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Bad Düben Weitere Fälle von Bienenkrankheit in der Region Dommitzsch
Region Bad Düben Weitere Fälle von Bienenkrankheit in der Region Dommitzsch
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09:50 15.06.2016
Bienen an der Wabe. Quelle: dpa
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Dommitzsch

Die Situation nach der Feststellung der Bienenkrankheit Amerikanische Faulbrut im Norden des Landkreises bleibt höchst angespannt. Das nordsächsische Landratsamt hat jetzt weitere Fälle in der Region Dommitzsch bestätigt. Insgesamt waren Proben von 72 Bienenvölkern in ein Labor eingeschickt worden. Die Tests werden etwa zwei Wochen dauern. Erst wenn sie vollständig abgeschlossen sind, soll es weitere Angaben darüber geben, ob der Sperrbezirk erweitert werden muss und wie lange er noch bestehen bleibt. Insgesamt sind in dem Sperrbezirk laut Landratsamt acht Imker ansässig.

Ausgangspunkt der Einrichtung des Sperrbezirks war laut Landratsamt eine sogenannte Verfolgsuntersuchung bei einem Hobbyimker aufgrund eines Verdachtsfalles in einem Bienenstand, bei dem die Krankheit noch nicht ausgebrochen war. Das heißt, die betroffenen Völker zeigten keine Anzeichen von Erkrankung, aber der Erreger der Krankheit konnte mittels bakteriologischer Untersuchung nachgewiesen werden. Bei einem Ausbruch sind neben einem Nachweis des Erregers der Seuche die Bienenvölker auch sichtbar krank, die Bienenbrut ist geschädigt. Das könne jedoch aufgrund der Abwehrmechanismen des Bienenvolkes teilweise nur bei sehr genauer Untersuchung festgestellt werden, da die Bienen abgestorbene Larven auch selbstständig aus dem Brutnest entfernen, so die Experten im Landratsamt. Für den Imker sei es deshalb nicht leicht, den Befall seiner Bienen rechtzeitig zu erkennen.

Menschen nicht gefährdet

Der Sperrbezirk in Dommitzsch umfasst vor allem das eigentliche Stadtgebiet, den Ortsteil Mahlitzsch sowie Areale im Westen der Stadt.

Das Landratsamt betonte, der Erreger der Amerikanischen Faulbrut sei streng wirtsspezifisch. Honig oder andere Bienenprodukte könnten bedenkenlos verzehrt beziehungsweise genutzt werden, da die Menschen nicht empfänglich für die Krankheit sind. Sämtliche Schutzmaßnahmen, welche im Sperrbezirk ergriffen werden müssen, würden sich also auf den Schutz vor der Übertragung auf weitere Bienenvölker beziehen.

Dabei gehe es auch nicht um die fliegenden und Honig sammelnden ausgewachsenen Bienen. Auch für sie sei der Erreger nicht mehr gefährlich. Er schädigt lediglich die Bienenbrut, also die Larven; die voll entwickelten Bienen zeigen keine Krankheitsanzeichen. Sie übertragen jedoch den Erreger beim Füttern der Brut auf die Larven, welche dann absterben. Geschieht dies vor dem Verdeckeln der Brutzelle, also innerhalb der ersten fünf Entwicklungstage, werden die Larven von den Arbeitsbienen entfernt. Erst wenn die Larven später absterben, kommt es zur Ausprägung des typischen Krankheitsbildes.

Bakteriologische Untersuchung

Sicherheit bekommt der Imker nur durch die bakteriologische Untersuchung. Dafür können zum Beispiel Proben des sogenannten Futterkranzes, also des Honigs, welcher um die Brutzellen eingelagert wird und zur Fütterung der Bienenlarven dient, entnommen werden. Anderes geeignetes Probenmaterial sind Larven oder ganze Brutwaben.

Die Sorge der nordsächsischen Imker vor der gefährlichen Bienenkrankheit ist groß. „Ich habe Angst vor der Faulbrut, weil sie zum Totalverlust aller Völker führen würde. Denn die Gefahr, dass sich andere Bienenvölker damit anstecken, ist groß“, sagt beispielsweise Marcel Dimde aus Beckwitz. Er selbst mache jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst Kontrollen bei seinen Völkern, erzählt er. „Ich finde es schlimm, dass sich nicht alle Imker einer Kontrolle unterziehen und dass dies freiwillig ist. Jeder sollte seine Völker testen lassen und gegebenenfalls die Krankheit gleich bekämpfen.“

Von PI/KE

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