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Waldarbeitermeisterschaften in der Dübener Heide

Wettbewerb Waldarbeitermeisterschaften in der Dübener Heide

42 altgediente Waldarbeiter und Forstwirt-Azubis haben jetzt bei der Waldarbeitermeisterschaft bei Pressel in der Dübener Heide ihre Fähigkeiten gemessen. Bei den Wettbewerben ging es unter anderem um zielgenaues Baumfällen und präzises Schneiden mit der Motorsäge.

Präzisionsarbeit mit der Motorsäge.

Quelle: Steffen Brost

Pressel. Zielgenaues Baumfällen, perfekter Umgang mit der Motorsäge und ein millimetergenauer Präzisionsschnitt. Solchen und anderen Aufgaben mussten sich jetzt 42 Waldarbeiter aus den Forstbezirken Leipzig und Taura im Waldgebiet des Reviers Wartha (bei Pressel in der Dübener Heide) stellen. Jedes Jahr finden zwischen den beiden Forstbezirken diese Waldarbeitermeisterschaften statt – ein Wettkampf für altgediente Waldarbeiter, aber auch für den Nachwuchs aus den Lehrbetrieben.

„Ziele der Waldarbeitermeisterschaft sind der Erfahrungsaustausch und der Vergleich von Leistungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der sächsischen Waldarbeiterschaft in der Arbeit mit der Motorsäge sowie die Darstellung des Berufsbildes Forstwirt in der Öffentlichkeit“, erklärte Revierleiter Jan Schmidt. „An der Veranstaltung können alle Forstwirte, Forstwirtschaftsmeister und Auszubildende im Beruf Forstwirt und Forstwirtin teilnehmen.“

Fünf Stationen

Fünf Stationen mussten alle Teilnehmer durchlaufen. Erste Aufgabe: Die Zielfällung. Ausgesuchte Bäume sollten zielgenau einen vorher aufgestellten Pfahl treffen. Danach stand der sogenannte Kombinationsschnitt auf dem Plan. Ein Holzstamm von 30 Zentimeter muss dabei per Schnitt-Kombination von oben und unten gleichermaßen durchtrennt werden. Am besten ohne großen Versatz. Dann gab es die Höchstpunktzahl.

Azubi Benedikt Pollner vom Forstbezirk Leipzig gelang die Aufgabe nicht ganz so gut. Über sieben Millimeter Versatz maß Kampfrichter Manfred Niedner. „Das ist ein bisschen viel. Da muss ich noch üben“, sagte der Auszubildende aus dem ersten Lehrjahr. Weiter ging es beim Kettewechseln an einer Motorsäge. Hier kam es vor allem auf Funktionalität und Schnelligkeit an. Die Kampfrichter schauten ganz genau hin, wie die Akteure dabei vorgingen. „Alle Teilnehmer müssen nach einer Checkliste vorgehen. Das Kettewechseln ist das eine, aber die Aufgabe muss auch fachgerecht und sicher erfolgen“, so Jens Ehmisch.

Zwei Holzscheiben abtrennen

Station Nummer vier war der Präzisionsschnitt. Auf Zeit mussten von zwei Baumstämmen zwei Holzscheiben per Kettensäge abgetrennt werden. „Der Schnitt sollte im 90-Grad-Winkel erfolgen und die Holzscheiben dürfen nur zwischen 30 und 80 Millimeter dick sein. Außerdem müssen die Scheiben ohne in den Boden zu sägen vom Stamm abgetrennt werden. Beziehungsweise es sollte so nah wie möglich zum Boden gesägt werden. Das Ansägen des Bodens würde aber eine Disqualifikation des Teilnehmers nach sich ziehen“, erläuterte Kampfrichter Ralph Billwitz das Prozedere.

Dann konnte Kersten Windisch aus Hohenprießnitz loslegen. 31,9 Sekunden brauchte der Waldarbeiter aus dem Revier Falkenberg für die beiden Schnitte. Danach maß Billwitz nach. Winkel und Scheibendicke waren in Ordnung. Doch einmal zwei Millimeter und einmal 23 Millimeter ließ Windisch stehen. Das gibt ein paar Punkte Abzug. „Ich bin seit 30 Jahren mit Leib und Seele Waldarbieter. Ich arbeite vorwiegend als Maschinenführer“, erzählte Windisch.

Andreas Thiele als Bester geehrt

Nach fünf schweißtreibenden Stunden waren alle Akteure mit ihrem Wettkampf durch und das Zusammenrechen konnte beginnen. Als Bester konnte bei der Siegerehrung Andreas Thiele vom Forstbezirk Leipzig mit 1194 Punkten geehrt werden. Auf die Plätze kamen seine Kollegen Alexander Nagel (1134 Punkte) und Ronny Büttner (1074 Punkte). Die einzige Frau im Feld, Maya Mann, landete mit 797 Punkten auf Platz 22 im guten Mittelfeld. „Die Plätze zwei und drei sind in diesem Jahr durch Auszubildende belegt worden. Ein gutes Zeichen. Aber die jungen Kerle haben sich auch richtig angestrengt“, lobt Jan Schmidt.

Von Steffen Brost

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