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250 Demonstranten sagen Nein zur Deponie der Mueg bei Pegau

Protest 250 Demonstranten sagen Nein zur Deponie der Mueg bei Pegau

Nein zur Deponie: Unter diesem Motto sind am Sonnabend mehr als 250 Demonstranten nach Profen Nord geradelt, um klar zu stellen, dass sie den Bau der Mineralstoffdeponie bei Pegau ablehnen und alle Hebel in Bewegung setzen, um sie zu verhindern.

Mit dem Rad kamen die Demonstranten auf das Gelände der geplanten Mineralstoffdeponie.
 

Quelle: Julia Tonne

Pegau.  Eine Spendensumme von rund 18 000 Euro, mehr als 250 Demonstranten per Rad und zahlreiche Transparente: Diese Zutaten sollen helfen, die Pläne der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgungs GmbH (Mueg) zu durchkreuzen. Gegen die von dem Unternehmen geplante Mineralstoffdeponie haben sich am Sonnabend Pegauer, Lützener, die Bürgerinitiative (BI) „Zukunft statt Braunkohle“, Naturschützer und auch Kohlegegner ausgesprochen. Treffpunkt war das Gelände, das in absehbarer Zeit als Müllplatz herhalten soll.

Mit vor Ort waren am Sonnabend auch etliche Redner, die gemeinsam das Unterfangen der Mueg verhindern wollen. Unter ihnen Pegaus Bürgermeister Frank Rösel. „Wir brauchen keine Deponie“, machte er deutlich, „die angrenzenden Kommunen haben in der Vergangenheit schon genug unter dem Tagebau gelitten.“ Die Mueg, eine 50-prozentige Tochter der Mibrag, wolle in Profen Nord auf einem rund 52 Fußballfelder großen Areal Abfälle lagern. „Darunter zum Beispiel Abfälle aus Kraftwerken, Bitumen, Teer und Asbest, also Materialien, die giftig sind“, erklärte Rösel.

Seine Stadt werde dem nicht tatenlos zusehen und finanziere deshalb die Klagen der Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Denn Ortsteile von Pegau wie Werben und Kitzen seien von den Belastungen, die eine Deponie mit sich bringen würde, deutlich betroffen. Da die Stadt jedoch nicht auf eigene Mittel zurückgreifen kann, bat sie bei der Bevölkerung um Hilfe. Die kam prompt, bis heute sind 18 100 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.

Oliver Wendenkampf vom BUND Sachsen-Anhalt gratulierte zunächst einmal den Pegauern zu ihrem Rathauschef und dem Stadtrat. Dieser hatte Rösel den Rücken gestärkt und einstimmig beschlossen, als Stadt gemeinsam mit den Naturschützern gegen die Pläne der Mueg vorzugehen. „Und das ist keinesfalls selbstverständlich“, betonte Wendenkampf. Genauso wenig wie die Zusammenarbeit der beiden Landesverbände selbstverständlich sei, fügte er hinzu. Schon wegen der ungewöhnlichen Konstellationen und der „in keiner Weise rechtskonformen Pläne der Mueg“ sei er zuversichtlich, dass die Gerichte das Vorhaben des Unternehmens ablehnen.

Auch David Greve, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen, setzt derzeit alle Hebel in Bewegung, um die Deponie zu verhindern. „Denn wir – die Bewohner – werden es auslöffeln, wenn Konzerne aus Kohle und Müll Geld machen“, sagte er. Dorothea Frederking, Grünen-Abgeordnete im sachsen-anhaltischen Landtag, war ebenfalls am Sonnabend mit von der Partie. „Die Mueg kann nicht einfach den Müll hier abladen und die Sorgen den Menschen dahinter überlassen“, stellte sie klar.

Auch Jens Hausner von der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz hatte sich unter die Demonstranten gemischt – und die Kreuze im Gepäck, die während einer Greenpeace-Aktion in dem Groitzscher Ortsteil zum Einsatz kamen, um gegen die Abbaggerung des Ortes durch das Bergbauunternehmen Mibrag zu protestieren (die LVZ berichtete). „Mueg und Mibrag gehören eng zusammen, die Kreuze stehen dafür, den Planungen beider Unternehmen einen Strich durch die Rechnung zu machen“, erklärte er. Es könne nicht sein, auf Kosten der Bevölkerung Profit zu schlagen.

Die Demonstration wurde daher gleich genutzt, um auch noch einmal an die dem Tagebau geopferten Orte zu erinnern. Für jedes verschwundene Dorf stellten die Deponiegegner eine Friedhofskerze auf. „Hoffentlich müssen wir nicht wieder Kerzen anzünden, wenn die Deponie kommt“, sagte Rösel abschließend, denn dem Bau würden auch elf Hektar Wald zum Opfer fallen.

Von Julia Tonne

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