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2010 - Jahr der Braunkohle

2010 - Jahr der Braunkohle

2010 ist das „Jahr der Braunkohle". Kein administrativ herbeigeführter Titel. Vielmehr die Idee des soziokulturellen Vereins Pro Regio, die in diesem Jahr verschiedenen Veranstaltungen zu Jubiläen und Treffen rund um die Bergbau-Industrie zu bündeln.

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"Das braune Gold" - der Verein Pro Regio widmet ihm das "Jahr der Braunkohle".

Quelle: Jens Paul Taubert

Deutzen. Der Höhepunkt des Jahres soll das dreitägige Festival „Kunst und Kohle - eine LebensKultur für Generationen" im September sein. Den Initiatoren ist es mit der aus der Taufe gehobenen „Jahr der Braunkohle" eine „Herzensangelegenheit, diese zu Ende gehende Industriekultur bei all ihren Kritikpunkten zu bewahren. Wir wollen die Erinnerungen an über einhundertjährige Riten und Gebräuche, die mit dem Bergbau verbunden sind, weitergeben", bringt es Gudrun Jugel vom Verein auf den Punkt. Der Südraum Leipzig - das einzige Braunkohlerevier der DDR - wandelt sich. „Trotzdem war und ist die Braunkohle ein wesentlicher wirtschaftlicher Bestandteil der Region", so Jugel. Für zig Interessengruppen, Heimatvereine und Chronisten steht die Braunkohle im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Der Heimatverein Regis-Breitingen und Umgebung mit seiner Ortsgruppe Deutzen widmet sich dieses Jahr dem 100-jährigen Jubiläen der Brikettfabriken „Adelheid" in Haselbach und Deutzen. Ausstellungen, Bergarbeiter-Treffen, Bergmannstage und andere Veranstaltungen sind im gesamten Altkreis Leipziger Land geplant.„Diese Aktivitäten wollen wir unter dieser zentralen Überschrift zusammenfassen. Unser ‚Jahr der Braunkohle‘ soll ein Rahmen für die zahlreichen Ideen bieten, die sich er Traditionspflege verschreiben", betont auch Vereins-Geschäftsführer Michael Wagner. Mit-Organisatorin Gudrun Jugel erklärt den generationsübergreifenden Ansatz des Konzeptes: „Eine große Mehrheit der hier lebenden älteren Menschen stehen eng mit der Kohle beziehungsweise der Arbeit im Bergbau verbunden. Wir wollen mit dem Jahr das Interesse der jüngeren Generation wecken, mehr über diese Jahrzehnte der Industrie zu erfahren." Praktisch sollen - auch mit Unterstützung der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft - Tagebau-Rundfahrten durch Schleenhain angeboten werden, „bei denen Großväter ihren Enkeln davon erzählen, wie das Leben war zwischen Kohlestaub und Förderbahnen...", verdeutlicht Wagner.Der Verein betont gleichzeitig, dass das von Deutzen aus koordinierte „Jahr der Braunkohle" keine Konkurenz oder gar Ersatz für die geplanten Veranstaltungen rund um die Braunkohle sein soll. „Vielmehr sind wir der Überzeugung, dass sich der Anspruch, Traditionen zu bewahren, besser über ein koordiniertes Gesamtpaket verfolgen lässt, als wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht", erklärt Gudrun Jugel. Die Braunkohle-Geschichte betrifft viele - sie soll auch von vielen wahrgenommen werden. Vereine und Partner, mit denen Pro Regio dazu bereits in Kontakt getreten ist, äußerten sich bereits zustimmend. Pro Regio wird sozusagen als Träger des Braunkohle-Jahres eine Broschüre über und Werbung für alle gemeldeten Veranstaltungen realisieren. Auch Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kultur hätten ihre Teilnahme und Unterstützung bereits signalisiert.Das große Finale steigt dann im September. Vom 24. bis 26. wird der Mehrgenerationenpark Deutzen zur Bühne für „Kunst und Kohle". Die Macher legen dabei besonderen Wert auf die hohe Qualität, die das Festival bieten wird. „Namhafte Künstler verschiedener Genre werden mit einzigartigen Programmen präsent sein. Wir planen Konzerte von Pop bis Klassik, Galerien für Maler, Bildhauer und Fotografen, Autorenlesungen von der Belletristik bis zur Dokumentation über devastierte Dörfer, Theater und andere szenische Aufführungen", umreißt Jugel die Bandbreite, die „Kunst und Kohle" abdecken soll.

Thomas Lieb

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