Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna 250 Demonstranten sagen Nein zur Deponie der Mueg bei Pegau
Region Borna 250 Demonstranten sagen Nein zur Deponie der Mueg bei Pegau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:29 04.05.2017
Pegaus Bürgermeister Frank Rösel konnte mittlerweile 18 000 Euro für die Klagen einsammeln.  Quelle: Julia Tonne
Anzeige
Pegau

 Eine Spendensumme von rund 18 000 Euro, mehr als 250 Demonstranten per Rad und zahlreiche Transparente: Diese Zutaten sollen helfen, die Pläne der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgungs GmbH (Mueg) zu durchkreuzen. Gegen die von dem Unternehmen geplante Mineralstoffdeponie haben sich am Sonnabend Pegauer, Lützener, die Bürgerinitiative (BI) „Zukunft statt Braunkohle“, Naturschützer und auch Kohlegegner ausgesprochen. Treffpunkt war das Gelände, das in absehbarer Zeit als Müllplatz herhalten soll.

Mit vor Ort waren am Sonnabend auch etliche Redner, die gemeinsam das Unterfangen der Mueg verhindern wollen. Unter ihnen Pegaus Bürgermeister Frank Rösel. „Wir brauchen keine Deponie“, machte er deutlich, „die angrenzenden Kommunen haben in der Vergangenheit schon genug unter dem Tagebau gelitten.“ Die Mueg, eine 50-prozentige Tochter der Mibrag, wolle in Profen Nord auf einem rund 52 Fußballfelder großen Areal Abfälle lagern. „Darunter zum Beispiel Abfälle aus Kraftwerken, Bitumen, Teer und Asbest, also Materialien, die giftig sind“, erklärte Rösel.

Seine Stadt werde dem nicht tatenlos zusehen und finanziere deshalb die Klagen der Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Denn Ortsteile von Pegau wie Werben und Kitzen seien von den Belastungen, die eine Deponie mit sich bringen würde, deutlich betroffen. Da die Stadt jedoch nicht auf eigene Mittel zurückgreifen kann, bat sie bei der Bevölkerung um Hilfe. Die kam prompt, bis heute sind 18 100 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.

Oliver Wendenkampf vom BUND Sachsen-Anhalt gratulierte zunächst einmal den Pegauern zu ihrem Rathauschef und dem Stadtrat. Dieser hatte Rösel den Rücken gestärkt und einstimmig beschlossen, als Stadt gemeinsam mit den Naturschützern gegen die Pläne der Mueg vorzugehen. „Und das ist keinesfalls selbstverständlich“, betonte Wendenkampf. Genauso wenig wie die Zusammenarbeit der beiden Landesverbände selbstverständlich sei, fügte er hinzu. Schon wegen der ungewöhnlichen Konstellationen und der „in keiner Weise rechtskonformen Pläne der Mueg“ sei er zuversichtlich, dass die Gerichte das Vorhaben des Unternehmens ablehnen.

Auch David Greve, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen, setzt derzeit alle Hebel in Bewegung, um die Deponie zu verhindern. „Denn wir – die Bewohner – werden es auslöffeln, wenn Konzerne aus Kohle und Müll Geld machen“, sagte er. Dorothea Frederking, Grünen-Abgeordnete im sachsen-anhaltischen Landtag, war ebenfalls am Sonnabend mit von der Partie. „Die Mueg kann nicht einfach den Müll hier abladen und die Sorgen den Menschen dahinter überlassen“, stellte sie klar.

Auch Jens Hausner von der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz hatte sich unter die Demonstranten gemischt – und die Kreuze im Gepäck, die während einer Greenpeace-Aktion in dem Groitzscher Ortsteil zum Einsatz kamen, um gegen die Abbaggerung des Ortes durch das Bergbauunternehmen Mibrag zu protestieren (die LVZ berichtete). „Mueg und Mibrag gehören eng zusammen, die Kreuze stehen dafür, den Planungen beider Unternehmen einen Strich durch die Rechnung zu machen“, erklärte er. Es könne nicht sein, auf Kosten der Bevölkerung Profit zu schlagen.

Die Demonstration wurde daher gleich genutzt, um auch noch einmal an die dem Tagebau geopferten Orte zu erinnern. Für jedes verschwundene Dorf stellten die Deponiegegner eine Friedhofskerze auf. „Hoffentlich müssen wir nicht wieder Kerzen anzünden, wenn die Deponie kommt“, sagte Rösel abschließend, denn dem Bau würden auch elf Hektar Wald zum Opfer fallen.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Weg zu einer gerechteren Gesellschaft besteht in „Solidarität und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Mitmenschen“. Das hat die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) am Montag vor Hunderten Besuchern bei der traditionellen Mai-Veranstaltung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Bornaer Markt deutlich gemacht.

01.05.2017

Heizungen und Bäder vom Fachmann: die Firma Eidner aus Borna wird am 1. Mai 25 Jahre alt. Sowohl für die Vergangenheit als auch für Zukunft galt und gilt: Trends erkennen und anbieten. Das ist ein wichtiger Baustein, denn die Konkurrenz in dem Bereich ist durch den Internethandel gestiegen.

01.05.2017

Die Bornaer Verbandsräte sollen sich im Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land nicht dafür stark machen, dass in Borna mehr Fernwasser durch die Leitungen fließt, sondern für eine Enthärtungsanlage. Thema ist das in der Sondersitzung des Gremiums am Dienstag, 16.30 Uhr, im Ratssaal.

30.04.2017
Anzeige