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Wasser strömt weiter nach Gruna

Wasser strömt weiter nach Gruna

Laußig/Gruna. Tag drei der Hochwasserkatastrophe - im überfluteten Gruna fließt das Wasser nur langsam ab. Und für Nachschub sorgt nach wie vor der Deich bei Mörtitz, der an zwei Stellen gebrochen ist.

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Das vom Hochwasser gezeichnete Muldedorf Gruna aus der Vogelperspektive. Die Aufnahme stammt von Dienstag Abend und zeigt, dass das Dorf komplett unter Wasser steht.

Quelle: Simone Gleißner

Den einen inspizierte am Mittwoch der Laußiger Krisenstab um Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos). Unterdessen wollen immer mehr Einwohner zurück in ihre Häuser.

Die Grunaer sitzen zurzeit wie auf Kohlen. Sie fragen sich, was mit ihren Häusern passiert ist, wie schlimm das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe diesmal ist. Viele wollen am liebsten in ihre Eigenheime, zumindest schon mal sehen, was geschehen ist. Doch das Wasser steht noch, ein Durchkommen ist mit einfachen Fahrzeugen nicht möglich. Boote kommen zum Einsatz, auch um die noch sieben Verbliebenen zu versorgen, unter anderem medizinisch.

Bürgermeister Schneider und Einsatzkräfte haben sich Mittwoch Morgen ein Bild von der dramatischen Lage verschafft, den Ort per Boot angesteuert. "Das Wasser steht im Schnitt bei einem Meter", teilt Schneider am Nachmittag auf Anfrage mit. Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich auf dem einen Deich, der den Wassermassen der Mulde nicht standhielt und am Montagabend auf 50 Metern Länge in die Brüche ging. Mit einem Traktor haben er und Einsatzkräfte sich bis zu der Stelle von Mörtitzer Seite durchgekämpft. Dem Bürgermeister, in Wathosen unterwegs, steht das Wasser bis zum Bauch. Für Abhilfe könnte die Schließung der Deichbruchstellen sorgen. Dann würde kein neues Wasser in die Aue und folglich nach Gruna strömen. Aber wie? Die andere Variante: Für einen schnelleren Abfluss sorgen. Auch hier die Frage: Wie? Antworten gibt es nicht. Es gebe im Dorf aber auch trockene Bereiche, so der Bürgermeister. Ein THW-Trupp mit Pumpen könnte dort zum Einsatz kommen.

Der Grunaer Erhard Frömmig will am Abend in sein Heimatdorf, um sich einen Überblick von Haus und Hof zu verschaffen. "Wir konnten noch einiges vor dem Wasser sichern, aber nicht alles", sagt er. Das schwere Mobiliar in eine obere Etage zu bringen, sei nicht mehr möglich gewesen. Zu vielen Nachbarn hat er Kontakt in diesen Tagen. Die Stimmung sei gedrückt, weil die Ungewissheit groß ist. In Laußig erzählen die Leute, die mit Betroffenen sprechen, dass nicht mehr alle in Gruna leben wollen. Vor allem ältere Einwohner hätten nicht mehr die Kraft, von vorn zu beginnen und wieder alles mühsam aufzubauen. Sie tragen sich mit dem Gedanken, in Laußig eine Wohnung zu nehmen, um ihren Lebensabend ohne Hochwasserangst verbringen zu können.

Unterdessen haben die ersten Leute in der Gemeinde vorgesprochen und ihre Hilfe für die Flutopfer angeboten, informiert Ortsvorsteher Dietmar Schübel. Sie wollen mit anpacken, wenn das große Aufräumen losgeht. Doch wann das sein wird, ist unklar. Denn das Wasser muss erstmal vollständig raus aus Gruna.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2013

Nico Fliegner

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