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Bad Düben Wandergeselle macht Halt in Bad Düben
Region Bad Düben Wandergeselle macht Halt in Bad Düben
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14:51 23.10.2011
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. Der 24-Jährige hat sich drei Jahre lang auf Wanderschaft begeben. Eine Station war die Kurstadt Bad Düben, wo er Kachelofenbaumeister Steffen Abicht seine Arbeitskraft anbot.

Denkt man an Wandergesellen, kommen einem oftmals nur die berühmten Zimmermänner in den Sinn. Doch auch Kachelofen- und Luftheizungsbauer sind auf der „Tippelei". Andé Thees ist das beste Beispiel dafür. Er gehört zu den sogenannten Rechtschaffenen, eine der vier großen Vereinigungen von Handwerkern in Deutschland, die auf der Walz sind.

Dass es den jungen Mann nach Bad Düben führte, war eher dem Zufall geschuldet. Als er sich vorige Woche in Lutherstadt Wittenberg wieder auf Wanderschaft begeben hatte, traf er in Pratau auf einen Schornsteinfeger. Welch ein Glück. Denn der verriet ihm, dass es im 30 Kilometer entfernten Bad Düben einen bekannten Kamin- und Ofenbauermeister gibt – Steffen Abicht. Und dort könne er ja mal Halt machen.

Gesagt, getan. „Wittenberg – Bad Düben war für mich ein Ritt", erzählt das Nordlicht, das insgesamt mindestens drei Jahre und ein Tag unterwegs sein wird und dabei stets 50 Kilometer Abstand von seinem Zuhause einhalten muss.

André Thees kam also in Bad Düben an, erkundete zunächst die Stadt und machte sich schließlich auf den Weg ins Kaminofenzentrum in die Schloßmark. „Als Wandergeselle ist man auf die Gastfreundlichkeit der Betriebe angewiesen", erzählt er. Von Familie Abicht sei er mit offenen Armen empfangen worden und bot seine Arbeitskraft gegen eine Unterkunft an, so wie es die Regeln der Walz seit Jahrhunderten besagen.

„Die Walz ist kein Tourismus", informiert der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Wer unterwegs ist, darf beispielsweise keine Ersparnisse aus dem Arbeitslohn erzielen. Auch dürfen nur die notwendigsten Sachen mitgeführt werden. André Thees hat seine wichtigsten Sachen im Charlottenburger – ein bedrucktes Tuch – gut verstaut. Vorwiegend Unterwäsche befindet sich darin, erzählt er. „Nächste Woche treffe ich meine Eltern in Wernigerode. Die bringen mit dann die Winterkleidung."

In Bad Düben konnte der junge Mann sein Wissen unter Beweis stellen, war tagsüber mit auf eine der Baustellen. „Ein junger, aufgeschlossener Mann, der die Arbeit sieht", bescheinigt ihm Steffen Abicht gute Noten. Er habe sich schnell eingearbeitet und sei „fachlich gut drauf". André Thees wiederum spielte den Ball zurück, lobte das Bad Dübener Unternehmen und zeigte sich vor allem beeindruckt vom modernen Kaminofenzentrum. „Die Ausstellung ist sehr groß, es gibt viele Variationen von Öfen und Kaminen. Das findet man nicht allzu oft", sagt er.

Seine nächste Station ist nunmehr Leipzig. Am Sonnabend machte sich der junge Wandergeselle wieder auf den Weg. Nach der Tour durch Deutschland will er noch die skandinavischen Länder bereisen. Heimweh hat er nicht wirklich, telefoniert alle zwei Wochen mit seinen Eltern. Oft ist er auch mit anderen Wandergesellen unterwegs. „Aber wenn man mal allein ist, dann kommen einem schon so die Gedanken."

Nico Fliegner

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