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Zehn Punkte, die Bad Düben 2012 bewegen

Zehn Punkte, die Bad Düben 2012 bewegen


Bad Düben. Bauhof, ehemaliges Gymnasium, Finanzen - nur drei Bereiche, die dieses Jahr auf der Agenda in Bad Düben stehen.

. Was 2012 das politische Geschehen in der Stadt maßgeblich bestimmen, an welchen Stellen mit Nachdruck gearbeitet und was sich überhaupt verändern wird - die Kreiszeitung gibt einen Überblick.

1 FINANZEN: Bad Düben musste im vorigen Jahr mit erheblichen Steuerausfällen jonglieren, ein Loch von etwa 400 000 Euro klaffte, dringend benötigte Gewerbesteuern brachen aufgrund von Rückzahlungen aus Vorjahren weg. Die Prognose der Stadt für dieses Jahr fällt optimistisch aus. Die Kommune rechnet wieder mit Einnahmen, will weiter an der Haushaltskonsolidierung und am Schuldenabbau arbeiten. Seit 2007, das Jahr ihrer Amtseinführung, habe Bad Düben drei Millionen Euro Schulden getilgt, sagte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

2 INVESTITIONEN: Trotz der allgemein angespannten Finanzsituation wird Bad Düben in diesem Jahr investieren. Größter Posten ist letztmalig das Stadtsanierungsgebiet. Mit Land und Bund werden 150 000 Euro in noch ausstehende Vorhaben investiert, unter anderem im Bereich Hirtenhäuser. Außerdem fließt Geld in die Sanierung der Obermühle. Mit Hilfe von Fördermitteln und Sponsoren-Geldern werden etwa 1,1 Millionen Euro in das marode Wohnhaus gesteckt. Dort sollen unter anderem Schauwerkstätten entstehen. Dadurch erfährt das gesamte Gelände, das in Hand des Museumsdorfvereins ist, eine weitere touristische Aufwertung.

3 NATURPARKHAUS: Die Hülle steht seit vorigem Jahr, jetzt muss sie mit Leben erfüllt werden. Der Verein Dübener Heide, der Träger des Naturparks ist und das Naturparkhaus am Fuße der Burg Düben betreibt, wird dort im Herbst eine multimediale Ausstellung über den Naturraum Dübener Heide eröffnen. Das Besucherzentrum hat dann eine Schaufenster-Funktion für die Naturparkregion. Die Idee: Besucher können sich einen umfassenden Überblick über den Naturpark verschaffen, um anschließend gezielter einzelne Erlebnispunkte erkunden zu können.

4 ABWASSER: Der Zweckverband Abwassergruppe Dübener Heide wird die Gebühren neu kalkulieren. Wie die künftig ausfallen, soll bereits im ersten Quartal dieses Jahres bekannt gegeben werden. Die Bad Dübener zahlen derzeit 2,45 Euro je Kubikmeter Abwasser, die Kossaer, die zum Verband gehören, 4,40 Euro.

5 BAUHOF: Dieser muss bis zum Herbst aufgelöst werden. Bis zur zweiten Jahreshälfte werden die Bauhofbeschäftigten weiterhin die Arbeiten in der Stadt ausführen, wie bisher. Frühestens ab 1. Oktober kann die Stadt dann eine Fremdfirma beauftragen. Bis dahin sollen über eine Art Teilnahmewettbewerb Firmen gefunden werden, die künftig die Aufgaben des Bauhofs übernehmen. Das könnte beispielsweise der Eilenburger Entsorger Remondis sein, an dem die Stadt ohnehin eine Beteiligung hält. Es wird allerdings eine Ausschreibung erfolgen, die unter anderem beinhaltet, dass der künftige Auftragnehmer die Bauhof-Mitarbeiter übernehmen muss.

6EHEMALIGES GYMNASIUM: Die Stadt will die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die gegenüber Bad Düben finanzielle Ansprüche geltend gemacht hat, abschließen. Bad Düben erwarb den Komplex seinerzeit zu günstigen Konditionen mit der Verpflichtung, das Objekt auch nach einem möglichen Ende des Schulbetriebes einer „angemessenen sozialen Nutzung" zuzuführen. Dieser Pflicht war die Stadt nicht ausreichend nachgekommen, weshalb die Bima einen öffentlich nicht bekannten Betrag fordert.

7 WOHNUNGSUMBAU: Die Wohnungsbaugesellschaft Bad Düben wird umfangreiche Um- und Sanierungsarbeiten Am Schalm vornehmen. Geplant ist unter anderem, an einigen Blöcken die Geschosszahl von fünf auf drei zu verringern. Die Stadt-Tochter will fünf Millionen Euro investieren. Der Wohnblock im Windmühlenweg 24 wird ab Mitte Januar abgerissen.

8 HOCHWASSERSCHUTZ: Die Landestalsperrenverwaltung hat den Startschuss für das Hochwasserschutz-Projekt Polder Löbnitz gegeben. Zunächst wird auf Höhe der Firma Profiroll der Muldedeich auf einer Länge von etwa 850 Metern ausgebaut. Auf weiteren, etwa 250 Metern werden parallel zum Industriegebiet und an der Zufahrt zur Bundesstraße 2 Spundwände eingebaut. Weiterhin soll der erste Teil des Ringdeiches Schnaditz hergestellt werden. Der Freistaat Sachsen investiert etwa 2,5 Millionen Euro in die Realisierung dieses ersten Abschnittes. Den vorzeitigen Baubeginn hatte die Landesdirektion Leipzig bereits im vorigen Jahr genehmigt. Nunmehr wird Planfeststellungsbeschluss für das Gesamtvorhaben erwartet.

9 ORTSUMGEHUNG WELLAUNE: Die Bürgerinitiative, die seit über zehn Jahren für eine Ortsumgehung in Wellaune kämpft, will sich in Kürze erneut mit Politikern und Vertretern des Straßenbauamtes Leipzig treffen, um den aktuellen Planungsstand in Erfahrung zu bringen. Ziel sei es auch in diesem Jahr, die Politiker an ihre Versprechen zu erinnern und das Vorhaben zügig voranzubringen, sagte BI-Sprecherin Gisela Jäschke. Laut Straßenbauamt sei der Bau 2015 möglich, die BI will einen früheren Spatenstich.

10 ENERGIE: In der Stadt wird in diesem Jahr das zweite Bürgersolarkraftwerk an den Start gehen, das auf Initiative des Ökologischen Beirates auf den Weg gebracht wurde. Dieser will auch gemeinsam mit der Stadt an weiteren Energisparmaßnahmen arbeiten. Unter anderem sollen die Heizkosten für das Jugendhaus Poly und für die Turnhalle in der Durchwehnaer Straße gesenkt werden. Auf letzterem Objekt werden zudem Fotovoltaik-Module errichtet, die das Sonnenlicht in Strom umwandeln. Ein Unternehmen will für diese Zwecke die Dachflächen von der Stadt pachten.

Nico Fliegner

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