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Borna 200 freie Lehrstellen
Region Borna 200 freie Lehrstellen
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17:46 19.05.2015
Die 9. Berufsorientierungsmesse ist gut besucht. Quelle: Anja Macheleid

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Allein waren die meist jugendlichen Interessenten der Berufsmesse an diesem Tag keinesfalls. Rund 60 Unternehmen und Institutionen nutzten die Gelegenheit, um sich vorzustellen. An plakatierten Beratungsständen, bepackt mit Informationsmaterial und Werbegeschenken warteten die Aussteller auf Interessenten.

Die Angebotspalette der Berufsbilder war breit und reichte vom kaufmännischen über den technischen und grünen Bereich bis zum Gesundheitswesen und Handwerk. Auch die Bundeswehr und verschiedene Berufsschulen stellten sich vor. Unternehmen wie BMW, Siemens oder Vattenfall reihten sich an die Informationsstände von Barmer GEK oder dem Kreisbauernverband Borna. Auch das Landratsamt, die Sparkasse und Volkssolidarität waren vertreten.

Diejenigen, die noch nicht so recht wussten, wo sie eine Beratung einholen sollten, suchten ein Orientierungsgespräch mit den Frauen von der Agentur für Arbeit. Als neutraler Ansprechpartner halfen diese bei der Vermittlung zwischen Ausbildungsbetrieb und potenziellen Lehrlingen. "Wir können hier keine ausführliche Beratung machen, aber Anregungen und Tipps geben. So können die Jugendlichen für sich den optimalen Nutzen aus dieser Messe ziehen. Auf solchen Veranstaltungen ist ja alles viel ungezwungener im Gegensatz zu einem Gespräch auf dem Amt oder in anderen Behörden", erklärt die Berufsberaterin Plattner-Rasmussen.

Laut der Agentur für Arbeit gibt es im Raum Borna/Geithain noch rund 200 offene Lehrstellen in den unterschiedlichsten Branchen, die bis zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres besetzt werden müssen. Es bieten sich also noch viele Möglichkeiten für die Schulabgänger. Die meisten Jugendlichen der Abschlussklassen haben sich bereits um einen Ausbildungsplatz beworben oder diesen sogar schon zugesagt bekommen. Einige junge Besucher nutzten die Gunst der Stunde und stellten sich mit Bewerbungsmappe bei ausgesuchten Unternehmen vor. So auch Jennifer Rimbach, die die 10. Klasse der Leipziger Mittelschule Paunsdorf besucht. "Das ist doch ein tolles Angebot hier. Warum soll man das nicht ausnutzen? Ich habe gleich mehrere Bewerbungsmappen mitgebracht", sagte die Schülerin, die sich bei Edeka und Globus bereits um eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau beworben hat.

Der Arbeitsagentur zufolge stehen kaufmännische Berufe bei vielen Jugendlichen an erster Stelle auf dem Berufswunschzettel. Ebenso beliebt ist die Ausbildung zum Elektroniker oder Mechatroniker und zum/zur Büro- und Einzelhandelskaufmann/-frau. Weniger gefragt sind die Berufe der medizinischen Assistenz oder des Altenpflegers. Für letztere Berufsbilder bot die Messe eine ideale Plattform, um aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Lukas Ader und Tomy Ostermuth, die beide eine Ausbildung zur Altenpflegekraft machen, haben sich bewusst für einen Beruf entschieden, in dem man mit Menschen arbeitet. "Altenpflege heißt in erster Linie, nicht alten Menschen den Po abzuwischen, sondern Behandlungspflege, Verantwortung und soziales Engagement", erklären die jungen Männer.

Für die meisten Unternehmen und Institutionen ist es mit Blick auf die Bewerberzahl kein Problem, die Ausbildungsklassen voll zu bekommen. Doch beklagen viele Aussteller die immer schlechter werdende Qualität der Lehrlinge. So auch Katja Thiele, Mitarbeiterin im Leipziger Vergnügungspark Belantis: "Das Auftreten mancher Bewerber ist geradezu erschreckend. Da fehlen nicht nur die Allgemeinbildung, sondern auch grundlegende Umgangsformen." Einige Unternehmen haben deswegen bereits ihre Ansprüche an einen Lehrling heruntergeschraubt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2013

Anja Macheleid

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