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Borna 222 000 Euro fürs Jahnbad – Bornas Zuschussgeschäft
Region Borna 222 000 Euro fürs Jahnbad – Bornas Zuschussgeschäft
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16:51 27.03.2017
Betrieb im Bornaer Jahnbad – für die Kommune ein Zuschussgeschäft. Quelle: Archiv
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Borna

Es läuft ganz gut und bleibt dennoch ein Zuschussgeschäft. Gemeint sind Angebote, die der Gesetzgeber als „freiwillige Leistungen“ einer Kommune bezeichnet, ohne die aber das Leben in einer Stadt wie Borna deutlich weniger attraktiv wäre. Es handelt sich um Einrichtungen und Veranstaltungen wie die Schwimmhalle, das Stadtkulturhaus oder den Wochenmarkt, der außerhalb der kalten Jahreszeit jeweils am Dienstag und Donnerstag stattfindet.

So nimmt die Stadt ihren Haushaltsplanungen entsprechend in diesem Jahr durch den Wochenmarkt sowie den Frischmarkt und den Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus zwar 75 000 Euro ein. Die Kosten dafür aber liegen mehr als doppelt so hoch. Macht einer Aufstellung des Rathauses zufolge einen Zuschuss aus der Stadtkasse von 85 000 Euro in diesem Jahr. Für 2018 werden dafür 82 000 Euro veranschlagt.

Ähnlich sieht es auch bei den Bornaer Musentempeln aus. Im Stadtkulturhaus, vor nunmehr 16 Jahren saniert und auf seinen heutigen Stand gebracht, herrscht 2300 Stunden jährlich Betrieb. Das Gebäude, vor vielen Jahrzehnten ein Theater, bietet im besten Fall 320 Besuchern Sitzplätze und ohne Bestuhlung gar 400 Leuten Platz. Für dieses Jahr rechnet die Kämmerei beim Stadtkulturhaus mit Erträgen von 164 000 Euro, 2018 mit 165 000 Euro. Die Aufwendungen für das Kulturhaus in der Sachsenallee belaufen sich aber in diesem wie im nächsten Jahr auf jeweils 398 000 Euro, weshalb die Differenz (jeweils etwa 235 000 Euro) mit städtischen Mitteln ausgeglichen werden muss. Das gilt auch für den Goldenen Stern, dessen Betrieb in diesem wie im nächsten Jahr 107 000 Euro kostet. Die Einnahmen aus der Vermietung des Gebäudes liegen allerdings bei gerade einmal etwas mehr als 6000 Euro im Jahr. Und selbst das Vereinshaus in Eula kostet mehr als es einbringt. Etwa 39 000 Euro jährlich bei Einnahmen von 6300 Euro.

68 000 Besucher pro Jahr in der Schwimmhalle sind eine ordentliche Zahl. Das liegt sicher auch am Tauchareal im ehemaligen Sprungbereich und natürlich an der Sauna. Hinzu kommen 14 500 Mädchen und Jungen, die hier Schwimmunterricht erhalten sowie Vereine. Dennoch lässt sich der Betrieb der Schwimmhalle, die seit der Sanierung im Jahr 2012 den historischen Namen Jahnbad trägt, allein mit den Eintrittsgeldern und der Vermietung nicht annähernd finanzieren.

Erträgen von jeweils 222 000 Euro für 2017 und 2018 stehen Aufwendungen von 750 000 in diesem sowie 719 000 Euro im nächsten Jahr gegenüber.

Von Nikos Natsidis

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