Wittenberg. Haltepunkte sind auf sächsischer Seite die ehemaligen Bahnhöfe Bad Düben und Laußig sowie Eilenburg-Ost und Eilenburg, wo S-Bahn-Anschluss nach Leipzig besteht. In Sachsen-Anhalt sind es unter anderem Bad Schmiedeberg und Söllichau.

„Die Idee, die Heide-Bahn jedes Wochenende zu fahren, war eher zufällig“, sagt Michael Jungfer, Vorsitzender des Eisenbahnvereins Wittenberg. Er habe, nachdem 2014 die Bahnstrecke Bad Schmiedeberg–Wittenberg eingestellt wurde, ein Konzept erstellt. Da es für einen täglichen Verkehr nicht reichte, wurde 2016 ein Wochenendverkehr zwischen Lutherstadt Wittenberg und Bad Schmiedeberg an den Start gebracht. Daraufhin habe es den Wunsch gegeben, diesen über die Landesgrenze bis nach Eilenburg auszudehnen.

Bessere Anbindung in die Dübener Heide

Mehrere Faktoren spielten eine Rolle, dass es nunmehr soweit ist. Der Verein, erzählt Jungfer weiter, habe sich für den Ausflugsverkehr in der Heide-Region stark gemacht, denn vor allem am Wochenende sei es schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln unkompliziert von Leipzig über die Landesgrenze in den Naturpark Dübener Heide zu kommen. „Rufbusse sind für die Leute keine Alternative.“ Auch die Aktivitäten der Stadt Bad Düben, wo Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) gerne wieder einen Bahn-Anschluss hätte, blieben dem Vereinschef nicht verborgen. Hinzu kommt das Reformationsjubiläum 2017 – Wittenberg hat dadurch noch mehr kulturelle Angebote als sonst zu bieten. Und das könnte mehr Fahrgäste bedeuten.

Für täglichen Bahnverkehr zu wenig Fahrgäste

Allein die jährlich einmal stattfindenden Adventsfahrten des Eisenbahnvereins auf der Heide-Bahn-Linie nutzten im vorigen Jahr 800 Reisende. Das stimmt Jungfer optimistisch: „Wir hoffen, dass auch das Angebot jetzt viel Zustimmung findet. Damit wäre eine Grundlage da, dies fortzuführen.“ Aber dafür sei auch der „politische Wille von ganz besonderer Bedeutung und die Finanzierung muss klar sein“. Besonders wichtig sei „die rege Nutzung der Züge durch Fahrgäste“. Laut einer Untersuchung wären täglich 1000 Fahrgäste notwendig, damit die Stadt Bad Düben wieder in der Woche ans Netz der Bahn kommt. Von derzeit maximal 600 gehen die Experten aus – zu wenig. Ein täglicher Pendelverkehr ist deshalb nicht drin, aber: „In der Bahnverbindung Bad Düben–Leipzig sehen wir eine echte Alternative“, so Vereinschef Jungfer dazu, „da wir schneller sind als der Bus. Hinzu kommt, dass die Reisenden pünktlich und bequemer unterwegs sind. Beim Bus reicht schon einer der vielen Staus auf der B 2 aus, um alles durcheinander zu bringen.“ Die nächsten Monate werden jetzt zeigen, wie gefragt die Heide-Bahn ist.

Von Nico Fliegner

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