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Wenig Resonanz auf Weihnachtsmarkt

Wenig Resonanz auf Weihnachtsmarkt


Bad Düben. Mit deutlich weniger Besuchern als im Vorjahr ist am Wochenende der Weihnachtsmarkt in Bad Düben über die Bühne gegangen.

. Vor dem Rathaus haben Stadt und Gewerbeverein das zweitägige Spektakel organisiert. Die Bilanz fällt durchwachsen aus.

Hufe klappern, die Postkutsche rollt an. Und gleich daneben ruft es plötzlich „Ho, ho, ho". Der Weihnachtsmann alias Schuhmachermeister Horst Littmann und sein zauberhafter Engel Julia haben ihren Auftritt. Schnell sind die zwei von einer Kinderschar umgarnt. Schließlich hat der Bärtige etwas zu vergeben; der Geschenkesack ist groß und jeder will etwas haben. Aber zuvor müssen ein Lied gesungen oder ein Gedicht aufgesagt werden. Nach 20 Minuten ist der Auftritt beendet – alle Geschenke sind verteilt.

 

 

Während eine Eisenbahn unaufhörlich ihre Runden dreht, eine Pony- und die Postkutsche zu Fahrten einladen, die Pyramide, Weihnachtsbaum und hunderte Licher leuchten, es nach Kräppelchen und Glühwein duftet, sieht es am Samstagnachmittag recht überschaulich auf dem Marktplatz aus. Am Morgen, kurz nach der Eröffnung, ist kaum etwas los gewesen. Erst als es so allmählich dämmert, kommen die Dübener vorbei.

Heidemönch Roland Gempe, der Mini-Seifen und Sterne für die Caritas-Jugendwohngruppe in Bad Düben gegen eine kleine Spende unters Volk bringt, hat das Marktgeschehen intensiv beobachtet. Schon im Vorjahr war er dabei. Sein Fazit: weniger Besucher. Das können auch Annett Mazanec und Alexandra Redmer vom Gewerbeverein bestätigen. Woran es liegt? Darüber lässt sich offenbar nur spekulieren. So richtig Weihnachtsstimmung will an diesem Wochenende nicht aufkommen. Liegt es am Herbst-, statt Winterwetter? Haben die Leute schon die vielen anderen Märkte im Vorfeld besucht, sind übersättigt? Fehlt es an Flair und besonderen Angeboten? Es wird ein Geheimnis bleiben.

Als „klein, aber fein" bezeichnet Besucherin Petra Mühlnickel dennoch den Markt. „Man schaut mal vorbei, auch um Leute zu treffen, die man sonst vielleicht nicht sieht", sagt sie. Andere nutzen vielmehr den Besuch, um eine Roster von Fleischer Grabsch zu probieren oder die legendäre Feuerzangenbowle von Weltenbummler-Wirtin Redmer. Die Postkutsche von Siegfried Händler ist am Sonnabend kaum gefragt: Gerademal zwei Leute wollen mitfahren und gemeinsam mit Amtmann Torsten Gaber als Begleiter der Touren in die Stadt-Historie eintauchen.

Viel Mühe haben sich die Macher im Vorfeld zweifelsohne gemacht, doch das Angebot lässt zu wünschen übrig. Gerademal ein Stand, der von Julia Ott aus Löbnitz, hat Weihnachtsmarkttypisches im Angebot. Die junge Frau, Landschaftsarchitektin von Beruf, präsentiert selbstgemachte Geschenke von der Kerze über Filzprodukte, Sterne und vieles mehr. Ansonsten jede Menge Glühwein und Naschwerk, ein Fleischereiwagen, Mützenverkauf und Accessoirestand machen den Markt aus. Die Werbetrommel fürs Landschaftstheater, das es 2012 in Bad Düben geben soll, rühren derweil Henriette Lippold und Ulrich Hüni an einem eigenen Stand. Auch sie haben sich mehr versprochen vom Weihnachtsmarkt. Pech für die Organisatoren: Vier Händler haben kurzfristig abgesagt, darunter einer mit Handwerkskunst.

Ein paar hundert Meter weiter, im Hof des Goldenen Löwen, sorgt eine Feuerschale für wohlige Wärme. Doch auch dort ist eher wenig los. Raik Zenger preist Mistelzweige und Tee an, in der Scheune ist ein liebevoller Stand mit Geschenkeartikeln aufgebaut. Im Löwen-Hof kommt durchaus Flair auf. Wirt Maik Schmidt erzählt, dass er sich in den Dübener Weihnachtsmarkt einklinken wollte. Ein erster Versuch. „Vielleicht ziehen wir das hier nächstes Jahr größer auf", sagt er und denkt an einen historischen Weihnachtsmarkt. Volle Hütte dann am späten Nachmittag im Naturparkhaus: Der Mühlenverein hat zum Basteln eingeladen. Laubsägearbeiten, Körbe und Engel entstehen. Mühlenvereinschefin Heyn zufrieden: „In Badrina ist zwar immer mehr los, aber das ist fürs Erste ganz gut."

Nico Fliegner

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