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Wolfstag in der Dübener Heide – Crowdfunding-Projekt läuft schleppend

Natur & Umwelt Wolfstag in der Dübener Heide – Crowdfunding-Projekt läuft schleppend

Im Naturparkhaus in Bad Düben soll im Oktober ein Wolfstag stattfinden. Der kostet aber 8000 Euro und soll über Spenden finanziert werden. Allerdings läuft die ganze Aktion schleppend. Bis 11. August läuft das Crowdfunding-Projekt.

Machen sich für den Wolfstag in der Dübener Heide stark: Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (Mitte), Biologin Janine Meißner und Axel Mitzka vom Verein Dübener Heide.

Quelle: Heike Nyari

Bad Düben. Der Wolf kommt auf leisen Pfoten und erobert fast unbemerkt seine alte Heimat wieder. Doch ganz unbemerkt geschieht es eben doch nicht, denn insbesondere Landwirte, Tierhalter und Jäger bemerken sein Wirken nach nächtlichen Beutezügen und sind empört, während auf der anderen Seite eine Art Willkommenskultur gepflegt wird.

In der Dübener Heide gibt es mittlerweile unübersehbare Spuren von Isegrim und so ist die Region zwischen Bad Düben und Wittenberg am Diskutieren. „Der Schutz des Wolfes wird als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabenstellung definiert, über die wir in der Dübener Heide nicht entscheiden können“, sagt Axel Mitzka vom Naturparkträgerverein Dübener Heide.

Bürgermeisterin nicht hysterisch

„Ich bin nicht hysterisch wegen dem Wolf, aber ich kann diejenigen, die Schaden haben, gut verstehen“, erklärt Astrid Münster (FWG). Bad Dübens Bürgermeisterin fragt sich, was passiert, wenn sich tatsächlich ein Rudel in der Nähe der Kurstadt ansiedelt und ob sich die Wölfe in der Region vermehren. „Ich finde es wichtig, wenn miteinander geredet wird und man muss weiterdenken, zum Beispiel bis ins Jahr 2030. Denn was wir beim Biber verpasst haben, sollten wir beim Wolf anders machen“, so die Meinung der Stadtchefin.

Am 8. Oktober soll deshalb im Naturparkhaus in Bad Düben der Thementag „Wolf & Mensch“ stattfinden. Doch ob diese Ganztagsveranstaltung, bei der auch Referenten aus ganz Deutschland erwartet werden, tatsächlich durchgeführt werden kann, steht noch in den Sternen. „Für die Gesamtfinanzierung benötigen wir 8435,02 Euro“, erklärt Axel Mitzka. Davon, so der Heidevereinsvorsitzende, seien über Crowdfunding, also das Sammeln von Spendengelder über eine Internetplattform, bis jetzt erst etwas über 20 Prozent eingegangen. In diesem Zusammenhang gab Astrid Münster das Versprechen, dass, wenn mindestens 7000 Euro über Crowdfunding zusammenkommen, die Stadt finanziell sicherstellen würde, dass der Wolfstag in Bad Düben stattfindet.

Bis 11. August Spenden möglich

Das Crowdfunding läuft noch bis 11. August. „Es geht darum, als einer unter vielen Geld für eine gemeinsame Vision zu geben“, erklärte Janine Meißner das System. Auf die Unterstützer warten exklusive Gegenleistungen. Ab einen Wert von 20 Euro bestünde die Möglichkeit einer persönlichen Reservierung für eine der Veranstaltungen am Wolfstag.

Ziel des Projektes ist es, Chancen und Risiken für die Menschen offen anzusprechen und miteinander zu diskutieren. Es sollte sich jeder angesprochen fühlen, ob Einwohner, Tourist, Jäger oder Tierhalter, denn „der gesellschaftlich vereinbarte Wolfsschutz beinhaltet auch soziokulturelle und ökonomische Betroffenheiten für die Menschen in der Heide“, ist sich Janine Meißner sicher. Es herrschen Freude und Euphorie, aber auch Angst und Unsicherheit bis hin zu Wut und Empörung in der Bürgerschaft. Und es herrschen Informationsdefizite rund um den Wolf. Der Wolfstag ist eine Veranstaltung, die es deutschlandweit in dieser Form noch nie gab und bei der alle vorhandenen Argumente nach Bad Düben getragen werden sollen.

www.visionbakery.com/wolfstag-duebener-heide

Von Heike Nyari

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