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Borna 20 Leute zu viel im Rathaus – Borna soll bis 2030 Mitarbeiter abbauen
Region Borna 20 Leute zu viel im Rathaus – Borna soll bis 2030 Mitarbeiter abbauen
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00:20 08.12.2017
Die Bornaer Stadtverwaltung hat zu viel Personal, sagt das Struktur- und Personalentwicklungskonzept, das der Stadtrat jetzt zur Kenntnis genommen hat. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Offiziell hat der Stadtrat das Personal- und Strukturentwicklungskonzept der Stadt Borna für die Jahre 2018 bis 2030 nur zur Kenntnis genommen. Mit dessen Erstellung entspricht die Stadt den Vorgaben der Kommunalaufsicht im Landratsamt und erfüllt damit entscheidende Voraussetzungen für die Beantragung von Fördermitteln. Über den Umgang mit der Botschaft des Papiers herrschte auf der letzten Stadtratssitzung dennoch keine Einigkeit. Dabei sind zumindest die Zahlen eindeutig.

Im Klartext: In der Bornaer Stadtverwaltung stehen zu viele Leute in Lohn und Brot. Das ergibt sich aus den gesetzlichen Vorgaben. Derzeit gibt es 184 Mitarbeiter, 15 mehr als im Jahr 1999. Bis zum Jahr 2030 müssten deshalb zwischen 15 und 20 Stellen abgebaut werden. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) machte dabei klar, dass niemand an Kündigungen denke. „Das kann höchstens durch Renteneintritte erfolgen.“

Dabei befindet sich Borna in der Situation, dass nach aktuellem Stand etwa 200 Einwohner fehlen, um den Stellenübergang wesentlich moderater ausfallen zu lassen. So zählte die Stadt zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Konzepts 19 800 Einwohner – 200 zu wenig, um über die entscheidende Grenze von 20 000 Einwohnern zu springen, ab der sich Kommunen mehr Personal leisten dürfen.

Während etwa CDU-Fraktionschef Roland Wübbeke durchblicken ließ, dass es sich bei dem Konzept um ein notwendiges Papier handle, um den Vorgaben aus dem Landratsamt zu genügen, verlangte Maic Staudacher (Bürger für Borna/BfB), dass Oberbürgermeisterin Luedtke in absehbarer Zeit darlegen müsse, wo Personal eingespart werden könne. Das sei eine Voraussetzung für die Erarbeitung des nächsten Haushaltplans. Der frühere Bürgermeister Lutz-Egmont Werner (fraktionslos/Freie Wähler Borna) stellte die so genannten freiwilligen Leistungen in Frage – Aufgaben, die die Stadt mit ihrem Personal übernimmt, wozu sie aber vom Gesetzgeber keineswegs verpflichtet ist. Beispiele dafür seien die Baugenehmigungen, die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen und die Straßenreinigung.

Im Personalentwicklungskonzept wird auch darauf verwiesen, dass sich der finanzielle Druck auf die Stadt Borna im nächsten Jahrzehnt erhöhen wird, weil die Bevölkerung in Sachsen zurückgeht. So sehen optimistische Prognosen die Stadt Borna im Jahr 2020 bei 19 400 Einwohnern, was einer minimalen Zunahme entspräche. Für 2030 werden in der Folge 17 900 Einwohner vorhergesagt. Im Negativszenario landet Borna allerdings nur bei 17 300 Einwohnern im Jahr.

Etwas Licht am Horizont verheißt die Botschaft, dass Borna vom Boom der nahen Großstadt Leipzig profitieren könnte. Durch den absehbaren Anstieg von Miet- und Grundstückspreisen sowie Kapazitätsengpässen in der Kinderbetreuung könnte Borna einen Teil des dortigen Bevölkerungsanstiegs abschöpfen. Damit würde im günstigsten Fall der eigene Bevölkerungsrückgang gebremst oder gar vermieden werden – und damit ließe sich die Streichung zusätzlicher Stellen in der Stadtverwaltung vermeiden.

Von Nikos Natsidis

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