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Zwei Böcke werden zur Marke – Bad Düben macht Werbung in eigener Sache

Strategie Zwei Böcke werden zur Marke – Bad Düben macht Werbung in eigener Sache

Bock auf Bad Düben – unter diesem Claim oder Werbeslogan haben Claudia Müller von der Bad Dübener Firma K-Media und Texterin Dana Ulbricht eine Produktlinie gestellt, die jetzt auf den Markt kommen soll und ein Baustein einer neuen Innenmarketing-Strategie darstellt, an der in der Kurstadt gearbeitet wird.

Cornelia Richter, Rowena Hiersemann und Barbara Paul (v.l.) von der Stadtverwaltung zeigen die neuen Werbeprodukte mit dem "Bock"-Slogan.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. T-Shirts, Taschen, Beutel, Jacken, Kugelschreiber, Schlüsselanhänger, Pins, Aufkleber, Trinkflaschen, Schutzhüllen für Fahrradsattel und Schirme gehören unter anderem zum Angebot, das in Kürze in der Touristinformation erhältlich sein wird.

Dass die Ziegenböcke mit den vergoldeten Hörnern, die auf dem Turm des Dübener Rathauses zu jeder vollen Stunde mit den Hörnern beim Klang der Glocke zusammenstoßen, als Ideengeber gelten, schien angesichts der Beliebtheit bei Gästen fast selbstverständlich: "Für uns lag klar auf der Hand, es müssen die Ziegenböcke sein. Es ging nicht darum, eine neue Symbolik zu erfinden", so Claudia Müller. Wie sollen die Böcke aussehen, welche Farben, welcher Schrifttyp wird verwendet, wie wird der Image-Text verfasst - auf Fragen wie diese fanden Ulbricht und Müller im Schaffensprozess eine Antwort.

Was den Dübener auszeichnet, wollten die Werbe-Experten in den Botschaften widerspiegeln: bodenständig, liebenswert, authentisch, vielseitig, offen, humorvoll, gastfreundlich plus Stichworte wie Energiesparstadt, Kurort, Reisestation auf dem Lutherweg - all das und mehr mündet in dem Claim "Bock auf Bad Düben." In abgewandelten Formen findet sich der Slogan, zugeschrieben auf das spezielle Produkt, wieder. So heißt es auf Turnbeuteln: "Echter Renner", T-Shirts: "Passt", auf Taschen: "Stadt mit Tragweite", auf Käppis: "Hier steckt was darunter" oder auf Jacken: "Innen gut, außen gut." Zeitnah werde nun ein Lizenzvertrag ausgearbeitet, um sicherzustellen, dass Schriftzüge und Logo im Sinne der Stadt Anwendung finden: "Wir suchen aus, wer die Böcke nutzen kann", so Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Bereits kurz nach Bekanntwerden des Vorhabens habe es zahlreiche Nachfragen gegeben.

Der Stadtrat reagierte zunächst etwas verhalten auf die Präsentation: "Solch einen Claim für Bad Düben zu entwickeln, halte ich für wichtig. Und wenn man ihn hat, muss man ihn auch einige Jahre beibehalten", sagte Mike Kühne (CDU). Ihm fehle aber die öffentliche Diskussion und die Auswahl aus zwei, drei Varianten. Die Frage sei zum Beispiel, ob mit dem eher jugendlichen Slogan die angestrebte Zielgruppe erreicht werde. Auch Michael Seidel (SPD/Bürgerkreis) zeigte sich irritiert: "Für uns ist neu, dass dies ein Claim für die Stadt werden soll. In einem Arbeitsgespräch zum Kurortentwicklungskonzept haben wir festgestellt, dass wir uns schwer damit tun, die Kurstadt zu profilieren und sind erst am Anfang des Prozesses, diese Marke zu finden. Wir haben so viele Botschaften, die wir parallel absenden. Auf der Homepage heißt es: Bei uns schlägt die Stunde anders. Ein anderes Motto heißt: Das Tor zur Dübener Heide oder Die Heide entdecken. Ich denke, dass es daher wichtig ist, dass wir diese Marken-Botschaft im Einklang mit dem Kurortentwicklungskonzept bringen. Ich sehe diesen Claim als taktische Maßnahme, aber nicht als strategische Ausrichtung."

Bedenken dieser Art trat Münster entgegen: "Es hat niemand behauptet, dass dies eine neue strategische Marke sein soll, sondern eine Marke ist, um für Düben ein Innenmarketing zu profilieren. Bock auf Bad Düben soll humorvoll als Lebensgefühl rübergebracht werden. Das heißt noch lange nicht, dass es langfristig die Strategie für Bad Düben werden soll." Der Anregung, dies öffentlich zu diskutieren, mochte Münster aber nicht folgen. Dafür gäbe es einfach zu unterschiedliche Geschmäcker, deshalb hätte die Stadt mit Profis zusammengearbeitet.

Kathrin Kabelitz

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