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Zeigt Bad Dübens Museum künftig mehr Militärgeschichte?

Museumsgespräch Zeigt Bad Dübens Museum künftig mehr Militärgeschichte?

Wie wird das Landschaftsmuseum der Dübener Heide auf der Burg Düben in der Zukunft aussehen? Darum ging es beim Museumsgespräch. Daran nahmen 25 Gäste, darunter Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG), Stadträte, Heimatfreunde und interessierte Bürger, teil und diskutierten Ideen.

Zahlreiche Interessenten sind ins Landschaftsmuseum gekommen, um Vorstellungen, Vorschläge und Ideen für die neue Dauerausstellung zu unterbreiten.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Wie kann die neue Dauerausstellung im Landschaftsmuseum der Dübener Heide in Bad Düben aussehen? Worauf soll der Schwerpunkt liegen? Welche Sonderschauen sind gewünscht? Auf solche und andere Fragen wollte Museumsleiterin Yvonne Steuer am Wochenende im Rahmen des Museumsgesprächs Antworten haben.

Das Foyer war gut gefüllt. 25 Gäste, darunter Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG), Stadträte, Heimatfreunde und interessierte Bürger wollten wissen, wie man die neue Dauerausstellung gestalten will und auch selber Ratschläge geben. Im Blick sind auch die Besucherzahlen, die man nach einer umfassenden Neuerung wieder von aktuell rund 7000 Besuchern im Jahr etwas weiter nach oben bringen will. „Wir hatten die Idee für diese kreative Runde zugunsten der Entwicklung des Hauses gewählt. Wir befinden uns derzeit in einer Phase mit baulichen Veränderungen und wollen perspektivisch auch die Dauerausstellung neu konzipieren. Aber uns ist dabei auch sehr wichtig, was die Bad Dübener für Vorstellungen haben“, sagte Steuer.

Abgrenzung zu anderen Einrichtungen

Seit 1999 wird die aktuelle Schau zur Entwicklung der Dübener Heide und der Stadt Bad Düben gezeigt. Nach fast 20 Jahren soll diese gründlich überarbeitet werden. Ideen hat die Museumsleiterin bereits. Die Gestaltung sei aber auch durch die Geschichte der Stadt und der Dübener Heide in gewissen Bereichen gesetzt. Doch Steuer will die Zusammenhänge noch besser den Besuchern rüberbringen.

Ronald Krause aus Sömmerda in Thüringen riet zu einer überschaubaren Dauerausstellung und zusätzlich bis zu drei Sonderschauen pro Jahr, wofür er einen Extraraum favorisiert. Raik Zenger aus Bad Düben schlug vor, genau zu überlegen, was in die neue Ausstellung rein soll. Denn auch in der Obermühle wird künftig viel Handwerk aus der Region zu sehen sein. Steuer erklärte, dass es keine Doppelungen geben werde und sich beide Häuser voneinander abheben, aber auch ergänzen werden.

Militärgeschichte

Auch zahlreiche Ideen für neue Sonderausstellungen wurden diskutiert. So fragte Bad Dübens Ehrenbürger Wolfgang Apitzsch nach, ob man denn in Sachen Dreißigjähriger Krieg etwas plane. „In diesem Jahr haben wir 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg. Auch Bad Düben und unsere Region waren davon betroffen“, so Apitzsch. Historiker Günter Tempelhof ist der Projektkoordinator für diese Sonderausstellungen im Landkreis Nordsachsen und konnte prompt eine Antwort darauf geben. „Wir bereiten derzeit eine Ausstellung zum Thema vor. Sie wird unter dem Titel ‚Je weniger Klingen, je größere Herzen’ ab Mai 2018 gezeigt und in acht Museen, darunter auch in Bad Düben, zu sehen sein. Derzeit laufen die intensiven Vorbereitungen“, informierte Tempelhof.

Im Rahmen der Diskussion zu neuen Ausstellungen kam auch die Idee, das Bad Dübener Militär, die Geschichte der Kur oder die der Gaststätten zu erzählen. Allein die Militärgeschichte würde mehrere Ausstellungsräume füllen. Denn in der Stadt waren einst zwei NVA-Kasernen und die damaligen NVA-Generäle hatten sogar vor, 200 Quadratkilometer in der Dübener Heide zu einem riesigen Truppenübungsplatz zu machen. Die Dübenerin Edith Scheeren warnte jedoch vor zu vielen textlichen Ausführungen innerhalb einer Ausstellung. „Ich brauche etwas, das mich anspricht. Bildlich und visuell. Die Besucher wollen Fotos und Ausstellungssachen sehen und keine ellenlangen Texte lesen“, sagte Scheeren.

Wunsch der Bürgermeisterin

Stadtführer Torsten Gaber trifft bei seinen Führungen Menschen, die die Stadt und den Naturpark Dübener Heide besuchen. „Ich merke, dass immer öfters Menschen in meinen Gruppen sind, die hier früher mal gedient haben, im Krankenhaus lagen oder zur Kur waren. Die interessieren sich themenspezifisch dafür. Das sollte man bei einer neuen Ausstellungskonzeption mit beachten.“ Auch die Bürgermeisterin hatte eine Wunsch: Sie favorisiert eine Stadtmodellierung, wo man durch das Zuschalten verschiedener Leuchteffekte sehen kann, wie sich Bad Düben entwickelt hat.

Zunächst wird das Museum noch bis nach Ostern geöffnet haben, dann soll die Burg saniert werden.

Von Steffen Brost

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