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175 Jahre Neukieritzsch: Jubiläumsfest geht am Freitag weiter

Ortsjubiläum 175 Jahre Neukieritzsch: Jubiläumsfest geht am Freitag weiter

Die Feierlichkeiten aus Anlass von 175 Jahre Ortsansiedlung sind mit einer Festveranstaltung eingeleitet worden. Dort klärte Bürgermeister Thomas Hellriegel auf, warum die Gemeinde eigentlich Neupürsten heißen müsste. Von Freitagabend bis Sonntag sind die Neukieritzscher und ihre Gäste zum Bahnhofs- und Straßenfest eingeladen.

Weil die Geschichte Neukieritzschs mit einer Bahnfahrt begann, mischen auch Peter Pfeifer (l.) und Bernd Ihle von den Eisenbahnfreunden aus Dresden bei den Feierlichkeiten mit. Zur Festveranstaltung haben sie eine Ausstellung zur Bahnstrecke Hof - Leipzig mitgebracht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukieritzsch. Mit einer Festveranstaltung vor geladenen Gästen sind in Neukieritzsch die Feierlichkeiten aus Anlass von 175 Jahren Ortsansiedlung eingeleitet worden. Von Freitagabend bis Sonntag sind die Neukieritzscher und ihre Gäste zu einem Bahnhofs- und Straßenfest eingeladen. Die Ankunft eines dampfbetriebenen Sonderzuges (15.20 Uhr), der von Leipzig kommt und bis Altenburg und zurück fährt, erinnert an den Halt der ersten Eisenbahn auf dieser Strecke am 19. September vor 175 Jahren, womit die Entwicklung der Gemeinde Neukieritzsch eingeleitet wurde.

Die meisten anderen Städte und Dörfer mögen älter sein. Doch, das sagte Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) in einem launigen Abriss zur Geschichte, es waren gerade die letzten 200 Jahre, „in denen die Wissenschaft und Technik so rasante Fortschritte gemacht haben“.

Die Bahnstrecke von Leipzig nach Altenburg, sozusagen der Geburtshelfer der Gemeinde Neukieritzsch, wurde 1841 und 1842 in nur 15 Monaten gebaut. Hellriegel nannte das eine beachtliche Leistung und verglich mit Hamburger Elbphilharmonie und Berliner Flughafen. Auch ein direkter Vergleich kann aufgerufen werden. Heute dauert es mehrere Jahre, die Strecke zu erneuern.

Haltepunkt befand sich auf Pürstener Flur

Wäre alles mit rechten Dingen zugegangen, müsste Neukieritzsch heute Neupürsten heißen, denn der damalige Haltepunkt Kieritzsch befand sich auf Pürstener Flur. Hellriegel hoffte, „dass uns die Pürstener dafür heute nicht mehr böse sind“.

Mit Wohnungen für Eisenbahner, einem ersten Betrieb, einer Rübenzuckerfabrik, bald einer ersten Schule und weiteren Wohnhäusern nahm die Besiedelung rechts und links der Bahnlinie ihren Lauf. Bis am 1. November 1935 Neukieritzsch offiziell eigenständig wurde.

Heute sei der Ort laut Hellriegel eine „Gemeinde mit städtischem Charakter“, die auf „eine bewegte und erfolgreiche Geschichte zurückblicken“ könne.

Diese den Neukieritzschern immer wieder aufs neue zu erschließen, hat sich die Geschichtswerkstatt zur Aufgabe gemacht. Zur Feier der Ortsansiedlung tritt der Verein gleich zweifach in Erscheinung. Am Dienstagabend wurden die ersten Exemplare des neuesten vom Verein herausgebrachten Buches verkauft. Es heißt „Neukieritzsch und seine Ortsteile von A bis Z“ und wird am Sonnabend am Stand der Geschichtswerkstatt in der Wäscherolle am Bahnhof verkauft. Akt zwei der Heimathistoriker: Am Sonnabend, 10.30 Uhr, (die Zeit wurde geändert) beginnt am selben Ort ein historischer Ortsrundgang.

Überraschung für die Geschichtswerkstatt

Bezog schon Bürgermeister Hellriegel den Verein in seine Festrede ein, so war dessen Überraschung noch größer, als der Bürgermeister der Partnergemeinde Deizisau, Thomas Matrohs, sein Grußwort sprach. Er hatte einen Scheck über 500 Euro für die Geschichtswerkstatt dabei.

Für geschichtliche Aufklärung wollen am Festwochenende auch die Eisenbahnfreunde Dresden mit einer Ausstellung über die damaligen Anfänge des Bahnverkehrs sorgen. Auch ihre Ausstellung bereicherte schon am Dienstagabend die Festveranstaltung, die vom Blasorchester des Musikvereins Neukieritzsch-Regis und vom Gemischten Chor Neukieritzsch musikalisch umrahmt wurde.

Das Fest am Wochenende beginnt am Freitagabend, 19 Uhr, mit Tanz zu Hits und Oldies im Festzelt am Bahnhof. Am Sonnabend herrscht ab 10 Uhr beim Straßenfest buntes Treiben mit Spiel, Spaß und Unterhaltung auf dem gesamten Festgelände. Am Sonntag beginnt 11 Uhr eine Show mit dem Rock’n’Roll-Club Caddy aus Sermuth.

Die letzten Tickets für den Sonderzug sind in der Gaststätte „Auszeit“ in der Parkarena und im Modehaus „Kathleen“ beziehungsweise am Sonnabend auf dem Bahnsteig zu bekommen.

Fahrplan Sonderzug am 23. September:

Leipzig Plagwitz ab Gleis 2 – 14.45 Uhr

Markleeberg Mitte 14.53 bis 14.56 Uhr

Gaschwitz 15.01 bis 15.03 Uhr

Großdeuben 15.06 bis 15.08 Uhr

Böhlen 15.12 bis 15.14 Uhr

Neukieritzsch 15.20 bis 16.20 Uhr

Deutzen 16.26 bis 16.29 Uhr

Treben 16.36 bis 16.39 Uhr

Altenburg an Gleis 4 – 16.46 Uhr

Altenburg ab Gleis 4 – 17.44 Uhr

Treben 17.52 bis 17.55 Uhr

Deutzen 18.05 bis 18.08 Uhr

Neukieritzsch 18.15 bis 18.27 Uhr

Böhlen Gleis 2 – 18.36 bis 18.44 Uhr

Großdeuben 18.48 bis 18.49 Uhr

Gaschwitz 18.52 bis 18.52 Uhr

Markleeberg Mitte 18.57 bis 19 Uhr

Leipzig Plagwitz an Gleis 1 – 19.10 Uhr

Von André Neumann

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