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2015 war es in Groitzsch zu warm

Wetterbilanz 2015 war es in Groitzsch zu warm

In Groitzsch war es im vergangenen Jahr im Durchschnitt 1,9 Grad Celsius wärmer als in der Vergleichsperiode 1961 bis 1990. Und die Wärmerekorde waren fast durchgängig für alle Jahreszeiten zu verzeichnen. Der Hobbymeteorologe Olaf Becher hat mit Hilfe seiner Wetterstation Bilanz gezogen und ist auf eben diese Ergebnisse gestoßen.

Sommerlicher Sonnenaufgang im Groitzscher Ortsteil Großstolpen. Das Wetter im zurückliegenden Jahr war in der Stadt im Schnitt zu warm.

Quelle: Olaf Becher

Groitzsch. In der Schusterstadt Groitzsch war es im vergangenen Jahr im Durchschnitt 1,9 Grad Celsius wärmer als in der Vergleichsperiode 1961 bis 1990. Und die Wärmerekorde waren fast durchgängig für alle Jahreszeiten zu verzeichnen. Der Hobbymeteorologe Olaf Becher hat mit Hilfe seiner Wetterstation Bilanz gezogen und ist auf eben diese Ergebnisse gestoßen.

„Schon der Winter präsentierte sich eher in einer Light-Version“, sagt Becher. Selten nur habe es etwas Schnee gegeben. „Mehr als eine zwei Zentimeter dünne Decke der weißen Pracht (23. Januar) konnte sich da nicht ausbilden, denn trotz einiger Frostnächte blieben die Tage oft viel zu mild.“ Statt Rodeln, Ski fahren und Schlittschuh laufen waren eher herbstliche Aktivitäten angesagt. Vor allem kamen Drachen des Öfteren zum Einsatz, immerhin war es im Winter eher sehr windig bis stürmisch.

Mitte Februar habe es dann einen ersten Versuch des Frühlings gegeben, Fuß zu fassen, auch wenn die nächtlichen Temperaturen meist unter dem Gefrierpunkt lagen. Doch im März gelang dann der Vorstoß schon deutlich besser. Allerdings nur kurz, Niklas, das Sturmtief, sorgte zunächst für Dauerregen und Graupel, zu Ostern Anfang April meldete sich dann gar der Winter zurück.

Erst ab Mai wurde es endlich langfristig schön, zumindest für die Menschen. Der Natur fehlte hingegen schlicht Regen. „Nur ein Drittel des normalen Sollwertes tröpfelte vom Himmel“, so Becher. In den Sommermonaten allerdings gab es, so zeigen die Auswertungen seiner Wetterstation, genug Regen. Das Nass aber verteilte sich sehr ungleichmäßig. Der Sommer endete mit fast 90 Litern pro Quadratmeter zu nass, was einigen Stark- und Dauerregen-Ereignissen, gepaart mit Gewittern zugeschrieben werden kann“, erklärt Becher weiter. Doch in Erinnerung wird der Sommer 2015 vielen eher als Hitzesommer bleiben. Tagelang schwitzen, Abkühlung suchen, wo immer möglich: mehrere Tage lang herrschten Temperaturen weit über 35 Grad Celsius. So hat Becher insgesamt 52 Sommertage ausgemacht, also Tage, bei denen das Thermometer über die 25 Grad klettert. Mit zusätzlichen 23 Hitzetagen (also schwitzen bei mehr als 30 Grad) verzeichnete das Jahr eine ungewöhnliche Bilanz. Bechers Wetterstation zeigte am 7. August einen Temperaturrekord an: 37,4 Grad Celsius wurden gemessen. Der 4. Juli erreichte mit 29,4 Grad den höchsten Tagesdurchschnittswert.

Schnell bergab mit den Temperaturen ging es dann nach Bechers Aufzeichnungen gleich Anfang September. Bei einem Wechsel aus Sonne, Wolken, Nebel, Wind und Regen blieb es kühl. Einen Vorgeschmack auf den Winter brachte bereits der Oktober mit sich. Nicht nur der erste Frost kam, sondern auch gleich noch der erste Schnee. Der November zeigte sich eher untypisch. „Er fiel sozusagen mit deutlich zu milden 8,3 Grad im Schnitt aus dem Rahmen“, so der Hobbymeteorologe. Und das setzte sich auch im Dezember fort. Weder kamen richtige Weihnachts- noch Winterstimmung auf. Denn der Monat schaffte einen Schnitt von 7,4 Grad Celsius. Was unter anderem daran lag, dass allein das Weihnachtsfest bei frühlingshaften Temperaturen um die 15 Grad gefeiert wurde.

„Gemessen am langjährigen Mittel waren bis auf den September und Oktober alle Monate zu mild. Die kälteste Temperatur wurde am 15. Februar des Vorjahres mit minus 5,1 Grad gemessen. Im gesamten Jahr fielen an 167 Tagen 608 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, wobei sich der August mit 100 Litern als der feuchteste Monat darstellte. Gewitter grollten 21-mal am Groitzscher Himmel“, fasst Becher die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres zusammen. Der Deutsche Wetterdienst übrigens notierte das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881.

Von Julia Tonne

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