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1000 Musikfans beim Rock am Kuhteich in Borna

Skurriles Band-festival 1000 Musikfans beim Rock am Kuhteich in Borna

Knochenfabrik, Ein gutes Pferd, F.B.I., Hasenscheisse und Notgemeinschaft Peter Pan: So skurril die Namen der auftretenden Bands, so skurril sind auch zuweilen die Besucher des Festivals Rock am Kuhteich. Doch genau das ist es, was die Besucher Jahr für Jahr ins alte Freibad zieht.

Ein Festival für die ganze Familie: Denise und Claudia sind mit ihren Kindern ins Freibad gekommen, um die Bands zu erleben. Für die Kinder gibt es wegen der Lautstärke Ohrenstöpsel.

Quelle: Julia Tonne

Borna. „Genau das muss aber so sein, nur so ist es hier richtig geil“, sagt Martin aus Torgau. Nachnamen sind hier nicht üblich, hier kennt ohnehin fast jeder jeden. Und die Festivalszene lockt meist die gleichen Fans aus ganz Deutschland an. Das warme Wetter an den vier Tagen sorgte nicht nur für ausgelassene Stimmung, hunderte getrunkene Liter Bier und fast ständig laufende Kaltwasserduschen, sondern auch für etliche Besucher, die nur mal einen Nachmittag die Atmosphäre im Freibad genießen wollten.

Zu ihnen gehörten unter anderem Denise und Merle, die mit ihren Kindern angerückt waren. Der kleinste von ihnen, Pepe und zwei Jahre alt, war allerdings wie die sechsjährige Merle mit Ohrenstöpseln gut ausgestattet. Seinem Tanzbedürfnis tat das keinen Abbruch, er wippte auch zur gedämpften Musik der Bands, die sich auf der Bühne quasi das Mikrofon in die Hand gaben.

Extra aus Göttingen waren Ute, Keune, Doxy und Lisa angereist. Sie waren zum ersten Mal beim Rock am Kuhteich, da ein anderes Festival im Ruhrpott kurzfristig verschoben worden ist. Von der ausgelassenen Stimmung und der guten Musik waren sie dennoch überrascht. „Feiern wir eben hier unseren Festival-Saisonauftakt“, sagt Keune. Die Leute hier seien nett, es gebe keinen Stress mit der Security, die Besucher müssten sowieso vieles selbst organisieren. „Das bringt Ruhe rein, und die Leute können einfach nur feiern.“

„Sieben Bier sind ja auch ein Schnitzel“

Mit Wasserkanistern, etlichen Bierkisten und dem Campingkocher haben es sich auch Eric und Madlen auf dem Festivalgelände gemütlich gemacht. Viel gegessen wurde jedoch nicht, „sieben Bier sind ja auch ein Schnitzel“, sagt Eric noch erstaunlich gut geradeaus. Was seine Stimmung und auch die seiner Freunde allerdings etwas trübt, ist die Tatsache, dass das Festival zum letzten Mal im Freibad über die Bühne geht. „Hier ist alles ein bisschen assi – so muss es sein“, macht denn Martin deutlich.

Im kommenden Jahr, so Lutz Lettau, Vorsitzender des Vereins „Kulturdesign“, der das Festival ausrichtete, ziehe das Festival in den Kulturpark Deutzen um. Für ihn ist das Gelände eine organisatorische Erleichterung: „Strom- und Wasseranschlüsse sind überall da, hier am Freibad in Borna müssen wir das alles mühsam ranschaffen“, begründet er. Auch wenn Martin und Eric den Kulturpark „zu aufgeräumt“ finden und es eher chaotisch mögen, wollen sie dennoch nächstes Jahr wiederkommen. Vorausgesetzt, die richtigen Bands stehen dann auf der Bühne.

Besucherandrang genauso groß wie im Vorjahr

1000 Besucher zählte Lettau in den vergangenen Tagen auf dem Gelände An der Wyhraaue. „Das ist genauso gut wie die letzten Jahre“, betont er. Und er rechnet auch nicht damit, dass der Besucherandrang unter dem bevorstehenden Umzug leiden wird. Mit Keune, Ute, Doxy und Lisa haben schon einmal vier Rockfans ihr Kommen im nächsten Jahr zugesichert. „Denn hier ist einfach nur super.“ Da stört es auch nicht, dass s um sieben Uhr schon alle Musikfans auf den Beinen sind.

„Danach wird es im Zelt zu heiß, außerdem schlafen wir dann am Nachmittag noch, bis es losgeht.“ Auch die Bands konnten die Göttinger überzeugen. Das zeige sich schon daran, dass mehrere Generationen zusammenfeiern würden. Alt neben Jung: auch das mache das Flair eines solchen Festivals aus. Dieses Lob aus dem Mund erfahrener Festivalbesucher ist auch für Lettau ein Beweis, dass wieder alles gut über die Bühne gegangen ist: „Da fällt auch die verspätete Ankunft einer Band nicht so sehr ins Gewicht.“

Von Julia Tonne

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