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Borna 126 Mitglieder und Großdeubener meistern alle Herausforderungen
Region Borna 126 Mitglieder und Großdeubener meistern alle Herausforderungen
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12:57 27.01.2016
Mit schwerem Spezialgerät wurde aus dem Acker in Großdeuben ein bespielbarer Fußballplatz. Quelle: Babett Fichtner
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Böhlen/Großdeuben

Das Ehrenamtszertifikat für die Vorsitzende Babett Fichtner, die letzte Kaufrate für das Gelände im Februar, der Einbau neuer Fenster und ein komplett sanierter Fußballplatz: beim SC Eintracht 09 Großdeuben geht es dieser Wochen Schlag auf Schlag. Weder der Vorstand kommt zur Ruhe, noch die mehr als 120 Mitglieder. Doch genau dieses sportliche Tempo scheint dem Verein zu liegen, das hat er nicht nur im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt, er hat zudem schon wieder die nächsten Pläne auf der Agenda.

Einen großen Schritt nach vorne machen die Fußballer im Februar, dann zahlt der Vorstand unter Leitung von Fichtner die letzte Rate für den Kauf des Geländes. Das gehörte bis vor kurzem einem privaten Investor, der 2013 das Angebot unterbreitete, den Platz für 50 000 Euro an die Sportler zu verkaufen. „Doch das hätten wir nicht hinbekommen, die Summe war viel zu hoch“, sagt Fichtner, die wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für den Verein beim Neujahrsempfang der Stadt Böhlen den Ehrenamtspreis erhielt. Doch es sei gelungen, den Kaufpreis zu halbieren. Hilfe kam von der Stadt in Form eines zinslosen Darlehens in Höhe von 15 000 Euro, Ende 2014 folgte eine riesige Spendenaktion, um das restliche Geld aufzubringen. „Die Resonanz war überwältigend“, freut sich die Vorsitzende. Selbst die Kinder und die Mannschaften hätten ihre Sparschweine geplündert, zudem unterstützten die ortsansässigen Firmen das Vorhaben.

Wettgewinner und Lösung der Tagesaufgabe

Doch allein bei der Sammelaktion blieb es nicht. Fichtner und ihre Mitstreiter nahmen auch andere Möglichkeiten ins Visier. Als der MDR im Frühjahr 2015 bei der Stadt anfragte, ob diese sich die Stadtwette zutraue, gab Barbara Lehmann von der Stadtverwaltung das an Fichtner weiter. Und die Sportler ließen es sich nicht nehmen, für mehrere hundert Euro ihre Gesangskünste unter Beweis zu stellen – Wette gewonnen. Gleich nach diesem Erfolg beschlossen die singenden Fußballer, noch einen Schritt weiter zu gehen und sich bei der Sendung „Mach Dich ran“ zu bewerben. Die Erfolgssträhne riss nicht ab, der SC musste sich wahrlich ran machen und die Tagesaufgabe lösen.

Und die hatte es in sich: „Wir mussten aus einem Acker voller Löcher und Unebenheiten einen richtigen Fußballplatz zaubern“, erzählt Fichtner. Also begab sich der MDR nach der Spielsaison im Sommer auf die Suche nach einer Firma, die helfen konnte – und wurde gleich bei der ersten, bei Erti, fündig. Mit dieser schnelle Zusage hatten selbst die Sportler nicht gerechnet. Zunächst musste die obere „Ackerschicht“ abgetragen und das Gelände mit einem Spezialgerät begradigt werden. Anschließend kam eine spezielle Rasentragschicht drauf, zu guter Letzt konnte der Rasen nach dem ersten Schnee im Oktober gesät werden. Seitdem ruht der Platz. Fichtner und die Kicker hoffen nun, dass er pünktlich zur neuen Saison ab August wieder genutzt werden kann.

Spielfreie Zeit wird für Reparaturen genutzt

Während der vergangenen Monate war für die Fußballer das Stadion am Freibad die Ausweichmöglichkeit. Das gesamte erforderliche Equipment wurde zum Teil bei der Feuerwehr (Kinder-Tore) und in der Turnhalle zwischengelagert. Und die spielfreie Zeit diente der Erneuerung der Fenster im Sportlerheim und der Reparatur des Daches. „Da haben alle mit angepackt – Kinder, Eltern, Spieler – alle, denen etwas am Verein liegt“, sagt Fichtner. Und das seien viele. Der Name des Vereins sei eben Programm.

Doch der Verein wäre nicht der SC Eintracht, wenn nicht schon die nächsten Vorhaben auf der Tagesordnung stünden. „Die energetische Sanierung und die der Duschen stehen an“, betont die Vorsitzende. Zudem wollen die Mitglieder bei einer Benefiz-Feier am 26. März wieder Spenden sammeln, damit das städtische Darlehen so schnell wie möglich zurückgezahlt werden kann. Wer vorab schon einzahlen möchte, findet die entsprechende Bankverbindung in den Schaukästen des Stadtteils. Eines ist Fichtner klar: die nächsten Wünsche gehen auch in Erfüllung – „bei dem engen Zusammenhalt im Verein“.

Von Julia Tonne

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