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Wo die Fledermäuse kuscheln

Wo die Fledermäuse kuscheln

Hohenprießnitz. Traditionen muss man pflegen. Seit 1984 organisiert Nabu-Fledermausexperte Rolf Schulze aus Hohenprießnitz in seiner Ortschaft jedes Jahr spannende Führungen in die Welt der Fledermäuse.

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Im Fledermauskabinett erklärt Experte Rolf Schulze alles rund um die seltenen Tiere der Nacht.

Quelle: Steffen Brost

Auch diesmal kamen 15 kleine und große Teilnehmer zur abendlichen Runde durch Schloss, Kirche und Aue zusammen, um einiges Wissenswertes rund um die Tiere zu erfahren.

Fledermäuse mögen Wärme. Und die gab es an diesem Abend reichlich. Das Thermometer zeigte 27 Grad. Ideal, um die kleinen Säugetiere zu beobachten. Doch erst einmal ging es in die alte Brennerei. Dort ist das Fledermauskabinett von Schulze eingezogen. "Das Schloss wird gerade umgebaut. Doch bald soll es wieder einen Raum im Schloss geben", verkündete Schulze. Im Kabinett erfuhren die Teilnehmer, dass das Große Mausohr, der Abendsegler und die Breitflügelfledermaus mit bis zu 40 Zentimetern Flügelspannweite zu den größten Exemplaren ihrer Gattung gehören. Dagegen kommen die Nymphen- und die Mückenfledermaus mit 14 Zentimetern klein daher.

Die erste Station der Fledermaustour war die Kirche. Ziel war das Gebälk unterm Dach. Schulze lenkte die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer auf den Holzboden. Überall lagen kleine Kotkrümel verstreut. Zwischen seinen Fingern zerbröselte Rolf Schulze den trockenen Kot. "Ist das nicht eklig?", fragte der siebenjährige Leon. Schulze erklärte: "Überhaupt nicht. Das sind alles nur unverdauliche Reste von Insekten. Sie enthalten Chitin. Deshalb lässt sich der Kot leicht zerreiben. Dadurch kann man auch den Fledermaus- von Mäusekot unterscheiden. Er ist härter. Zudem ein prima Pflanzendünger", erläuterte der Nabu-Experte.

Dann endlich sahen die Naturfreunde Fledermäuse. Im Lichtstrahl der Taschenlampe zeigte Schulze auf die weibliche Tiere. In kleinen Gruppen hingen sie eng aneinander gekuschelt am Dachstuhl. "Das sind alles Graue Langohren. Sie sind zur Zeit hochschwanger. Etwa Mitte Juni bringen sie ihre Kinder auf die Welt. Nach der Geburt wird der Fledermausnachwuchs dann in diesen Wochenstuben jeweils von einigen Müttern betreut, während andere auf Nahrungssuche unterwegs sind. Die Fledermausmännchen haben in dieser Zeit hier nichts verloren. Sollte sich jedoch einmal ein Männchen verirren, wird es umgehend wieder vertrieben", erzählte Schulze weiter.

In der Regel bekommen die Tiere immer nur ein Junges. Durch Beringung konnte festgestellt werden, dass sie bis 30 Jahre alt werden können. Allerdings erreicht rund 80 Prozent des Nachwuchses nicht einmal das erste Lebensjahr.

Letzte Station auf der Fledermaus-Tour war der Schlosspark. Hier packte Schulze seine Fledermausdetektoren aus. Die kleinen Geräte können die hochfrequenten und artspezifischen Töne verschiedener Fledermausarten für das menschliche Ohr hörbar machen. Doch es dauerte eine ganze Weile, bis die ersten Abendsegler am Himmel durch ihre ruckartigen Flugbewegungen sichtbar wurden und die Geräte Töne von sich gaben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.06.2015
Von Steffen Brost

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