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Bad Düben "Würfel" auf dem Abstellgleis - Stadt sucht vergeblich nach Nutzer
Region Bad Düben "Würfel" auf dem Abstellgleis - Stadt sucht vergeblich nach Nutzer
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14:51 19.05.2015
Blick auf den sogenannten "Würfel" im Postweg. Bisher gibt es noch keinen Interessenten für eine mögliche Nachnutzung. Quelle: Steffen Brost

Was aus den Objekten werden soll - die Kreiszeitung hakte nach.

Ein Jahr vor der Wende wurde der "Würfel" als zweigeschossiges Plattenhaus gebaut. Es diente in der oberen Etage einem Friseurunternehmen. Unten war die Stadtbibliothek eingerichtet. Das ging bis vor zweieinhalb Jahren gut. 2011 übernahm die Arbeiterwohlfahrt die Bibliothek und zog mit Büchern und Mitarbeitern ins Jugendhaus Poly in den Windmühlenweg. Auch der Friseur wechselte seinen Platz. Fortan stand das Gebäude leer. Zahlreiche Versuche, das Haus anderweitig zu nutzen, scheiterten jedoch. Obwohl Lage und Größe, 1900 Quadratmeter Grundstücks- und 310 Quadratmeter Nutzfläche, zahlreiche Interessenten hätte anlocken sollen.

"Das Objekt war und ist noch immer ausgeschrieben. Der Kaufpreis beträgt 80 000 Euro. Wir könnten uns hier wieder eine Art Dienstleistungsgebäude vorstellen. Eine Arztpraxis beispielsweise", sagt Katrin Mosebach vom Gebäudemanagement der Stadt.

Aktuell erfolgt eine Überplanung des Geländes. Da auch der benachbarte Bauhof im vergangenen Jahr in den Körbitzweg umzog und die Supermarktkette Aldi sich für das verwaiste Bauhof-Grundstück interessiert, wird gegenwärtig über eine Nachnutzung des Gesamtareals nachgedacht. "Ein Abriss steht nicht zur Debatte. Die Substanz ist noch in Ordnung. Wir sind bestrebt, hier wieder etwas reinzubekommen. Im Frühjahr soll eine Kinderkleiderbörse stattfinden", so Mosebach weiter.

In ebenfalls unmittelbarer Nachbarschaft steht ein weiterer Schandfleck - ein Relikt aus ehemaligen NVA-Zeiten. Hier waren in der Blütezeit Bad Dübens als Garnisionsstadt Soldaten außerhalb ihrer Kaserne untergebracht. Nach der Wende wurde der graue Fünfgeschosser für die Unterbringung von Spätaussiedlern genutzt. Auch die Rettungswache war zeitweise stationiert. Das Gebäude wurde danach verkauft. Nach Angaben von Hauptamtsleiter Silvio Grahle von der Stadtverwaltung ging das Objekt an eine Puppenwerkstatt. Deren Insolvenz brachte das Haus in den Besitz der C.P.L. Grundbesitz GmbH Leipzig. Laut Internet ist das Unternehmen für die Verwaltung von fremden Immobilien, Grundstücken und Wohnungen zuständig. Erst vor drei Jahren wurde eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach montiert. Ein Zeichen, dass das Gebäude noch mindestens 17 Jahre stehen wird, denn die garantierte Einspeisevergütung für Strom beträgt 20 Jahre. Doch das Erscheinungsbild des Hauses ist eher betrüblich. Offenstehende Fenster, heraushängende Gardinen und ringsherum wuchert das Unkraut fast einen halben Meter hoch. Eine Nachfrage im Leipziger Büro der Firma brachte keine neuen Information. Dort hieß es, man wolle sich zu diesem Objekt nicht äußern. "Solange die Sicherheit der Passanten durch das Objekt nicht gefährdet ist, gibt es keinen Grund einzugreifen", sagt Silvio Grahle. Insofern wird der schlechte Zustand wohl noch eine ganze Weile bleiben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2014
Steffen Brost

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