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120 Leute üben vorm Kraftwerk den Protest

120 Leute üben vorm Kraftwerk den Protest

Etwa 120 Demonstranten versammelten sich am Sonnabend vor dem Kraftwerk Lippendorf, um gegen den Abbau und die Verstromung von Braunkohle zu demonstrieren. Dieser Protest bildete den Abschluss der internationalen "Degrowth"-Konferenz an der Universität Leipzig, an der seit Dienstag mehr als 2500 Wissenschaftler und Vertreter verschiedener Institutionen aus aller Welt teilgenommen hatten.

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Zum Schluss zog die Protestgruppe zum Kraftwerksturm.

Quelle: Krysta Brown

Lippendorf. Nach der Konferenz beteiligten sich zunächst etwa 600 Leute an einem Protestmarsch durch die Messestadt. Mit Trommeln, Musik und Gesang zogen sie vom Augustusplatz quer durch die Stadt zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Von dort aus fuhr am späten Nachmittag eine kleinere Gruppe mit der S-Bahn nach Lippendorf, um an einem Protestpicknick mit Aktionstraining teilzunehmen. Auf der Wiese vor dem Kraftwerk wurden die Teilnehmer mit Abendbrot, Club-Mate und Musik aus dem Lautsprecher begrüßt. Organisiert wurde die Aktion unter anderem von den Umweltschutzinitiativen "Klimagerechtigkeit Leipzig" und "ausgeCO2hlt".

"Wir wollen die Menschen auf das Thema Braunkohleabbau aufmerksam machen und dazu motivieren, den Widerstand aus den Hörsälen heraus direkt auf die Straßen zu lenken", sagte Mitorganisatorin Dorothee Häußermann von "ausgeCO2hlt". Die Nutzung fossiler Energieträger sei nicht nur umweltschädlich, sondern auch lebenszerstörend. "Tausende Menschen werden umgesiedelt, um Platz für Tagebaue und Kraftwerke zu schaffen", sagte Häußermann und verwies aktuell auf das Beispiel von Pödelwitz.

Ein Auslöser für den Protest in Lippendorf sei eine neue Auswertung der EU-Kommission, nach der das Kohlekraftwerk Lippendorf zu den schmutzigsten in Deutschland zähle. Das Kraftwerk gehört dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall und bezieht seinen Brennstoff aus dem Mibrag-Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Nach Angaben des Konzerns erzeugt das Lippendorfer Werk Strom für 2,8 Millionen Haushalte.

Das Protestpicknick war mit einem Aktionstraining verbunden, um effektive Protestmethoden einzustudieren. Erläutert wurde, wie eine starke Menschenkette aufstellt wird und welche Sitzposition günstig ist, wenn Polizisten Demonstranten wegtragen. Es gab auch Informationen zu möglichen gesetzlichen Verstößen. Beim Üben einer Sitzblockade formten einige Teilnehmer eine Menschenkette, während andere die Rollen der Polizisten übernahmen. "Um die industrielle Wachstumsmaschine abzuschaffen, müssen wir Widerstand leisten - gegen Überflussindustrie, fossile Kraftwerke und alle anderen Orte der Zerstörung", begründete Max Fuchs von "Klimagerechtigkeit Leipzig" das Training.

Die Schar der Demonstranten war bunt gemischt. Wissenschaftler und Pädagogen gehörten dazu, internationale Besucher, darunter aus England und Neuseeland, ebenso sowie Einheimische unterschiedlichen Alters. Einige, wie die Studentin Doreen aus Weimar, beteiligten sich erstmals an einer Demonstration. Der 20-Jährigen ist es wichtig, die Lektionen der Konferenz umsetzen zu können. Das Ehepaar Anne und Arndt Jacobi aus Heidelberg engagiert sich hingegen schon länger im Umweltschutz, protestierte aber erstmals an einem Kraftwerk gegen den Braunkohleabbau. "Ich finde solches Engagement wichtig, weil diese Energiequelle überhaupt keine Zukunft hat und sehr umweltschädlich ist", erklärte die 47-Jährige.

Vier Polizeiwagen befanden sich vor Ort, um die Sicherheit auf dem Gelände zu gewährleisten. "Die Demonstration ist sehr friedlich abgelaufen", bestätigte ein Polizist nach dem Ende.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.09.2014
Krysta Brown

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