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Borna 2000 Jungvögel auf dem Bornaer Friedhof
Region Borna 2000 Jungvögel auf dem Bornaer Friedhof
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09:07 30.10.2018
Lutz Hoffman aus Zedtlitz kontrolliert einen Nistkasten auf dem Bornaer Friedhof. Quelle: privat
Borna

Sie hat mehr als 2000 Jungvögeln zum Leben verholfen: Jutta Hagemann, pensionierte Biologielehrerin und passionierte Naturschützerin. Vor 35 Jahren begann sie, Nistkästen für Singvögel auf dem Bornaer Friedhof anzubringen und zu betreuen. Jetzt hat die 79-Jährige mit Lutz Hoffmann aus Zedtlitz einen Nachfolger dafür gefunden.

Qualitätssprung nach der Wende

Es begann mit zehn Nistkästen, die Jutta Hagemann 1983, noch als Naturschützerin im Kulturbund der DDR, auf dem Friedhof anbrachte. Über die Jahre wurden es mehr Nistkästen, so dass deren Zahl bis auf 30 stieg. Nach der Wende gab es auch einen Qualitätssprung bei den Kästen. Waren sie zu DDR-Zeiten aus Holz und damit witterungsanfällig, wurden sie seit den 90er-Jahren mit finanzieller Unterstützung der Stadt Borna durch Holzbetonkästen ersetzt. Darin, so Jutta Hagemann, sind Vögel besser vor Raubwild wie Marder oder Katzen geschützt.

Kästen wurden gestohlen

Ungetrübt blieb die Freude von Jutta Hagemann über die modernen Nistkästen allerdings nicht. Achtmal wurden die Kästen schlichtweg gestohlen. Immer wieder mussten die Kästen ersetzt werden – mit Geld der Bornaer Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Das sei nunmehr allerdings nicht mehr möglich, „weil die Gruppe nicht mehr besteht“.

470 erfolgreiche Bruten

Über die Jahre gab es Schwankungen, was die Zahl der besetzten Nistkästen auf dem Friedhof und die Bruterfolge der Vögel anbelangt. „Bedingt vor allem durch klimatische Faktoren“, so die engagierte Naturschützerin. Ursache dafür war aber auch der Einsatz von Gift in den umliegenden Gärten. „Insgesamt gab es 470 erfolgreiche Bruten.“ Vor allem Blau- und Kohlmeisen (371-mal) und Trauerschnäpper (60-mal) wurden in den Nistkästen ausgebrütet.

Auch Fledermäuse in den Kästen

Dabei boten die Nistkästen keineswegs nur Singvögeln Quartier. Vor allem im Herbst, bisweilen auch im Frühling, zogen durchziehende Fledermäuse ein. Mitunter hätten die Kästen ihnen auch als Wochenstube gedient, sagt Jutta Hagemann weiter. Zudem besiedelten Insekten wie Steinhummeln, Hornissen und Wespen die Kästen, im Winter kamen Ohrenkneifer und andere Käfer. „Da Insekten von großem Wert für den Erhalt des biologischen Gleichgewichts sind, wurden sie natürlich in den Singvogelkästen geduldet.“

Bereicherung der Natur

Nistkästen seien „ein guter Beitrag zur Bereicherung der Natur“, so die Lehrerin, die einst an der Dinterschule und am Teichgymnasium unterrichtete und immer wieder Schüler in ihre Nabu-Gruppe mitgebracht hat. Die gibt es in Borna allerdings nicht mehr. Jutta Hagemann hat sich deshalb der Nabu-Gruppe Südraum in Groitzsch angeschlossen.

Von Nikos Natsidis

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