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200 Jahre Völkerschlacht: Historischer Appell in Pegau

200 Jahre Völkerschlacht: Historischer Appell in Pegau

Es soll historisch bis ins Detail sein: Am 2. Mai 1813 gegen 11 Uhr trafen sich russische und preußische Truppen zum Appell auf dem Pegauer Kirchplatz. Genau 200 Jahre später soll diese Begegnung nachgestellt werden.

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Napoleon in Pegau: Als Kaiser der Franzosen bereicherte Jürgen Standke im April 2011 eine Ausstellungseröffnung im Museum. Der Leipziger war dafür in eine Uniform der Nationalgarde geschlüpft, die Napoleon selber trug.

Quelle: LVZ-Archiv

Pegau. Organisiert wird dies vom Scharnhorstkommittee Großgörschen. Alljährlich erinnert dieser Verein mit seinem Scharnhorstfest an die Ereignisse der Völkerschlacht in der hiesigen Region und besonders an die Schlacht bei Großgörschen am 2. Mai 1813. Gerhard von Scharnhorst war preußischer Kriegsminister. Er reformierte das Militär, unter anderem schaffte er die Prügelstrafe ab. 1813 wurde er Stabschef in der Armee Blüchers. In der Schlacht bei Größgörschen wurde Scharnhorst schwer verwundet, wenige Wochen später starb er.

Im Jubiläumsjahr fällt das Scharnhorstfest vom 1. bis 5. Mai besonders groß aus. Darin integriert ist der Appell am 2. Mai auf dem Pegauer Kirchplatz. Heinrich Hexel, Vorsitzender der Scharnhorstkommittees, berichtet über die Vorgänge an jenem Tag vor 200 Jahren: "Die preußischen und russischen Verbände sammelten sich nach dem Übergang über die Elster bei Audigast in den Morgenstunden in Pegau." Es habe logistische Probleme gegeben. Endlich passierten die preußischen Korps die Heeresführer, wahrscheinlich im Bereich der sogenannten Vogelwiese. Dann erst konnten die russischen Truppen folgen. Die überflüssige Truppenrevue habe den Aufmarsch unnötig verzögert. "Ziel war es, die biwakierenden französische Hauptkräfte in dem Dörferviereck Großgörschen, Kaja, Kleingörschen und Rahna anzugreifen", so Hexel. Der Zumarsch sei über Stöntzsch, den Monarchenhügel in Richtung Großgörschen beziehungsweise über Werben, Kitzen und Eisdorf erfolgt.

Der Ablauf der Veranstaltung ist genau geplant: Rund 150 "Russen" und "Preußen" werden am 2. Mai 10.30 Uhr in Pegau eintreffen. 10.45 Uhr findet der Aufmarsch der Truppen in Richtung St.-Laurentius-Kirche statt und 11 Uhr der Vorbeimarsch an den Monarchen und dem Preußischen Stab, darunter Zar Alexander I, Friedrich Wilhelm III und Generalfeldmarschall Blücher. All diese historischen Personen, ob klein oder groß, stellen Traditionsgruppen aus nah und fern in historischen Kostümen dar. 11.15 Uhr soll eine Paradeaufstellung auf der Südseite der Kirche erfolgen. Anschließend wollen sich die Gäste das Napoleonhaus anschauen.

Dort nächtigte der Feldherr am 3. Mai. Napoleon erreichte an jenem Tag gegen 15 Uhr die Stadt. Er gab Befehle, die Stadt zu sichern, erwartete er doch immer noch einen Angriff von Groitzsch her. Zu dieser Zeit schwebte Pegau in höchster Gefahr. Doch um eine französische Umklammerung zu verhindern, kam für die Russen und Preußen der Rückzugsbefehl und die Stadt war gerettet. Die französischen Behörden wiesen nun an, Straßen und Plätze von Toten und Verwundeten zu räumen. 20000 Mann waren damals in Pegau, viele hungernd und nur mit einem Schluck Wasser abgespeist, berichtet das Internet-Tagebuch des in Pegau ansässigen Vereins Route Napeleon des Saxe 1813.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.03.2013

Carell-Domröse, Claudia

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