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Wanderlustige "Preußen"

Wanderlustige "Preußen"

Die rund 600 Wanderfreunde hatten vorgesorgt: Der Regenschirm war an diesem Tag fast in jeder Tasche. Doch Petrus öffnete nur kurz vor der Eröffnung des 8. Landeswandertages der Volkssolidarität Berlin/Brandenburg die Schleusen, der am Wochenende in Bad Düben ausgetragen wurde.

Hunderte Wanderer aus Berlin und Brandenburg lassen sich von ein paar Regentropfen nicht stören und starten beim traditionellen Wandertag der Volkssolidarität in der Dübener Heide.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. "Ich bin ja heilfroh, dass wir nicht das Wetter vom vergangenen Wochenende haben. Die Hitze hätten viele sicher nicht ausgehalten. Da machen uns die paar Regentropfen nicht viel aus", sagte Brandenburgs Landesgeschäftsführerin und Mitorganisatorin Roswitha Orban. Und erntete dabei vielfache Zustimmung.

Jedes Jahr organisiert die Volkssolidarität einen Wandertag. Diesmal ging es nach Sachsen, nach Bad Düben. In etlichen Bussen wurden die Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen zum Ausgangspunkt Burg gebracht. "Wir hatten im Vorfeld weitsichtig überlegt, wo es in diesem Jahr hingehen soll. Die zündende Idee für die Dübener Heide hatten wir durch die Ausstellung mit dem Titel 'Preußen und Sachsen - Szenen einer Nachbarschaft'. Das haben wir versucht, auf unsere Ebene herunterzubrechen. Und da Bad Düben als attraktiver Ort weit bekannt ist, war die Wahl schnell getroffen", so Orban weiter.

Und damit hatte sie, wie sich am Ende zeigte, nicht zu viel versprochen: Die rund 1000-jährige Burg Düben, die der Stadt ihren Namen gab, der reizvolle Naturpark Dübener Heide, die idyllischen Seen, die in der Nachfolge von Tagebauen entstanden sind, oder die seltenen Bäume im Kurpark lohnten, eine der angebotenen Wanderungen über drei, fünf und zehn Kilometern Länge durch Wald und Flur zu absolvieren.

Nach der Begrüßung verabschiedete Bad Dübens stellvertretender Bürgermeister Werner Stärtzel (CDU) die Teilnehmer mit dem Wandergruß "Frisch Auf" auf die Strecken. Geführt wurden diese von 14 orts- und fachkundigen Wanderleitern aus der Region. "Wir haben gleich mehrere Touren über die angebotenen Streckenlängen. So gibt es die Stadtrunde, Heide-Biber-Tour, Kohlhaasweg-Runde, Kurparkrunde bis hin zur Alaunwerkstour", zählte Naturparkhausleiter Torsten Gaber auf, der die organisatorischen Fäden zog.

Eine Gruppe wurde von Kreiswegewart Uwe Laslo geführt - fünf Kilometer durch die Muldeaue. Laslo informierte die Teilnehmer über Polderflächen und neue Deichanlagen, erzählte von der reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt und von den fünf Mühlen in Bad Düben und Umgebung, von denen die Bergschiffmühle als einzigartig gilt. Auch wusste Laslo von berühmten Burggästen wie Napoleon zu berichten.

"Es war ein toller Wandertag bei idealem Wetter. Die Umgebung ist sehr schön. Ein paar Stunden sind da eigentlich viel zu kurz, um alles zu entdecken. Ich glaube, ich werde noch einmal mit meiner Frau wiederkommen und mir ein paar Tage Zeit lassen, alles in Ruhe anzuschauen", sagte Klaus Winter aus Brandenburg.

Als am Nachmittag die Teilnehmer wieder an der Freilichtbühne im Burggelände zurück waren, unterhielt das Blasorchester und der Männerchor Concordia Authausen die Gäste. Falkner Andreas Zschüntzsch erklärte sein Handwerk und Fleischer Hubert Grabsch hatte für alle Dübener Kartoffelsuppe aufgetischt. Begeistert vom Ablauf bis zur Durchführung war auch Naturparkleiter Thomas Klepel. "Solche Veranstaltungen sind immer eine gute Gelegenheit, Bad Düben als Wanderstadt zu präsentieren. Dieser Tag hat gezeigt, dass wir auch künftig solchen Anfragen gut gewappnet sind", so Klepel. Und vielleicht klappt es auch bald mit einer ganz großen Herausforderung. 2017 soll nämlich der Sächsische Wandertag in Bad Düben stattfinden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2014
Von Steffen Brost

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