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Weihnachtsbäumen auf der Spur

Weihnachtsbäumen auf der Spur

Gute Laune am Sonnabendnachmittag vorm Feuerwehrgerätehaus in Kossa. Es ist das große Weihnachtsbaumverbrennen angesagt. Zum zehnten oder elften Mal. Wehrleiter Lars Friedel hat seine Mannen um 13.30 Uhr bestellt.

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Dirk Ansorge, Tobias Böhme und Maik Mittmann (von links) sammeln am Kossaer Sonnenhang ausgediente Weihnachtsbäume ein.

Quelle: Steffen Brost

Kossa. e Mannen um 13.30 Uhr bestellt. Auf den Plakaten steht jedoch 13 Uhr. Ein kleiner Trick, wie der Feuerwehrchef verriet. "Wir haben in Kossa und Durchwehna die Mitteilung verbreitet, dass wir 13 Uhr kommen. Weil viele ihre Bäume erst auf den letzten Drücker rausstellen, holen wir sie erst eine Stunde später ab", so Friedel. Einige Kameraden sind dennoch schon früher in der Spur, haben mit einem Multicar samt Anhänger die erste Fuhre hinter sich. "Ich schätze, dass wir um die 250 Bäume zusammentragen werden. Das war bisher immer so", sagte Helfer Maik Mittmann.

In einer Eigenheimsiedlung zwischen Kossa und Durchwehna liegt an fast allen Grundstücken der ausgediente Weihnachtsschmuck. Während Mittmann das Fahrzeug im Schritttempo manövriert, sind Dirk Ansorge und Tobias Böhme zu Fuß unterwegs. Tobias ist neun Jahre alt und schon seit drei Jahren bei der Jugendfeuerwehr aktiv. "Ich helfe gern mit, denn ich möchte später ja auch mal zur richtigen Feuerwehr und zu Einsätzen ausrücken", erzählte der Grundschüler. Schnell liegen am Sonnenhang 15 Bäume auf dem Kleintransporter von Maik Mittmann. Doch nicht alle Haushalte haben ihren Baum schon vor die Türe gestellt. "Ich vermute, diese Leute bringen ihn selber zum Verbrennen. Denn wer das macht, bekommt vor Ort einen kostenlosen Glühwein. Auch bei Dirk Ansorge ist das so. Der Weihnachtsbaum des Kossaers hat eine besondere Geschichte. "Wir haben den Baum erst auf den letzten Drücker gekauft. Am 24. mittags habe ich ihn für 20 statt 40 Euro erstanden - die Hälfte gespart. Das war meine Taktik. Deswegen werde ich ihn auch selbst im Feuer entsorgen und noch einen Glühwein abstauben", grinste Ansorge.

Immer wieder stoppt Maik Mittmann sein Fahrzeug, und immer wieder werfen Dirk und Tobias Bäume auf die Ladefläche. "Man sollte in den Wohngebieten zumindest einen zentralen Sammelpatz für die Bäume anlegen. Das würde das Abholen deutlich vereinfachen", schlug Ansorge vor.

Eine halbe Stunde später treffen sie am Gerätehaus ein. Mittlerweile ist dort ein riesengroßer Haufen aus Bäumen gewachsen. Ein paar Kameraden haben bereits eine Grundlage aus Holzstämmen geschaffen, damit später das Feuer eine gute Grundlage hat. "Das Weihnachtsbaumverbrennen ist eine gute Tradition. Man macht ein großes Feuer, viele Leute aus dem Dorf kommen zusammen, man trinkt etwas und erzählt sich von diesem oder jenen. Dorfgemeinschaftspflege eben", so Lars Friedel, der mit seinen Kameraden optimistisch ins neue Jahr blickt.

Elf Einsätze hatte die Wehr 2013. Der intensivste Einsatz war beim Hochwasser, wo die Kossaer tagelang in Gruna an der Kläranlage kämpften.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.01.2014
Steffen Brost

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