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Wohnen rumänische Arbeiter im alten Bad Dübener Waldkrankenhaus?

Wohnen rumänische Arbeiter im alten Bad Dübener Waldkrankenhaus?

Um das ehemalige Waldkrankenhaus-Areal in Bad Düben gibt es erneut Wirbel. Wie jetzt bekannt wurde, musste vorige Woche die Feuerwehr zu einem Einsatz auf das Gelände ausrücken.

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Rumänen haben vor drei Wochen begonnen, die Ruinen des ehemaligen Waldkrankenhauses in Bad Düben dem Erdboden gleich zu machen.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Ein Anwohner hatte Rauchentwicklung in einer der hinteren Baracken festgestellt. Vor Ort trafen die Kameraden auf vier junge Männer. Zwei versuchten zu fliehen, kamen jedoch zurück. Die Männer wollten die Ummantelungen von verschiedenen Elektrokabeln verbrennen, sodass am Ende das blanke Metall zurückblieb. Dabei entstand dichter Rauch. Was die Feuerwehrleute aber noch sahen, verwunderte sie. "Wir stellten fest, dass die Männer hier wohl bereits längere Zeit wohnten", sagt Tobias Volkmann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Feuerwehr Bad Düben. Die Arbeiter hätten sich in einem leeren Raum "häuslich eingerichtet, wenn man das so nennen kann". Sie haben einen provisorischen Ofen gebaut, Decken vor die offenen Fensteröffnungen gespannt sowie Teppiche ausgelegt. Als Toilette diente ein ausgedienter Schacht auf dem ehemaligen Klinikgelände. Außerdem hatten sie von einen Stromkasten über mehrere Meter Kabel verlegt, um so an elektrischen Strom zu kommen. "Das waren einfach nur menschenunwürdige Bedingungen", so Volkmanns Eindruck.

Eine Kommunikation war nur schwer möglich. Die Männer sprachen rumänisch und ein paar Brocken Englisch. Die Polizei stellte später fest, dass die vier Rumänen gültige Papiere aus Staßfurt hatten. "Ein Platzverweis konnten wir nicht ausstellen, da sich die Personen mit Genehmigung des Besitzers auf dem Areal aufgehalten haben", sagt Harald Schmich, Leiter des Polizeireviers Eilenburg. Seitens der Stadt Bad Düben, die Ortspolizeibehörde ist, wurden jetzt weitere Maßnahmen getroffen. "Wir haben den Eigentümer angeschrieben und ihn aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben", erklärt Ordnungsamtsleiterin Gabriele Leibnitz. Denn Wohnen sei auf dem ehemaligen Krankenhausgelände unter den jetzigen Bedingungen nicht erlaubt. "Leider haben wir bis heute noch keine Antwort bekommen. Gegen die angetroffenen Männer liegt ansonsten nichts vor", so Leibnitz weiter.

Die Aufregung kann Herbert Lischetzki, Eigentümer des Ex-Krankenhaus-Geländes, nicht verstehen. "Es ist bereits das dritte Gebäude abgerissen. Allerdings wurde meinen Leuten das Werkzeug gestohlen und die haben daraufhin lediglich eine Nachtwache abgehalten, damit das restliche Werkzeug nicht auch noch verschwindet. Außerdem war es gar kein großes Feuer. Die Männer haben nur ein paar Steine zusammengestellt und sich über der Flamme die Hände gewärmt. Irgendjemand will uns hier wohl in ein schlechtes Licht rücken." Laut Lischetzki handele es sich bei den vier Männern um ein "professionelles Abrisskommando". Untergebracht seien sie in Trebsen.

Vor rund drei Wochen begann der Teilabriss des ehemaligen Waldkrankenhauses (wir berichteten). Dort sollen Häuser als Randbebauung entstehen. Lischetzki, Geschäftsführer der Freizeitstätten GmbH Dinslaken, ist seit 2008 Eigentümer des 74 000 Quadratmeter großen Areals am Rande der Kurstadt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2015
Von Steffen Brost

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