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Vor 25 Jahren: Auf der Burg Düben wird der Naturpark Dübener Heide gegründet

Jubiläum Vor 25 Jahren: Auf der Burg Düben wird der Naturpark Dübener Heide gegründet

Der länderübergreifende Naturpark Dübener Heide (Sachsen/Sachsen-Anhalt) wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. 1992 wurde er auf der Burg Düben gegründet. Grund zurück und nach vorn zu schauen. Was wurde erreicht? Wo will der Verein noch hin?

Der im September anstehende Sächsische Wandertag steht ganz im Zeichen von 25 Jahr Naturpark Dübener Heide. Und da wird der einst in Düben erfundene Kult-Wohnanhänger, vor dem Axel Mitzka, Herbert Meyer, Anne Marie Hiller vom Leader-Management und Thomas Klepel (von links) versammelt sind, auch eine Rolle spielen.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Die Angst vor der Braunkohle war es, die sie in turbulenten Wendezeiten zusammenführte. Heimatschützer und Umweltaktivisten wie Herbert Meyer aus Lubast bei Wittenberg setzten den Trumpf Landschaft dagegen – 25 Jahre später ist klar: Er hat gestochen. Eine der größten Errungenschaften des 1990 wiedergegründeten Vereins Dübener Heide ist es, dass 1992 aus der Dübener Heide ein Naturpark wurde. Dabei waren trotz des hehren Ansatzes die Anfänge nicht leicht, wie der Ehrenvorsitzende beim Pressegespräch im Naturparkhaus in Bad Düben erzählte.

Schwieriger Beginn

Was ist ein Naturpark, was will er – Fragen wie diese mussten Meyer oder Axel Mitzka, heute Vereins-Chef, und Co. bei ihren Touren durch Sachsen und Sachsen-Anhalt beantworten. Gab es hier Zustimmung, trafen die Protagonisten dort auf Skepsis. „Einige verstanden unser Anliegen nicht, dachten, wir arbeiten mit Verboten, sperren Wege“, so Meyer, der sich schmunzelnd an den Sturm der Entrüstung erinnert, der aufkam, als der Dienstwagen des Vereins – ein Trabant – mit dem Symbol des damals schon zwiespältig betrachteten Bibers versehen war. Mit der Bevölkerung und nicht gegen sie handeln, die Sichtweisen der Menschen, die hier leben, in alle Überlegungen einbeziehen und darauf aufbauen, wie es Naturpark-Chef Thomas Klepel heute formuliert – nach diesem Credo handelte und handelt der Verein. Allen Zweiflern zum Trotz sollte es denn auch gelingen, und die damaligen Umweltminister Arnold Vaatz (Sachsen) und Petra Wernicke (Sachsen-Anhalt) konnten 1992 die Ausrufung zum Naturpark auf der Burg Düben vornehmen.

Viele Projekte

Im Kern geht es darum, die 75 000 Hektar große Kulturlandschaft, die aus Naturschutzgründen sowie wegen ihrer besonderen Vielfalt, Eigenart und Schönheit von herausragender Bedeutung ist, zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln. Und dieser hat sich der Verein zusammen mit dem Naturparkmanagement und den Ländern angenommen. Erreicht wurde viel:

Biologische Vielfalt und Engagement: Dazu gehört die Pflege von Feuchtwiesen, um ökologisch wertvolle Pflanzen und Tierarten zu erhalten, so wie im Hammerbachtal. Stauanlagen an Bächen wurden erneuert. Das Bibermanagement trägt zur Konfliktlösung zwischen Artenschutz und Landnutzung bei, französische Bienentürme und Blühwiesen schmücken Gemeinden und sind Nahrungsquelle für Honigbiene & Co. Mops- und Bechsteinfledermaus werden geschützt. Neben 334 Vereinsmitgliedern engagieren sich 60 Freiwillige, beispielsweise als Biberbetreuer oder Heideimker.

Besucherlenkung und Bildung: Der Ausbau eines 400 Kilometer langen besucherfreundlichen Wanderwegnetzes mit Beschilderung und Zertifizierung des ersten Qualitätswanderwegs der Heide – die Heide-Biber-Tour zwischen Bad Düben und Bad Schmiedeberg – läuft. Ziel ist, die gesamte Region zur Qualitätsregion Wanderbares Deutschland zu machen. Neun Patenschulen, eine Naturpark-Schule (Doberschütz), ein Naturpark-Kindergarten (Pressel), ein Patenkindergarten (Bad Schmiedeberg) und das Schulwandern stehen für das Ziel: Kinder sollen in der Heide ihre „Wurzeln stärken und sich Flügel wachsen lassen“.

Naturparkhaus: Das Naturparkhaus in Bad Düben präsentiert seit 2012 eine multimediale Ausstellung über den Naturraum und beschäftigt sich mit den Naturpark heute und in der Zukunft.

Regionalentwicklung und Netzwerke: Europäische Programme wie Leader seien ideal, sagt Axel Mitzka. Dazu gehören Energieeinsparungs- und Klimaschutz-, touristische Infrastrukturprojekte, Wertschöpfungspartnerschaften und Unternehmernetzwerke sowie Arten-, Biotop- und Landschaftspflegeprojekte. Derzeit ist der Ausbau alter Bausubstanz zu Wohnzwecken gefragt, womit dörfliche Strukturen gestärkt werden. Unter dem Dach des Vereins sind Netzwerke entstanden, wie „Bestes aus der Dübener Heide“, „Naturgesund“, „Erlebnis Wildtier“ oder „Jugend.Abenteuer.Sport.“

Der Blick zurück ist auch der Blick voraus. Herbert Meyer ist froh, „dass wir heute das geworden sind, was wir sind.“ Doch der Ehrenvorsitzende mahnt auch in Richtung Kommunen: „Wenn ich durch die Dübener Heide fahre, sehe ich auch viel Negatives.“ In Schköna gab es mal mehrere Bäcker, Lokale und Läden – heute keine mehr. Entlang der B 2 luden sechs Lokale ein, „heute gibt es noch eins in Tornau, dann ist bis Kemberg nichts mehr.“

Die Dübener Heide steht dafür, dass die Menschen ihr Leben selbst und verantwortungsvoll in die Hand nehmen. Und das wird auch die Richtung sein auf dem Weg, sie als Outdoor-Gesundheits-, Lebens- und Arbeitsstandort zu präsentieren und weiter zu entwickeln.

Von Kathrin Kabelitz

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