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Wo Kinder zu kleinen Obstbauern werden

Wo Kinder zu kleinen Obstbauern werden

Heute präsentieren wir Teil drei der LVZ-Sommer-Serie "Kinder, Kinder ..." In sieben Teilen stellen wir die Kindergärten in Bad Düben und der Gemeinde Laußig näher vor.

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Hallo, wir sind die kleinen "Spatzen" vom Bad Dübener "Spatzenhaus".

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Heute: die Awo-Kita "Spatzenhaus" in Bad Düben.

Eine Gruppe Kinder steht im Schatten der Bäume und nascht Kirschen, um anschließend den Kern meterweit zu spucken. Die Jüngsten spielen im Sandkasten und andere entern gerade das große Piratenschiff auf der großen Wiese. So sieht der Alltag in der Awo-Kindertagesstätte "Spatzenhaus" aus. Langeweile kommt bei den 225 Mädchen und Jungen zwischen Krippen- und Vorschulalter nicht auf. Denn jeden Tag sorgen die Erzieher für ein spannendes Programm.

Gebaut wurde die Einrichtung 1973. Eröffnung war ein Jahr später. Den einst so tristen DDR-Plattenbau haben nicht nur die Kinder in ihr Herz geschlossen. Denn mittlerweile ist er saniert und auf modernem Stand. Zwei Dutzend Kinder werden die Einrichtung in den nächsten Tagen verlassen. Auch die sechsjährige Fina Kähmke ist eine von ihnen. Sie ist aufgeregt. Denn Fina ist eine von 25 Mädchen und Jungen aus der Einrichtung, die Ende August Schulanfang feiern. Für Leiterin Simone Walter ist das ein ganz normaler Schritt, auch wenn die Erzieher ihre Kinder mehr als nur lieb gewonnen haben. "Die Kinder gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil sie sich auf die Schule und damit auf einen neuen Lebensabschnitt freuen. Weinend, weil sie gern zu uns gekommen sind und Einrichtung sowie Team gut kennen", erzählt Simone Walter.

Es gibt ja auch viel zu erleben im "Spatzenhaus". Jedes Jahr organisieren die Erzieher eine Vielzahl an Projekten und Ausflügen. Es gibt traditionelle Feste, Feriengestaltung für Hortkinder, Betreuung von Integrationskindern, eine Krabbelgruppe für die Jüngsten, Gesundheitsvorsorge und vieles mehr. Projekte zum Thema Garten, Berufe, Schule oder Familie stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Dahinter stecken ausgetüftelte Lernmethoden mit spannenden Inhalten. So zum Beispiel beim Gartenprojekt. Die Kinder erleben, wie etwas wächst und gedeiht, wenn man es richtig pflegt. So wurden schon vor einigen Jahren Beete auf dem Gelände angelegt, auf denen Erdbeeren, Kohlrabi, Tomaten und Bohnen gedeihen. Wenn die reif geworden sind, werden sie in der hauseigenen Küche zubereitet und von den Kindern verspeist. "Das ist nur eines von vielen Beispielen. Beim Berufeprojekt lernen die Mädchen und Jungen die Berufe ihrer Eltern kennen. Wir besuchen verschiedene Einrichtungen wie die Feuerwehr oder den Bäcker und schauen hinter die Kulissen", erzählt die Kita-Chefin und führt das Familienprojekt an, bei dem Muttis mit ihren Babys oder auch Oma und Opa eingeladen werden und aus ihrem Leben erzählen. "Wir streben mit all diesen Dingen die Anerkennung jedes einzelnen Kindes in der Gemeinschaft an, stärken die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein."

Simone Walter arbeitet seit 1986 als Erzieherin. 2006 wurde sie Leiterin im "Spatzenhaus". "Der Erzieherberuf war mein großer Wunsch nach der Schule. Vor der Wende war vieles anders strukturiert. Auszubildende erhielten früher eine sogenannte Planstelle nach der Lehre. Das gibt es heute nicht mehr. Inhaltlich wird heute nichts anders gemacht als damals. Man hat bloß mehr Möglichkeiten", so Walter.

Rosemarie Julich gehört zu den dienstältesten Erzieherinnen. Schon seit 1971 arbeitet sie in diesem Beruf. "Angefangen habe ich in der Krippe in der Bitterfelder Straße. Dort, wo heute das Architektenbüro Paak ist. 1983 wurde ich Leiterin des Kindergartens im Waldkrankenhaus, wo alle Hammermühlenkinder waren. Das war eine schöne Zeit. Wir hatten unseren Spielplatz sozusagen mit dem Wald vor der Haustür", erinnert sich Julich.

Im "Spatzenhaus" schwören die Kinder auf ihr 2500 Quadratmeter großes Spiel- und Tobe-Areal. An Spielmöglichkeiten lässt es kaum einen Wunsch offen. Es gibt ein großes Piratenschiff, Klettergerüst, Rutschen, Schaukel, Sandkasten, eine Matschanlage und bei großer Hitze viele Sonnendächer, eine Außendusche und Sprühschläuche. Hilfe bei der Umsetzung der vielen Projekte und Aktionen bekommen die Spatzen vom eigenen Förderverein, gegründet am 5. Februar 1996. "Unser Förderverein lebt und unterstützt unsere Einrichtung bei vielen Projekten, Festen und Feiern. Es gibt nicht nur tatkräftige Hilfe, sondern auch finanzielle. Die Mitglieder organisieren beispielsweise Kaffeenachmittage, Flohmärkte und einen jährlichen Weihnachtsmarkt. Die Erlöse fließen dann in Aktionen unserer Einrichtung", so Simone Walter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.07.2013

Steffen Brost

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