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Von Traummännern und Tuschelthemen

Von Traummännern und Tuschelthemen

Die Stadt Bad Düben veranstaltete am Donnerstagabend ihren traditionellen Neujahrsempfang. Im Saal des Heide Spa begrüßten Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) und Kurdirektor Reiner Heun über 200 geladene Gäste - und noch einer schüttelte die Hände am Eingang: LVZ-Maskottchen Schlingel.

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Zum Knuddeln: Bürgermeisterin Astrid Münster und LVZ-Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich (rechts) führen Turnfest-Botschafter Schlingel auf die Bühne.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Wie plüschig, knuddelig - ach was, nicht nur ein Traummann an diesem Abend, sondern der Traummann schlechthin, zumindest für Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Die Stadtchefin schwärmte geradezu vom Erdmännchen, das als Botschafter für das Sächsische Landesturnfest wirbt, welches Ende Mai in Bad Düben über die Bühne gehen wird. Auf der Bühne des Heide Spa stimmte sie zusammen mit LVZ-Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich schon mal darauf ein. Ein kleiner Werbeblock vor den Reden, Reden und nochmals Reden. Ist ja im Fernsehen irgendwie auch nicht anders - mit der Werbung.

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Ja, so ist das auf Neujahrsempfängen. Es wird viel erzählt. Die Stadtchefin selbst schaffte ihre Rede in 31:49 Minuten, ihr Diezer Amtskollege Gerhard Maxeiner (geht im Sommer in Rente) blieb mit 22:11 Minuten knapp darunter. Nur einer, der die Würze in der Kürze der Zeit unterbrachte, war Reiner Heun: 9:42 Minuten. Der ist übrigens am Tag davor frisch gebackene 66 Jahre jung geworden. Jawohl, jung. Das Wort alt - naja, reden wir lieber nicht weiter drüber. Bemerkenswert: Astrid Münster, im Vergleich dazu blutjunge 41 Jahre, stellte diesmal bei der Bastelei an ihrer Rede besonders viel Geschick unter Beweis: Sie hat darin so viele Gesellschaftsgruppen wie offenbar nur möglich erwähnt. Ufff! Sogar der liebe Gott spielte mehrmals eine Rolle - womit wir schon bei Pfarrer Jörg Uhle-Wettler sind. Der hat ein interessantes Buch mit seinen besten Kolumnen herausgegeben, die in den vergangenen Jahren in der LVZ erschienen sind. Daraus zitierte die Bürgermeisterin wohlwollend. Mit so viel Ehre hatte der Pfarrer nicht gerechnet. "Jetzt wird das Buch bestimmt ein Bestseller", sagte er mit Augenzwinkern.

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Weil nach 60 Minuten Redefluss die Luft ganz schön trocken war und alle, die sich frühzeitig einen Sitzplatz ergattert hatten, neidvolle Blicke ernteten (und ihre Kniegelenke schonten), waren Sophie Vasak und Bruder Kevin aus Rackwitz mit ihren Musik-Einlagen als "Sophie rockt" eine höchst willkommene Abwechslung zwischendurch. Die Stimme der jungen Studentin ist einfach atemberaubend schön. Ein echter Glanzpunkt an diesem Abend. Bitte mehr davon!

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Mehr sah dann auch das offizielle Protokoll vor: Die Stadt ehrte die zwei langgedienten Feuerwehrkameraden Horst Anders aus Bad Düben und Werner Schubert aus Schnaditz. Seit 50 Jahren engagieren sich beide für das Allgemeinwohl. Und auch der Reitverein "Heidehof" und die Schützengilde wurden für ihre ehrenamtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ausgezeichnet. Conny Böschel und Mike Kühne nahmen die Urkunden entgegen, bevor das üppig von Heide-Spa-Chefkoch Klaus-Peter Kablau ausgestattete Buffet gestürmt wurde und der Zapfhahn am Tresen erst viel Schaum und weniger Bier, dann aber richtig zum Fluss kam. Allgemeine Erleichterung!

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Natürlich war auch die Bürgermeister-Wahl samt angestrengter Suche nach Kandidaten Tuschel-Thema. Münster-Herausforderin Adina Meier (46) ging, wenn auch zögerlich, schon mal auf Tuchfühlung. Neue Kandidaten-Pläne wurden indes nicht geschmiedet, wenngleich das Heide Spa als eine Art politisches Machtzentrum gilt. Deshalb war auch Kreisrat Albert Pfeilsticker (CDU) lieber nach Bad Düben gekommen und hat den Delitzscher Empfang verschmäht. "Bad Düben ist doch die heimliche Hauptstadt des Landkreises", begründete er. Na so wird's wohl sein. nf

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.01.2014
Nico Fliegner

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