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Wirtschaftsfaktor Bundespolizei

Wirtschaftsfaktor Bundespolizei


Bad Düben. Die Bundespolizeiabteilung in Bad Düben hat heute Grund zum Feiern. Denn vor genau 60 Jahren schlug die Geburtsstunde für den Bundesgrenzschutz.

. Später wurde daraus die Bundespolizei. Und die ist mit ihrer Abteilung und 700 Mitarbeitern in Bad Düben aus der Kleinstadt nicht mehr wegzudenken.

Während ihr damaliger Auftrag fast ausschließlich darin bestand, die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland zu schützen, habe sich die Behörde zu einer „flächendeckend arbeitenden modernen Polizei entwickelt", sagt Norbert Kessler, Sprecher der Bad Dübener Abteilung. Neben der Sicherung der Grenzen nimmt sie heute vor allem Aufgaben im bahnpolizeilichen Bereich wahr, auf dem Gebiet der Luftsicherheit, beim Schutz von Bundesorganen, im Flugdienst, auf See und im Ausland.

Mit dem Patrouillenboot „BP 23 Bad Düben", das seinen Heimathafen in Neustadt in Schleswig-Holstein hat und derzeit auf der Ostsee schippert, bestehe „eine besondere Beziehung mit der Stadt Bad Düben", so Kessler weiter. Zur Besatzung des gleichnamigen Bootes dauere die Partnerschaft bereits

15 Jahre an.

Dass es die Bundespolizei in Bad Düben gibt, empfinden vor allem hiesige Kommunalpolitiker als Segen für die Kleinstadt. Denn die profitiert in vielerlei Hinsicht von dem Standort. Die Abteilung ist der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region. Über 530 Angehörige haben in Bad Düben und umliegenden Kommunen ihr Zuhause gefunden. „Die Mitarbeit vieler Angehöriger in Gremien und Vereinen oder die unentgeltliche Bereitstellung unserer Sportanlagen zur Förderung des Kinder- und Jugendsports ist allemal erwähnenswert", sagte Polizeirätin Julia Buchen.

Am heutigen Behördengeburtstag könnten die Bad Dübener Bundespolizisten „sehr optimistisch in die Zukunft blicken". Mit gegenwärtig rund

700 Mitarbeitern sei die Abteilung „gut aufgestellt". Hinzu käme die zentrale Lage der Kurstadt. Zu den Einsatzorten sind es nicht allzu lange Wege. „Ich denke, die Abteilung wird es auch noch in 20 Jahren geben und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt wird kontinuierlich fortgeführt", sagte der Abteilungsführer Jürgen Kollenrott anlässlich des 20-jährigen Dienststellenjubiläums im Oktober vorigen Jahres.

Dabei war in der Wendezeit nicht immer klar, was aus dem ehemaligen Standort der Nationalen Volksarmee in der Schmiedeberger Straße werden würde. Im Dezember 1990 hieß es aber dann, dass es in Bad Düben eine „Einsatzabteilung des Bundesgrenzschutzes" geben soll. Laut Kessler hatte alles schon im März seinen Anlauf genommen. Damals sei die Grenzschutzabteilung Ost 3 im thüringischen Eisenach unter dem letzten DDR-Innenminister Peter Michael Diestel aufgestellt worden. Im Februar 1991 kristallisierte sich schließlich Bad Düben als „endgültiger Standort heraus".

Seither habe sich in der Schmiedeberger Straße allerhand getan. „Da ist zunächst die grundlegende Sanierung der Gebäude und technischen Einrichtungen zu nennen. Bis zum Jahr 2010 wurden etwa 51 Millionen Euro investiert", blickte Polizeirätin Buchen zurück.

In der Tat erinnert heute fast nichts mehr an die einstige graue und triste NVA-Dienststelle. Neben neuen Sportanlagen einschließlich Sporthalle und modernen Unterkünften gibt es eine Raumschießanlage. Die Standortküche ist ebenfalls ein Neubau. „Und ganz wichtig ist die Integration der Bediensteten in die hiesige Region", betonte Buchen. Diese stellten immerhin „einen Wirtschaftsfaktor von fünf bis sechs Millionen Euro pro Jahr", konstatierte Polizeidirektor Kollenrott anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Dübener Abteilung. Denn die Beschäftigten zahlen hier Mieten und Steuern, kaufen ein, nutzen Einrichtungen und vieles mehr. Und die Abteilung trägt letztlich dazu bei, dass Bad Düben nicht schon längst unterhalb der 8000-Einwohner-Marke dümpelt. Aktuell leben 8600 Menschen in der Stadt.

Nico Fliegner

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