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Bad Düben Will Straathof Richtung Glaucha erweitern?
Region Bad Düben Will Straathof Richtung Glaucha erweitern?
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19:07 31.01.2014
Blick von Glauchaer Seite auf die Wellauner Mastanlage. Quelle: Nico Fliegner
Wellaune/Glaucha

Dieses Gerücht kursiert zumindest in weiten Teilen der Bürgerschaft. Aber was ist wirklich dran?

Anlass ist ein Schreiben, in dem das Unternehmen SFI-Sachverständige für Immissionsschutz GmbH mit Sitz Berlin Interesse an Flächen speziell in der Gemarkung Glaucha hat. Die grenzt direkt an die Gemarkung Wellaune; die Sauenanlage befindet sich in direkter Nähe. Aus dem Schriftstück, das dieser Zeitung zugespielt wurde, geht hervor, dass die Flächen für den Naturschutz gesucht werden. Sie sollen zur Ansiedlung von Offenlandbrütern wie Rebhuhn oder Wachtel dienen. Das Schreiben datiert allerdings schon aus dem Juli vorigen Jahres. Bemerkenswert: Die Berliner Gesellschaft, die nach eigenen Angaben deutschlandweit Unternehmen bei der Planung von Industrieanlagen, Tierhaltungs- und Freizeitanlagen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung von Genehmigungsverfahren vertritt, hat auf ihrem Internetauftritt neben vielen anderen Firmen auch die Straathof Holding als Kunden gelistet, zu der die Mastanlage in Wellaune gehört. Gegner des Zuchtbetriebes sehen darin einen direkten Zusammenhang und befürchten, dass das Unternehmen einzig zu dem Zweck an Flächen interessiert ist, damit Straathof die Ställe in Richtung Glaucha erweitern kann. Denn die Stadt Bad Düben überplant gerade das Gebiet und will damit eine Erweiterung, wie sie der Konzern vor hat, auf Wellauner Flur verhindern.

Die Stadtverwaltung hat jedenfalls bereits Kenntnis von den Kaufabsichten. Wie Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) sagte, wolle die Kommune mit den zwei privaten Eigentümern sprechen und sie überzeugen, von einem Verkauf abzusehen. Ebenso habe sie bereits mit ihrer Zscheppliner Amtskollegin Roswitha Berkes (parteilos) gesprochen. Doch ob die Gemeinde Zschepplin ihrerseits den B-Plan auf den Prüfstand stellen wird, um solche Ambitionen zu blockieren - dazu steht eine Entscheidung aus. Der Gemeinderat beschäftigte sich in dieser Woche mit einer Stellungnahme zum B-Plan "Obere Steinäcker Waldsiedlung/Wellaune" der Stadt Bad Düben. Und erneuerte auch in diesem Fall seine Ablehnung - wie er das gerade beim aktuellen Rechtsstreit mit dem Investor einer Mastanlage, die bei Krippehna entstehen soll, dokumentiert. "Der Rat sprach sich schon in seinen letzten Beratungen im vergangenen Jahr gegen die Vorhaben in Wellaune aus", betonte Berkes. Ob es mit Grundeigentümern schon Verkaufsgespräche gab, sei nicht bekannt, hieß es auf eine Anfrage von Glauchaer Bürgern, die an der jüngsten Ratssitzung teilnahmen. Weil aber niemand zurzeit genau weiß, was die Zukunft bringt, wurde der Verwaltungsverband Eilenburg-West beauftragt, sich zu dieser Angelegenheit zu positionieren. Bestandteil des Beschlusses ist zudem: Glauchas Ortsvorsteher Andreas Wolkwitz soll anhand der Unterlagen Hinweise, Anregungen und Bedenken zuarbeiten. "Das Thema kommt dann zu gegebener Zeit noch einmal auf die Tagesordnung", so Berkes.

Die Straathof Holding gab sich indes weitgehend unwissend, was da mit Flächen rund um Wellaune derzeit läuft. "Wir kaufen keine Ackerflächen", sagte Heidrun Spengler, zuständig für Ackerbau und Biogasanlagen in dem Unternehmen. Und dass Straathof erwäge, sich weiter in Richtung Glaucha auszudehnen, verneinte sie energisch: "Das ist auf gar keinen Fall geplant." Dennoch könnten die Flächen-Gesuche, so Spengler weiter, tatsächlich mit etwaigen Ausgleichsmaßnahmen im Bereich Naturschutz zusammenhängen, zum Beispiel für die Biogasanlage in Wannewitz. Andreas Kutschke, Chef des Berliner Planungsunternehmens, erklärte wiederum auf LVZ-Anfrage, dass es in der Sache keine Zusammenhänge mit der Straathof Holding gäbe.

Die Wellauner und Glauchaer, allen voran die Mitstreiter in der Bürgerinitiative "KESS - Keine Erweiterung der Sauenanlage Straathof" sind jedenfalls alarmiert. Sie haben sich mittlerweile gut vernetzt und wollen weiter Widerstand leisten. Sowohl gegen den geplanten Bau der Biogasanlage, die laut Straathof-Konzern noch nicht genehmigt ist, als auch gegen die Aufstockung des Tierbestandes von derzeit etwa 6000 auf über 37 000 Schweinen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.02.2014

Nico Fliegner und Karin Rieck

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